Rems-Murr-Kreis

Corona und die Folgen: Volksbank schließt weitere Filialen im Rems-Murr-Kreis

VOBA Geradstetten
Die Volksbank in Geradstetten ist wegen Corona geschlossen – und bleibt es. Foto: © Gabriel Habermann

Die Volksbank Stuttgart schließt acht weitere Filialen. Genauer gesagt: Die Niederlassungen öffnen sie nach den Sommerferien nicht mehr in der gewohnten Form. Die Entscheidung, vier Filialen in SB-Center und vier andere in Beratungszentren umzuwandeln, ist eine direkte Folge der Coronapandemie. Der Lockdown hat den Trend zu Online- und Telefonbanking weiter beschleunigt. „Die Nutzung der Filialen ist zurückgegangenen“, sagt Stefan Zeidler. Der Vorstandsvorsitzende ist nicht gerade erfreut, zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres die Schließung von Filialen verkünden zu müssen.

Die Entscheidung vom Oktober 2019, in diesem Jahr die Filialen in Schnait, Beinstein und Birkmannsweiler dichtzumachen und eine Reihe weiterer Filialen in SB-Center umzuwandeln, war vor Ort nur schwer verdaubar. In Schnait sammelten Bürger Unterschriften, in Beinstein protestierten Geschäftsleute und der Ortschaftsrat. Und auch in Birkmannsweiler sorgte die Schließung für Missfallen. Nun folgt der nächste Paukenschlag.

Diese acht Filialen werden zu SB-Centern oder Beratungsfilialen

  • Die Volksbank wandelt vier Niederlassungen in SB-Center um, und zwar Schorndorf-Haubersbronn, Remshalden-Geradstetten sowie Fellbach-Oeffingen (zum 1. Januar) und in Stuttgart die Calwer Straße.
  • Vier weitere Niederlassungen werden zu Beratungsfilialen mit SB-Automaten: Leutenbach-Weiler zum Stein, Winnenden-Schelmenholz, Fellbach (Berliner Platz) und in Stuttgart die Charlottenstraße am Olgaeck.

Corona verändert die Bankenlandschaft. Mitte März hat die Volksbank 21 kleine Filialen geschlossen. „Als Teil der Gesellschaft steht die Volksbank Stuttgart in der Verantwortung, Sorge für Kunden und Mitarbeiter zu tragen sowie alle notwendigen Maßnahmen zur Begrenzung des Infektionsrisikos umzusetzen“ erklärte Stefan Zeidler. 20 Niederlassungen blieben jedoch während des Lockdowns geöffnet.



Die Kundschaft der Volksbank hat sich schnell umgestellt, ergänzt Michael Huppert, das fürs Privatkundengeschäft zuständige Vorstandsmitglied. Schneller als erwartet. Die Kunden nutzen viel öfters ihren Onlinezugang oder riefen bei ihrer Volksbank an. „Die Kunden machen nicht weniger, aber anders.“ Die Volksbank schickte ihre Mitarbeiter aus den geschlossenen Filialen auch nicht in Kurzarbeit, sondern setzte sie im Kundendialogcenter ein, wo sie ihre Kunden berieten.

Aktuell sind noch 15 der 56 Volksbank-Filialen geschlossen. Sie sollten am 15. September wieder eröffnet werden. Sollten. Der Blick auf die Nutzung der wiedergeöffneten Filialen habe gezeigt, dass sich viel weniger Kunden in den Filialen blicken lassen als vor Corona. Zeidler spricht von einem zweistelligen Rückgang und zieht den Schluss: „Es macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn.“

Im vergangenen halben Jahr nahm die Zahl der Kunden mit einem Online-Zugang zwar nur um fünf Prozent zu, sagt Michael Huppert. Mit mehr als 50 Prozent weise die Volksbank jedoch bereits vor Corona eine sehr hohe Onlinequote auf. Auffällig sei hingegen die verstärkte Nutzung seit März. Sie schoss um die Hälfte nach oben.

Wird die Volks- zu einer Onlinebank? Nein, sagt Stefan Zeidler. Aber Online sei auch kein Trend, der eines Tages wieder vorübergehe. Darauf stelle sich die Volksbank ein und begründete im Oktober 2019 mit diesem Argument die Änderungen der Filialstrukturen. Zu den 56 Filialen kommen in Stuttgart und im Rems-Murr-Kreis 30 SB-Standorte und 16 Geldautomaten hinzu.

Beratung bleibe für die Bank der Dreh- und Angelpunkt. Dies habe die Coronazeit erneut gezeigt. Online hin oder her. Viele Kunden wandten sich an ihre Bank, um beispielsweise eine Bankvollmacht eintragen zu lassen. Vorsorge sei das große Thema in den Beratungen gewesen. Unterm Strich seien zwar weniger Geschäfte abgeschlossen worden, aber der Beratungsbedarf war anhaltend groß. Dies werde sich in der Bilanz 2020 bei den Provisionseinnahmen niederschlagen, sagt Zeidler. Die Volksbank schiele jedoch nicht auf Quartalszahlen, sondern habe das langfristige Geschäft im Blick. Und das basiere letztlich auf dem Kundenvertrauen.

Die Volksbank Stuttgart schließt acht weitere Filialen. Genauer gesagt: Die Niederlassungen öffnen sie nach den Sommerferien nicht mehr in der gewohnten Form. Die Entscheidung, vier Filialen in SB-Center und vier andere in Beratungszentren umzuwandeln, ist eine direkte Folge der Coronapandemie. Der Lockdown hat den Trend zu Online- und Telefonbanking weiter beschleunigt. „Die Nutzung der Filialen ist zurückgegangenen“, sagt Stefan Zeidler. Der Vorstandsvorsitzende ist nicht gerade erfreut,

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