Schorndorf

Brand in Flüchtlingsheim in Schorndorf: Ein Bewohner soll das Feuer gelegt haben

Brand, Untere Uferstr., Schorndorf, 11.08.2022.
Ein Feuer tobte in der Flüchtlingsunterbringung in der Unteren Uferstraße. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. © Benjamin Beytekin

Die Polizei hat in der Nacht zum Donnerstag einen 30-jährigen Mann vorläufig festgenommen, der verdächtigt wird, im Flüchtlingsheim in der Unteren Uferstraße vorsätzlich ein Feuer gelegt zu haben. Wie die Polizei mitteilte, waren die Rettungskräfte kurz nach Mitternacht von dem Feuer unterrichtet worden. Beim Eintreffen der Helfer stand das Gebäude bereits in Flammen. Dichter Rauch stieg auf, die Flammen schlugen aus den Fenstern. Alle Hausbewohner, junge Männer aus Gambia, hatten sich aus dem Haus retten können.

Die Feuerwehr war mit sieben Fahrzeugen und 31 Mann am Löscheinsatz beteiligt. Die Rettungsdienste waren vorsorglich mit vier Einsatzfahrzeugen vor Ort, wobei letztlich keine Personen, auch nicht unter den Einsatzkräften, zu Schaden kamen. Das Feuer war gegen 1.30 Uhr unter Kontrolle beziehungsweise gelöscht.

Wurde Papier in Brand gesteckt?

Was war geschehen? Ersten Informationen zufolge war der Brand im Dachgeschoss ausgebrochen. Wegen der starken Brandzehrung und durch den Löscheinsatz der Feuerwehr ist das Gebäude nicht mehr bewohnbar. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf rund 200.000 Euro. Der Polizei liegen Hinweise vor, dass das Feuer vorsätzlich von dem 30-jährigen Bewohner gelegt worden war. Aktuell geht die Polizei davon aus, dass dazu Papier in Brand gesteckt wurde. Die Untersuchungen dauern an. Über den Fortgang der Ermittlungen will die Polizei demnächst weitere Informationen veröffentlichen.

Feuerwehr musste Zwischendecken und Wände öffnen

Die Feuerwehr hatte den Brand mit zwei Löschtrupps und je einem Löschrohr bekämpft und damit eine schnelle Wirkung erzielt, so der Pressesprecher der Schorndorfer Freiwilligen Feuerwehr, Patrick Bellon. Allerdings hatten sich die anschließenden Nachlöscharbeiten schwierig gestaltet, weil es sich um ein relativ altes Gebäude handelte. Um die letzten Glutnester löschen zu können, mussten etliche Zwischendecken und Wände geöffnet werden.

Am Tag danach ist das Haus in der Uferstraße ein trauriger Anblick. Die Fensterscheiben im ersten Stock sind geborsten, durch die offene Haustüre lässt sich das Ausmaß der Verwüstung im Innern erahnen. Drei Männer von der Spurensicherung sind vor Ort und versuchen herauszufinden, was genau sich in der Nacht ereignet hat. Sie tragen Atemschutzmasken – denn noch immer ist es gefährlich, sich in dem ausgebrannten Haus aufzuhalten. An diesem Freitag wird ein Vertreter der Versicherung erwartet.

Die Nacht verbrachten sie im DRK-Heim in der Lortzingstraße

Wohnen kann hier niemand mehr. Das weiß auch der Hausbewohner, der vor der Tür steht. „Es ist eine Katastrophe“, sagt der junge Mann aus Gambia, der als Bodenleger arbeitet und gerade Urlaub hat. Zurück in das Haus wird er nicht mehr können, wie es weitergeht, ist für ihn völlig unklar. In der Nacht waren vier der sechs Bewohner in das Heim des Roten Kreuzes in der Lortzingstraße gebracht worden. Hier haben die vier den Rest der Nacht verbracht, ein Hausbewohner ist gerade im Urlaub, der sechste in Gewahrsam der Polizei.

An diesem Donnerstag wurde in Eile nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht und inzwischen wurden Plätze für die Männer gefunden. Wie Jörn Rieg, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung, mitteilte, können vier der Hausbewohner in einer Wohnung in der Innenstadt untergebracht werden, eine Person kann in einer weiteren Wohnung in der Kernstadt unterkommen.

Aktuell leben in Schorndorf 229 geflüchtete Menschen

Aktuell gibt es vier Sammelunterkünfte und 38 Flüchtlingswohnungen in der Stadt. Nach Angaben Riegs leben 229 geflüchtete Männer, Frauen und Kinder in Schorndorf, darunter auch die geflüchteten Menschen aus der Ukraine. An einen ähnlichen Brand in einer Flüchtlingsunterkunft kann sich Jörn Rieg nicht erinnern. Glimpflich ging im Juni ein Einsatz im Flüchtlingsheim in der Wiesenstraße zu Ende. Wie berichtet, war es damals zu einem Einsatz von Feuerwehr, DRK und Polizei gekommen, weil in der Küche das Essen angebrannt war und so ein Küchenbrand ausgebrochen war. Die Feuerwehr hatte die Lage schnell unter Kontrolle. Es gab keine Verletzten und keinen Sachschaden. Wie hoch der Schaden dieses Mal ist, werden die Gutachter ermitteln.

Die Polizei hat in der Nacht zum Donnerstag einen 30-jährigen Mann vorläufig festgenommen, der verdächtigt wird, im Flüchtlingsheim in der Unteren Uferstraße vorsätzlich ein Feuer gelegt zu haben. Wie die Polizei mitteilte, waren die Rettungskräfte kurz nach Mitternacht von dem Feuer unterrichtet worden. Beim Eintreffen der Helfer stand das Gebäude bereits in Flammen. Dichter Rauch stieg auf, die Flammen schlugen aus den Fenstern. Alle Hausbewohner, junge Männer aus Gambia, hatten sich aus

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