Schorndorf

Corona-Badebetrieb im Ziegeleisee-Freibad in drei Schichten

Oskar-Frech-Seebad
Noch ruht er still, der Schorndorfer Ziegeleisee. Vom kommenden Montag an ist Baden wieder erlaubt, während das Hallenbad (Oskar-Frech-Seebad) weiterhin geschlossen bleibt. Die Liege- und die Wasserflächen sind so bemessen, dass sich bis zu 900 Gäste im Bad aufhalten können – aber jeweils nur für ein paar Stunden am Tag. © ALEXANDRA PALMIZI

Noch sind die Temperaturen nicht so, dass man zwingend ins Freibad muss, aber das soll sich in den nächsten Tagen ändern. Und da trifft es sich gut, dass am kommenden Montag, 15. Juni, der Badebetrieb im Ziegeleisee-Freibad startet. Allerdings unter gänzlich anderen Bedingungen, als Badegäste das gewohnt sind. Und deshalb wurde der Montag als Starttag auch bewusst gewählt, weil vieles, was dann gilt, erst einmal ausgetestet werden und sich in der Praxis bewähren muss. Und dafür, so sieht es Bäderbetriebsleiter Jörg Bay, ist ein normaler und möglicherweise etwas ruhigerer Wochentag besser geeignet, als wenn es gleich mal den großen Wochenendansturm geben würde. Wobei auch das mit dem Ansturm in Coronazeiten relativiert werden muss, weil sich nie mehr als 900 Badebesucher gleichzeitig im Ziegeleisee-Freibad aufhalten dürfen. Damit trotzdem möglichst viele die Chance haben, in den Genuss eines Freibad-Besuches zu kommen, gibt es, wenn die Corona-Lage die dauerhafte Öffnung erlaubt, im Ziegeleisee-Freibad einen Dreischichtbetrieb: Gebadet werden kann entweder von 9 bis 11 oder von 12 bis 15 oder von 16 bis 20 Uhr. Und zwar, was die beiden Nachmittagstermine betrifft, nur nach vorheriger Online-Reservierung und -Bezahlung, und ganz grundsätzlich unter strenger Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln. Nach entspannten Badetagen oder gar einer Freibad-Partysaison hört sich das nun wirklich nicht an. „Es geht ums Schwimmen, nicht ums Wellnessbaden“, sagt denn auch Jörg Bay, der sich deshalb auch vorstellen kann, dass die Klientel eine etwas andere ist als in den Vorjahren, und der selber ganz gespannt ist, wie das coronabedingte Angebot angenommen wird.

Keine Online-Buchung für den Vormittagstermin

Die Besucherzahl von 900 pro Schicht errechnet sich aus den 9000 Quadratmetern Liegefläche und der Vorgabe, dass pro Badegast zehn Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen müssen, wobei natürlich auch da die üblichen Kontaktverbote  und -zugeständnisse gelten. Also: Eine Familie oder zwei nicht miteinander Verwandte dürfen gemeinsam eine gegebenenfalls auch etwas größere Fläche belegen – jeweils aber mit gebotenem Abstand zu den Nachbarn. So eng, dass es in dieser Beziehung Probleme geben könnte, dürfte es beim Vormittagstermin von 9 bis 11 Uhr, der vor allem für die berühmten Frühschwimmer und für ältere Herrschaften attraktiv sein dürfte, nicht zugehen. Weshalb es für diesen Termin auch keine Online-Buchung, die auch der Registrierung dient, braucht. Wer zu dieser Zeit baden oder schwimmen will, kommt einfach, füllt einen Registrierungszettel aus, zahlt bar an der Kasse – und schon geht’s unter die kalte Dusche und rein ins derzeit schon etwa 20 Grad warme Vergnügen. Um 11 Uhr ist Schluss, denn dann wird eine Stunde lang intensiv gereinigt und desinfiziert – was beispielsweise an Handgriffen und Einstiegshilfen während des Badebetriebs auch immer wieder passiert –, ehe um 12 Uhr die nächste Schicht und, nach einer wiederum einstündigen Reinigungspause ohne Badegäste, um 16 Uhr die dritte Schicht kommt.



