Schorndorf

Das ist zu tun, wenn Sie in Schorndorf einen verletzten Igel finden

Igel im Laub
Igel treiben sich im Herbst oft in Gärten herum. Wenn die nachtaktiven Tiere aber tagsüber unterwegs sind, ist das kein gute Zeichen. © pixabay

Ob Igel, Vögel oder Eichhörnchen - immer wieder finden wir im städtischen Raum hilflose, kranke oder gar verletzte Wildtiere. Oft steht man hilflos daneben und weiß nicht, was man für diese Tiere tun kann. Braucht es überhaupt meine Hilfe? Darf ich es anfassen? Muss ich den Jäger, einen Tierarzt oder gar die Polizei verständigen?

Zunächst einmal muss zwischen einem Wildtierfund und einem Wildunfall unterschieden werden. Wer im Straßenverkehr ein Reh, ein Wildschwein oder einen Fuchs anfährt, muss laut Stadtförster Julian Schmitt die Polizei verständigen. „Die Einsatzzentrale der Polizei kann dann bei Bedarf den Jagdpächter über ihr System ausfindig machen und anrufen.“

Tierschutzverein hilft oder vermittelt

Wer allerdings ein anscheinend verletztes oder krankes Tier im Wohngebiet oder im eigenen Garten findet, soll dieses zuerst aus der Ferne beobachten. Das empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund. Denn nicht immer braucht ein Tier menschliche Hilfe, es sei denn, es ist Gefahr im Verzug. „Nur verwaiste Jungtiere, verletzte oder kranke Tiere sind wirklich hilfsbedürftig“, erklärt der Tierschutzbund auf seiner Website.

Wenn allerdings Not am Mann ist, empfiehlt der Tierschutzbund, Kontakt zum örtlichen Tierschutzverein aufzunehmen. „Auch wenn dieser selber keine Aufnahmemöglichkeit haben sollte, können die Mitarbeiter doch meist gute Pflegeadressen oder Auffangstationen in der Nähe vermitteln.“

In Schorndorf ist die erste Anlaufstation für solche Fälle der Tierschutzverein. Dieser nimmt nicht nur Hunde, Katzen und Kaninchen, sondern auch kranke Wildtiere auf. „Gerade im Herbst sind viele Jungigel unterwegs“, erklärt Sabine Hermann vom Tierschutzverein. Allerdings weiß auch sie: "Man sollte die Tiere nicht ohne Not einsammeln.“ Manchmal brauchen sie nämlich gar keine menschliche Hilfe. Bei Igeln gebe es im Herbst aber recht offensichtliche Anzeichen für Krankheiten: „Wenn sie tagsüber umherlaufen, stimmt etwas nicht.“ Denn Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere, die sich am Tag normalerweise verkriechen. Ebenso sei es ein schlechtes Zeichen, wenn „Außenparasiten“, wie Maden, am Igel erkennbar sind.

Ist das der Fall, kann man einen Igel ganz vorsichtig mit Handschuhen anfassen, sagt die Tierschutzverein-Vorständin. Wenn sich die Igel dann nicht instinktiv einrollen, sei das ein weiteres Indiz für eine Krankheit oder Verletzung. Für weitere Informationen verweist Sabine Hermann auf die Website igelverein.de der Igelfreunde Stuttgart und Umgebung. Diese Einrichtung kann unter anderem auch dabei helfen, wenn Menschen einen kranken Igel bei sich überwintern lassen wollen. Mit dieser und vielen weiteren Wildtier-Auffangstationen kooperiert der Tierschutzverein nämlich.

Denn das Tierheim hat nur begrenzte Kapazitäten und kann nicht unendlich viele Tiere aufnehmen. Trotzdem agiert der Verein gerne als Vermittler. Wer also nicht weiter weiß, kann sich in jedem Fall beim Tierschutzverein unter 0 71 81/6 85 73 oder tierheim@tierschutzverein-schorndorf.de melden.

Große Wildtiere: Stadtjäger sind zuständig

Doch nicht nur Igel laufen zurzeit oft hilfesuchend in den Wohngebieten umher. Immer öfter bekommt der Tierschutzverein von Eichhörnchen mit, die sich nicht natürlich verhalten. Sabine Hermann berichtet von zutraulichen Eichhörnchen, die auf die Menschen zugehen und sie sogar berühren. „Normalerweise sind das Fluchttiere. Wenn sie auf den Menschen zugehen, ist das ein Zeichen, dass sie Hilfe brauchen.“ Entweder handele es sich um körperliche Probleme oder um orientierungslose Jungtiere. Denn Eichhörnchen-Mütter verlassen ihre Jungen nach etwa vier Monaten und überlassen sie ihrem Schicksal. Menschen wissen dann meist nicht, wie sie reagieren können. Wer derartige Beobachtungen macht, könne sich jederzeit beim Tierschutzverein, aber auch bei der Eichhörnchenhilfe Stuttgart (Telefon 07 00/20 02 00 12) melden.

Für größere Tiere wie kranke Füchse, Waschbären oder Dachse, die auf einem Privatgrundstück gefunden werden, sind laut Stadtförster Julian Schmitt die kürzlich eingesetzten Stadtjäger Andreas Bader und Julian Wiederhold zuständig. Andreas Bader erreicht man aktuell telefonisch unter 01 70/5 41 13 91 oder per E-Mail an bader_andreas@gmx.net. Julian Wiederholds Telefonnummer und E-Mail-Adresse wird die Stadt erst im Oktober veröffentlichen (wir berichteten). Außerhalb des Stadtgebiets sei der jeweilige Jagdpächter für die Tiere zuständig.

Greifvögel müssen bei Auffangstationen abgegeben werden

Das Online-Portal „Ein Herz für Tiere“ gibt nützliche Notfall-Tipps für die Tierrettung anderer Spezies. Denn nicht immer ist sofort ein Experte greifbar. Ist ein junger Vogel aus dem Nest gefallen, soll man diesen vorsichtig in die Hand nehmen und, wenn möglich, zurück ins Nest setzen. Wer allerdings einen Greifvogel oder eine Eule findet, ist verpflichtet, diese in eine Wildvogelstation zu bringen. Auch dorthin kann der Tierschutzverein vermitteln.

Und wessen Katze einen jungen Feldhasen verschleppt hat, sollte diesen zunächst auf Verletzungen prüfen. Weiter heißt es: „Ist der junge Hase unverletzt und ist Ihnen bekannt, an welchem Ort der Hase von der Katze aufgegriffen wurde, dann bringen Sie das Tier dorthin zurück.“ Um menschlichen Geruch zu beseitigen, sollte der Hase vorsichtig mit Gras abgerubbelt werden.

Ob Igel, Vögel oder Eichhörnchen - immer wieder finden wir im städtischen Raum hilflose, kranke oder gar verletzte Wildtiere. Oft steht man hilflos daneben und weiß nicht, was man für diese Tiere tun kann. Braucht es überhaupt meine Hilfe? Darf ich es anfassen? Muss ich den Jäger, einen Tierarzt oder gar die Polizei verständigen?

Zunächst einmal muss zwischen einem Wildtierfund und einem Wildunfall unterschieden werden. Wer im Straßenverkehr ein Reh, ein Wildschwein oder einen Fuchs

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