Schorndorf

Albert Hammond rockt Winterbach

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Albert Hammond sucht die Nähe zu seinem Publikum. © Schneider / ZVW

Winterbach. Passenderweise einen Tag nach dem Finale der im Land beliebten jährlichen SWR-1-Hitparade veranstaltete die Kulturinitiative Rock Winterbach so etwas wie ihre eigene Chartshow. Und dafür hatte sie einen der ganz Großen der Popgeschichte ins Remstal geholt, Albert Hammond. Er hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten unzählige Hits geschrieben, die heute zum Allgemeingut eines jeden Radiohörers gehören.

Allein die Liste seiner Songs, die man von anderen Künstlern kennt, liest sich wie ein Streifzug durchs ewige Plattenregal des Pop. Die Liste reicht vom allseits bekannten Whitney-Houston-Klassiker „One Moment in Time“ bis zu Starships „Nothing´s gonna stop us now“. Von Joe Cockers „Don´t you love me anymore“ hin zu Tina Turners „I don´t wanna lose you”. Dass dies nicht zwingend der Abend für die klassische, dem Blues und Rock verbundene Zielgruppe der Kulti werden würde, wurde schnell und allein durch den Umstand deutlich, dass die Halle bestuhlt war.

Versierte schottische Begleitband

Es war nicht der Abend des rhythmischen Kopfnickens oder Fußwippens. Vielmehr musste man aufpassen, dass man nicht gleich beim Opener „Everything I want to do“ zufrieden grinsend ins Schunkeln verfiel. Aber das wäre dann doch zu despektierlich gewesen gegenüber dem Künstler Albert Hammond, der mit dem zweiten Song „Down by the River“ deutlich werden ließ, warum er 2008 Aufnahme in die Songwriters Hall Of Fame in New York fand. Und dass ihm dann doch auch der schmutzige Rock´n´Roll nicht fremd ist, bewies er im „Smokey Factory Blues“. Dies war vor allem die Gelegenheit für seine versierte, durchweg schottisch besetzte Begleitband, sich etwas Raum zu nehmen. Namentlich waren dies Bassist David Paton, langjähriges Mitglied bei Alan Parsons Project und ehemals in der Tourband von Elton John, Stiltskin-Keyboarder Irvin Duguid, Drummer Dave Stewart und Gitarrist Calais Brown.

Standing Ovations bei "One Moment in Time"

Bei der Diana-Ross-Nummer „When you tell me that you love me“ verließ Hammond die Bühne. Er schlenderte singend durch die Reihen, schüttelte Hände und herzte vornehmlich weibliche Fans. Ein Hauch von Carmen Nebel durchzog plötzlich die Halle, was manchen Kulti-Rocker erschauern ließ. Aber alles löste sich wieder auf in einem großartigen Finale. „One Moment in Time“ wurde am Ende von Standing Ovations begleitet. Ab da hatte sich das Thema Bestuhlung vollends erledigt. Es hätte auch zum darauf folgenden „I´m A Train“ nicht mehr gepasst. Und im Zugabenteil packte Hammond endgültig seine Hit-Hämmer aus mit „It never rains in southern California“ und „The free electric Band“. Am Ende war es schlichtweg ein großer Auftritt eines großen Musikers, der für immer seine Spuren in der Musikwelt hinterlassen hat.