Dauerkarten sind ungültig und können zurückgegeben werden

Auswirkungen auf die Eintrittspreise haben diese zeitlichen Einschränkungen nicht. Das Einzelticket kostet auch in dieser speziellen Badesaison 3,50 Euro, Kinder bezahlen weiterhin zwei Euro. „Das ist unser Corona-Aufschlag“, sagt der Bäderbetriebsleiter mit Verweis auf die zusätzlichen Herausforderungen, die sich vor allem auch im Personalaufwand niederschlagen, der in anderen Bädern wiederum zu deutlichen Preiserhöhungen führt. Neu ist, dass Saisonkarten keine Gültigkeit haben. Wer bereits eine Dauerkarte gekauft hat, kann sie zurückgeben und bekommt den Preis erstattet. Im Gegenzug bedeutet das, dass jeder einzelne Badebesuch separat gebucht und bezahlt werden muss, wobei es aber, je nachdem, mit welchem Vorlauf die einzelnen Badetage auf der Homepage des Ziegeleisee-Freibads beziehungsweise der Bäderbetriebe freigeschaltet sind, durchaus möglich ist, gleich Schichten für mehrere aufeinanderfolgende Tage zu buchen. Was aber nicht möglich ist: Reservierungen weiterzugeben oder einfach von einer früheren auf eine spätere Schicht zu wechseln und umgekehrt. Gebucht ist gebucht, und wenn ein Termin aus persönlichen oder Witterungsgründen nicht wahrgenommen werden kann – Pech gehabt. Wobei es auch in dieser Saison so sein wird, dass das Bad nur dann geöffnet ist, wenn die Wetterprognosen entsprechend gut sind.

„Es wird strenger geahndet, wenn geschubst oder getunkt wird“

Aber auch im Bad selber gibt es Einschränkungen und Regeln, die zwingend eingehalten werden müssen. So werden nur die Kaltwasserduschen rund um die Schwimmflächen in Betrieb sein, während die Warmwasserduschen in den Kabinen außer Betrieb bleiben – die Körperhygiene nach dem Baden muss also zu Hause stattfinden. Die Umkleidekabinen können, weil es nur Einzelkabinen gibt, genutzt werden, in den WCs und am Kiosk gelten die gängigen Abstandsregeln, es gilt aber wie in allen Bereichen, wo es enger zugeht, also auch im Ein- und Ausgangsbereich, Maskenpflicht. Die Spielfelder für Beachvolley- und Basketball bleiben gesperrt, nur die Tischtennisplatte wird freigegeben. Die Rutsche und der Sprungbereich werden aufgemacht, die Einhaltung der Abstandsregeln wird überwacht. Schließfächer stehen nur in stark reduzierter Anzahl zur Verfügung, was, wie Jörg Bay weiß, wie so vieles andere auch „suboptimal“ ist, weil die Badegäste einerseits ihre Buchung und Registrierung auf dem Handy gespeichert haben, es im Bad selber aber nicht sicher ablegen können. Im Wasser, so die Erwartung von Jörg Bay, sollte jeder selber darauf achten, dass man sich nicht zu nahe kommt, und die Eltern sind verpflichtet, auf ihre Kinder zu achten, weshalb Kinder unter zehn Jahren auch nur in Begleitung Erwachsener Zutritt haben. Der Kleinkinderspielbereich wird geöffnet, aber „es wird strenger als sonst geahndet, wenn geschubst oder getunkt wird“, kündigt Bay nicht zuletzt mit Blick aufs Kinderbecken an. Also bitte: „Kein Schwarmverhalten und kein wildes Treiben.“ Party im Freibad war gestern.

Kleine Bäder in Buhlbronn und Schlichten bleiben geschlossen

„Wir üben und lernen jetzt auch für andere Bäder“, sagt Jörg Bay, der sich mit Finanzbürgermeister Thorsten Englert darauf verständigt hat, dass das Oskar-Frech-Seebad (Hallenbad) und die Sauna Anfang August geöffnet werden, wenn sich die Corona-Lage bis dahin nicht wieder verschlechtert hat. Keinen Badebetrieb wird es in diesem Sommer in den kleinen Freibädern in Schlichten und Buhlbronn geben. Und zwar schlichtweg deshalb, weil der erforderliche personelle und damit auch finanzielle Aufwand nicht zu rechtfertigen wäre. Umso größer ist bei Bay und seinem Team die Freude, dass es zumindest mit dem Ziegeleisee-Freibad doch noch geklappt hat, was ja so vor ein paar Wochen auch noch nicht absehbar war. Ins gute Gefühl mischt sich aber, wie der Bäderbetriebsleiter einräumt, auch ein bisschen Unsicherheit: „Geht alles gut?“, ist die eine Frage, die ihn umtreibt. Und die andere, ob, wie und von wem das auf den ersten Blick doch sehr gewöhnungsbedürftige Konzept überhaupt angenommen wird.

Noch sind die Temperaturen nicht so, dass man zwingend ins Freibad muss, aber das soll sich in den nächsten Tagen ändern. Und da trifft es sich gut, dass am kommenden Montag, 15. Juni, der Badebetrieb im Ziegeleisee-Freibad startet. Allerdings unter gänzlich anderen Bedingungen, als Badegäste das gewohnt sind. Und deshalb wurde der Montag als Starttag auch bewusst gewählt, weil vieles, was dann gilt, erst einmal ausgetestet werden und sich in der Praxis bewähren muss. Und dafür, so sieht es

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