Schorndorf

Besuchsregelung für Pflegeheime wird gelockert - die Testpflicht entfällt aber nicht überall

Alexanderstift Urbach
Das Alexanderstift in Urbach. © Benjamin Büttner

Aufgrund der aktuell sinkenden Infektionszahlen lockern sich in vielen Lebensbereichen die Corona-Regeln. Auch im Rems-Murr-Kreis gilt ab Donnerstag die Inzidenzstufe 1, also die Stufe, die die meisten Freiheiten gewährt. Was ändert sich dadurch in den Pflegeheimen in der Region? Wir haben in Plüderhausen, Urbach und Rudersberg nachgehakt. Die Regelungen zur Testpflicht unterscheiden sich in den Einrichtungen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime waren mit die Ersten, die zu Beginn des Jahres ein Impfangebot bekommen haben, da sie zu den besonders von Corona gefährdeten Gruppen gehören. Seit Beginn der Pandemie mussten sie starke Einschränkungen und Isolation durch weniger oder keine Besucherinnen und Besucher in Kauf nehmen. Nun entspannt sich die Lage.

Testung wird weiterhin angeboten

Am vergangenen Donnerstag entfiel in Stadt- und Landkreisen bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens zehn die Testpflicht für Besucherinnen und Besucher in Pflegeheimen. Auch die Beschränkungen bei der Besucheranzahl werden bei einem Wert unter zehn aufgehoben.

„Die Testpflicht entfällt bei Inzidenzstufe 1“, bestätigt Nicola Philipp, Sprecherin der Zieglerschen, die das Haus am Brunnenrain in Plüderhausen betreiben. „Was bleibt, ist, dass sich die Besucherinnen und Besucher unverändert bei Eintritt in die Einrichtung nach dem gängigen Verfahren registrieren müssen.“ Bei Bedarf werde mit entsprechender vorhergehender Terminvereinbarung jedoch weiterhin eine Testung angeboten.

Für die Mitarbeitenden im Haus am Brunnenrain gilt laut Nicola Philipp: Bei Inzidenzstufe 1 besteht keine Testpflicht für Geimpfte und Genesene, nicht Geimpfte und nicht Genesene müssen sich zweimal wöchentlich testen lassen. Gleiches gelte für die Bewohner.

Andere Regelung in den Häusern des Alexanderstifts

In den Häusern des Alexanderstifts in Urbach und Rudersberg ist die Vorgehensweise laut Steffen Wilhelm, Pressesprecher des Trägers Diakonie Stetten, folgende: „Zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner und der Mitarbeitenden bitten wir die Besucher und Besucherinnen auch weiterhin um einen aktuellen Test und um das Tragen einer FFP2-Maske.“ Für Genesene und vollständig Geimpfte entfalle die Testpflicht mit einem entsprechenden Nachweis aber. Alle Mitarbeitenden, auch diejenigen, die geimpft sind, werden auch weiterhin regelmäßig getestet, genauso die Bewohnerinnen und Bewohner in Urbach und Rudersberg.

Bei der Inzidenzstufe 1 ändert sich in den Alexanderstiften also nur die Aufhebung der Beschränkungen bei der Besucheranzahl. Es könnten bis zu 25 Personen pro Tag und Bewohner oder Bewohnerin zu Besuch kommen. „Voraussetzung dafür ist bei uns allerdings eine Impfquote von mindestens 90 Prozent in der jeweiligen Einrichtung“, so Steffen Wilhelm.

Wie hoch ist die Impfquote in den Heimen?

In Urbach seien insgesamt 39 Mitarbeitende (etwa 85 Prozent) und 49 Bewohner und Bewohnerinnen (etwa 94 Prozent) geimpft oder genesen. Bei einem kleinen Teil der Bewohnerinnen und Bewohner sei die Impfung noch nicht vollständig.

In Rudersberg sind aktuell laut Wilhelm insgesamt 17 Mitarbeitende (um die 70 Prozent) geimpft oder genesen und 31 Bewohnerinnen und Bewohner (etwa 90 Prozent) geimpft.

„Wir sind froh, dass sich das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen beruhigt hat“, sagt Steffen Wilhelm. „Gleichzeitig freuen wir uns, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner wieder mehr Besuch von der Familie, den Enkeln und Freunden empfangen können. Diese positive Entwicklung möchten wir nicht gefährden.“ Gerade im Hinblick auf die sich ausbreitende Delta-Virusvariante nehme der Träger das Ansteckungsrisiko auch weiterhin sehr ernst und möchte hinsichtlich der Lockerungen schrittweise vorgehen. „Hygienemaßnahmen, regelmäßiges Testen und das Einhalten der AHA-Regeln sind für uns nach wie vor sehr wichtig“, so Wilhelm.

Sorge um Delta-Variante

„Tatsächlich fällt es uns gar nicht so leicht, diese Öffnungsschritte zu wagen“, sagt auch Nicola Philipp über das Plüderhäuser Pflegeheim. Die Sorge, dass Corona sich schnell wieder verbreiten könnte, schwinge mit. „Gleichwohl freuen wir uns aber darüber, unseren Bewohnerinnen und Bewohnern wieder mehr Besuche gestatten zu können und Angebote in größeren Gruppen machen zu können“, so Philipp. So könnten zum Beispiel die Bewohner des Betreuten Wohnens, die geimpft sind, wieder an den Angeboten im Haus teilnehmen. „Der Clown, den der Förderverein bezahlt, kommt Ende Juli wieder“, sagt Nicola Philipp. Auch Gottesdienste mit Abstand fänden wieder statt mit dem evangelischen Pfarrer Dirk Walz.

Im Haus am Brunnenrain war in der vergangenen Woche nochmals ein mobiles Impfteam da, so dass laut der Sprecherin nun bei den Bewohnerinnen und Bewohnern eine Impfquote von 89 Prozent bestehe und bei den Mitarbeitenden eine Impfquote von 90 Prozent.

Aufgrund der aktuell sinkenden Infektionszahlen lockern sich in vielen Lebensbereichen die Corona-Regeln. Auch im Rems-Murr-Kreis gilt ab Donnerstag die Inzidenzstufe 1, also die Stufe, die die meisten Freiheiten gewährt. Was ändert sich dadurch in den Pflegeheimen in der Region? Wir haben in Plüderhausen, Urbach und Rudersberg nachgehakt. Die Regelungen zur Testpflicht unterscheiden sich in den Einrichtungen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime waren mit die Ersten, die zu

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