Schorndorf

Darum geht bei der Löwenkeller-Ruine nichts voran

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Arthur Beisswanger hofft, dass er den Schutt nach dem Großbrand im Löwenkeller bis Anfang kommenden Jahres abräumen lassen kann. © ZVW/Gabriel Habermann
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Am Neubau nebenan werden schon die Erdgeschosswände hochgezogen. © Gabriel Habermann
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Ende 2020 soll das Mehrfamilienhaus, das die Beisswanger Grundstücksgesellschaft an der Göppinger Straße baut, bezugsfertig sein.

Schorndorf.
Der Brand im Löwenkeller Mitte April war verheerend. Wie damals dichter Qualm über ganz Schorndorf hing und die Feuerwehr die Flammen erst nach vielen Stunden löschen konnte, das wird Arthur Beisswanger so schnell nicht vergessen. Und sieben Monate später: Es tut sich zwar was auf dem Nachbargrundstück, den riesigen Schutthaufen in der Brandruine kann die Beisswanger-Grundstücksgesellschaft aber vorerst nicht abräumen.

Und das Feuer war nicht nur zerstörerisch, es hat auch alle Pläne der Beisswanger-Grundstücksgesellschaft durcheinandergebracht, die den vorderen Bereich des ehemaligen Löwenkellers umbauen und den hinteren Gebäudeteil im Bestand sanieren lassen wollte. „Kurioserweise“, sagt Arthur Beisswanger, hat es dann ausgerechnet in diesem hinteren Teil gebrannt. Und zwar so verheerend, dass während der Löscharbeiten am 16. April ein Abbruchunternehmen anrücken musste, damit die Feuerwehr überhaupt an die Brandherde im Keller, in den Zwischendecken und den Verschalungen herankam. Und seitdem das Feuer gelöscht ist, hat sich an dem riesigen Schutthaufen eigentlich nur das getan: Illegale, über den Bauzaun entsorgte Matratzen und anderer Müll sind dazugekommen.

Baubeginn nebenan: Bezahlbare Wohnungen im Mehrfamilienhaus

Als sich abzeichnete, dass mit der Versicherung keine schnelle Einigung zustande kommt, hat die Beisswanger-Grundstücksgesellschaft umdisponiert: Der Kopfbau im ehemaligen Löwenkeller wurde bis auf weiteres zurückgestellt und das nebenan geplante dreigeschossige Mehrfamilienhaus vorgezogen. Im August war Baubeginn, bis Ende 2020 sollen die zehn Mietwohnungen bezugsfertig sein. Kernthema für Beisswanger ist: kleine, bezahlbare Wohnungen. Der Schwerpunkt liegt auf Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 60 Quadratmetern, ergänzt von drei größeren Einheiten.

Und auf der Löwenkeller-Ruine würde Beisswanger lieber heute als morgen aktiv werden: „Wir arbeiten mit Nachdruck dran.“ Doch solange die Versicherung kein grünes Licht gibt – diese Auskunft hat er bereits auch auf Anfragen der Stadt und der Nachbarschaft gegeben –, kann der Schutt nicht abtransportiert werden. Von der Staatsanwaltschaft hat Beisswanger seit seiner Aussage direkt nach dem Brand nichts mehr gehört. Mittlerweile, so die Auskunft von Polizeisprecher Holger Bienert, ist das Verfahren gegen unbekannt eingestellt: Wegen der zerstörerischen Wirkung der Flammen „konnte der Brandsachverständige keine Ursache mehr feststellen“.

Shaolinzentrum: Neuanfang in der Rainbrunnen-Sporthalle

Ein Glück, dass sich die fünf Leiharbeiterinnen und -arbeiter, die ohne Beisswangers Wissen in der Brandnacht in den von einem deutsch-türkischen Kulturverein genutzten Kellerräumen übernachtet haben, am Brandmorgen übers Treppenhaus und den Lichtschacht retten konnten. Hart hat das Feuer auch das Shaolinzentrum Qi Lu getroffen, das die Erdgeschossräume des hinteren Gebäudeteils genutzt hat: Lu Yuan, der die Kampfsportschule vor zwölf Jahren gegründet hat und 90 Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterrichtet, sind Inventar im Wert von 70 000 Euro und alle schriftlichen Unterlagen seiner Schule verbrannt. Auf Vermittlung der Stadt Schorndorf ist er mit seinem Shaolinzentrum mittlerweile in der Rainbrunnen-Sporthalle untergekommen. Andere Räume zu mieten, das ist für ihn unerschwinglich.

Auch für die Beisswanger Grundstücksgesellschaft geht es nach dem Brand ums Geld – auch wenn die Versicherung den Schaden begleichen wird: Angesichts permanent steigender Baupreise macht jede Verzögerung die Umbaupläne teurer: Die ursprüngliche Idee, im hinteren Gebäudeteil Loftwohnungen einzurichten, lässt sich nicht mehr realisieren: „Wir fangen jetzt wieder bei null an“, sagt Beisswanger und musste schon bei diesem Bauprojekt einige Geduld aufbringen: Die Bauanfrage ist vier Jahre alt. Nachdem der Gestaltungsbeirat vor allem am Gebäuderiegel neben dem Löwenkeller einiges auszusetzen hatte, wurden Umplanungen notwendig. Und kaum war das Bauvorhaben genehmigt und ausgeschrieben, klagt Beisswanger, „kam das Feuer dazwischen“.


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Der Brand im Löwenkeller Mitte April war verheerend. Wie damals dichter Qualm über ganz Schorndorf hing und die Feuerwehr die Flammen erst nach vielen Stunden löschen konnte, das wird Arthur Beisswanger so schnell nicht vergessen. Und sieben Monate später: Es tut sich zwar was auf dem Nachbargrundstück, den riesigen Schutthaufen in der Brandruine kann die Beisswanger-Grundstücksgesellschaft aber vorerst nicht

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