Schorndorf

Aufbau der Containerschule hat begonnen

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Schulcontainer im Anflug. © Laura Edenberger
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Die ersten Module stehen schon, 120 sollen’s im Rainbrunnen insgesamt werden.
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Bei der Container-Besichtigung: Bürgermeister Thorsten Englert, Alex Kircher von der Modularbaufirma Kleusberg, Projektleiter Bernhard Gunesch und Schulleiterin Karola Gross (von links). © Gabriel Habermann

Schorndorf. Jede Pause ein Highlight: Seit Montag schweben im Rainbrunnenschulzentrum die Container ein. Von einem Kran aufs Kleinspielfeld gesetzt, sollen bis Anfang April aus 120 Modulen zwölf Klassenzimmer und Nebenräume werden. Im November hat der Gemeinderat den Schimmelproblem in der Grundschule nicht mehr länger hinnehmbar war.


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„Unsere Kinder müssen raus aus der Gefahrenzone“ – das haben Eltern im Oktober vehement gefordert, nachdem in einer Informationsveranstaltung klarwurde, dass die Stadt im Rainbrunnenschulzentrum auf Zeit spielen wollte. Obwohl bekannt, dass es seit Jahren ein Schimmelproblem in der Grundschule gibt und Eltern von hustenden, blutspuckenden Kindern berichteten, von vermehrten Asthmafällen und Dauerinfekten auch im Kollegium die Rede war, berief sich die Stadt zunächst auf ein im Sommer 2018 erstelltes Gutachten, das von einem „geringen bis mittleren Befall“ sowie von „geringen Hinweisen auf Feuchteschäden“ sprach, die mit Sicherungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen seien. Das Signal an die Eltern: Die Kinder können bedenkenlos zur Schule gehen, am besten bis 2030, dann erst sollte es eine neue Grundschule im Rainbrunnen geben. Schließlich, hielt Finanzbürgermeister Thorsten Englert den Eltern vor, stecke die Stadt zwischen 2016 und 2022 bereits 65 Millionen Euro in (andere) Bildungseinrichtungen. Und der zuständige Fachbereich sei obendrein ausgelastet.

Erste Klassenzimmer-Module in Schorndorf angekommen

Doch dann kam’s anders und plötzlich auch ganz schnell – nachdem die Verwaltungsspitze schon am Tag nach der Infoveranstaltung einlenkte: In ihren Haushaltsreden im Gemeinderat verkündeten Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Bürgermeister Englert, dass die Grundschulkinder übergangsweise in einem leeren Obergeschoss des Burg-Gymnasium-Altbaus untergebracht werden sollen. Letztlich wurde auch diese Idee verworfen und so legte sich die Stadt auf eine Container- und Neubaulösung für den Rainbrunnen fest. Und nachdem dann der Gemeinderat im November den Weg freigemacht hat, ist einiges passiert im Rainbrunnenschulzentrum: Das Kleinspielfeld zwischen Turnhalle und Grundschule wurde in den vergangenen Wochen für den Containeraufbau vorbereitet, Fundamente wurden gesetzt, Leitungen verlegt. Am Montag dieser Woche sind die ersten Klassenzimmer-Module in Schorndorf angekommen. Seitdem schweben täglich 20 Module ein. Aus 120 werden dann – jeweils im Dreierpack – Klassenzimmer für zwölf Grundschulklassen plus Nebenräume für den Ganztagsbetrieb. Gesamtschulfläche: 1700 Quadratmeter.

Umzug für Anfang April geplant

2,9 Millionen Euro kostet die Stadt die Interimslösung, inklusive Auf- und Abbau der Container und der Miete. Auf dem Kleinspielfeld wird ein zweigeschossiges 50-Meter-Gebäude entstehen, auf der Nordseite der Sporthalle ein eingeschossiger 23-Meter-Bau. Der Umzug vom maroden Gebäude in die Container ist – in nicht mal mehr 40 Tagen – für Anfang April geplant. Einen Grundschul-Neubau im Rainbrunnen soll es dann bis zum Jahr 2022 geben. Schon jetzt, sagt Bernhard Gunesch, Projektleiter vom Fachbereich Gebäudemanagement, gibt es regelmäßig Treffen mit Lehrern, um ein Konzept für eine zukunftsfähige Schule entwickeln zu können: „Wir bereiten gerade die Ausschreibung vor.“

Elternsorge: Gibt’s in Containern Fenster und Heizung?

Beruhigt hat sich nach Auskunft von Schulleiterin Karola Gross nach der „schwierigen Zeit“ auch die Aufregung an der Eltern-Front. Natürlich, erzählt sie, gebe es Mütter und Väter, die sich sorgten, ob die Container überhaupt Fenster und Heizung hätten. Nach entsprechenden Informationen hat sie aber von der „breiten Elternschaft“ ein klares Ja vernommen. Die beiden von Schimmel betroffenen Klassenzimmer wurden gesperrt, eine Klasse ist ins Sekundarstufen-Gebäude gezogen, die andere im Grundschulanbau untergekommen. Die Wartezeit für die restlichen Klassen wird derzeit mit häufigem Lüften und Luftreinigungsgeräten überbrückt. „Wir sind nicht mehr im Krisen-, sondern im Arbeitsmodus“, sagt Gross.

Container für Schulklassenbau geeignet

Und die Stadt, versichert Bürgermeister Englert, habe darauf geachtet, dass die Container auch für den Schulklassenbau geeignet sind – in Sachen Brandschutz, Raumhöhe und Sanitär. Selbst von außen werden die Module ansprechend bunt gestaltet, in den Farben des Schullogos. Und für die Schülerinnen und Schüler ist gerade jede Pause sowieso eine höchst spannende Sache: Wie die Module am Kran einschweben und die Containerschule aufgebaut wird, können sie vom Bauzaun aus bestens beobachten.


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Im Rainbrunnen

Der Grundschulanbau im Rainbrunnen wurde vor fast 50 Jahren als Provisorium in Holzständer-Bauweise gebaut. Immer wieder gab es Klagen wegen des schlechten Zustands der Klassenzimmer und der Sanitärräume, zuletzt gab es in mehreren Räumen ein Schimmelproblem. Eine Sanierung ist nicht möglich und auch gar nicht geplant. Aus Statikgründen kann aber auch das Sekundarstufen-Gebäude nicht aufgestockt werden – allenfalls die neue Mensa wäre dafür geeignet. Da sich der Raumbedarf aber auf 1700 Quadratmeter beläuft, ist der Neubau jetzt an gleicher Stelle wie der bestehende Grundschulanbau geplant.

Die Grundschule im Rainbrunnen ist seit 2012 offene Ganztagsschule, die Sekundarstufe ist verbindliche Ganztagesschule nach Landesrecht. Aus der Keplerschule wurde im Schuljahr 2014/2015 die Gemeinschaftsschule Rainbrunnen mit zwei Schulsozialarbeiterinnen, einem Schülercafé sowie der Mensa.

Tag der offenen Tür in der Gemeinschaftsschule ist am kommenden Samstag, 23. Februar, von 10.30 bis 14 Uhr.

Im Rainbrunnen wird sich in Zukunft noch mehr tun – was genau, darüber wird der Gemeinderat im März diskutieren. Im Moment jedenfalls ist auf dem alten Sportplatz bis Mai 2021 ein Neubau des sechsgruppigen Kindergartens Störerweg geplant.