Schorndorf

Albrecht Zoller: Ein Diakon, der Menschen und Tiere liebt

Diakon
Der neue Diakon Albrecht Zoller © ALEXANDRA PALMIZI

Zu Hause in Alfdorf kümmert er sich als Hobby-Landwirt um Schafe, Bienen, Hund und Katze - hauptberuflich hat er sich aber dem Dienst an den Menschen verschrieben: Albrecht Zoller (50) ist neuer Diakon mit vielfältigen Aufgaben. In Haubersbronn, Miedelsbach und Schornbach will er die Familienarbeit der Kirchengemeinden voranbringen. Unter anderem organisiert er Familien-Gottesdienste und kümmert sich um die drei evangelischen Kitas: „Im Tandem mit dem Pfarrer oder auch mit einem Ehrenamtlichen gehe ich in die Kitas, um dort biblische Geschichten zu erzählen“, erzählt er. Ein Gesprächspartner ist er aber auch für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Kindergärten, die in der Corona-Krise oft vor großen Herausforderungen stehen. Beim anstehenden Prozess der Quartiersentwicklung will er dabei sein, derzeit ist er freilich noch dabei, alle Ansprechpersonen kennenzulernen.

Welche Hilfe brauchen bedürftige Menschen?

Mit drei Kirchengemeinden, den zahlreichen Familien und deren Anliegen hat Albrecht Zoller schon genug zu tun, könnte man meinen. Tatsächlich ist die Aufgabe des neuen Diakons weit größer. Zu seiner Stelle gehört auch, im ganzen Kirchenbezirk Pfarrer und Gemeindemitglieder vor Ort mit den diakonischen Einrichtungen in Kontakt zu bringen und diese Einrichtungen mit den Gemeinden besser zu vernetzen. Dabei setzt Zoller zunächst schlicht auf Werbung und Informationen über die Angebote von den Diakoniestationen bis zur Schuldnerberatung. Zudem will er die Hilfsangebote für Bedürftige auch vor Ort ausbauen. „Welche Unterstützung brauchen zum Beispiel einsame oder depressive Menschen neben der therapeutischen Hilfe?“, fragt er. Im Alltag könne dies die regelmäßige Begleitung bei Spaziergängen sein. Eine Aufgabe, die auch von den bestehenden Besuchsdiensten übernommen werden könnte. „Den klassischen Besuchsdienst gibt es oft schon, er müsste aber qualifiziert werden“, weiß Zoller. Denn das seelische Chaos eines anderen – das müsse ein Begleiter aushalten können.

Es sind erste Ideen, die Albrecht Zoller beim Gespräch mit der Zeitung skizziert. Gestartet ist der neue Diakon im Oktober, kurz bevor Corona die direkten Kontakte mit den Menschen unmöglich machte. Mit Pfarrern und Hauptamtlichen war der Austausch per Telefon und Video-Konferenzen noch einigermaßen möglich – aber sehr schwer war die Arbeit mit den Ehrenamtlichen. „Die Kontaktbeschränkungen bremsen das ehrenamtliche Engagement aus“, weiß der 50-Jährige aus leidvoller Erfahrung. Nicht nur, weil die persönlichen Gespräche fehlen, sondern auch, weil keiner wirklich weiß, was gerade möglich ist. Wozu sollte man etwas planen, wenn es nachher doch abgesagt werden muss? Immerhin: Für Sonntag, 16. Mai, hat er einen Familien-Gottesdienst auf die Beine gestellt. Coronabedingt findet dieser im Freien statt – eine Schnitzeljagd mit Wegen, Irrwegen und

Überraschungen ist geplant. Start ist zwischen 11 und 16 Uhr am Gemeindehaus in Schornbach.

Schon als Kind wollte er Tierarzt werden

Nicht unbedingt kerzengerade verlief übrigens auch der Berufsweg von Albrecht Zoller. „Als Kind wollte ich immer Tierarzt werden“, erzählt er. Als Jugendlicher kam für ihn dann eine weitere Option dazu: eine kirchliche Ausbildung zu absolvieren. Trotzdem entschied er sich zunächst, Tiermedizin zu studieren. „Aber ich habe keine Ruhe gefunden“, sagt er heute. Nach eineinhalb Jahren brach er das Studium ab und ging an die Missionsschule nach Unterweissach. Ein reines Theologiestudium, um Pfarrer zu werden, sei für ihn nicht infrage gekommen: „Ich bin Praktiker. Der pädagogische und psychologische Anteil der Ausbildung waren mir wichtig.“ Nach vier Jahren Theorie folgte ein Jahr praktische Ausbildung – und es passte. Heute weiß er: „Ich habe meine Ruhe gefunden. Das ist mein Beruf. Mir ist es wichtig, für Menschen in schwierigen Situationen da zu sein.“ Trotz seiner eher konservativ geprägten Ausbildung verortet sich der Vater dreier erwachsener Kinder innerhalb der Kirche nicht auf der konservativen Seite. Für den Klimaschutz müsste sich die Kirche stärker engagieren, findet Zoller,, zu dessen Grundhaltung es gehört, alle Menschen so anzunehmen, wie sie sind.

Für seine vielen Aufgaben hat Albrecht Zoller bei der Kirche eine 75-Prozent-Stelle. Daneben arbeitet er noch als freiberuflicher Supervisor für Pädagogen und Erzieher. Hat er keine Angst davor, sich bei all dem zu verzetteln? „Nein“, sagt er. „Aber man muss aufpassen.“ Zugute kommt ihm dabei, dass er ein Mensch sei, der strukturiert arbeiten könne: „Ich nehme die Dinge wahr, ordne sie ein und setze dann meine Prioritäten.“

Zu Hause in Alfdorf kümmert er sich als Hobby-Landwirt um Schafe, Bienen, Hund und Katze - hauptberuflich hat er sich aber dem Dienst an den Menschen verschrieben: Albrecht Zoller (50) ist neuer Diakon mit vielfältigen Aufgaben. In Haubersbronn, Miedelsbach und Schornbach will er die Familienarbeit der Kirchengemeinden voranbringen. Unter anderem organisiert er Familien-Gottesdienste und kümmert sich um die drei evangelischen Kitas: „Im Tandem mit dem Pfarrer oder auch mit einem

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper