Schorndorf

Das Urbacher Ferrari-Museum

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Woran denkt der Betrachter, wenn er dieses Foto sieht? Natürlich! An ein Fachgeschäft für Parkett-Böden. Dort präsentiert Vincenzo di Carlo seine Ferrari-Sammlung. © ZVW
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Ältere Flitzer. © Jamuna Siehler
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Modelle, Bilder, Figuren und Helme, die Formel-1-Fahrer getragen haben. © Jamuna Siehler
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Liebevoll hat der Urbacher Geschäftsmann seine Vitrinen dekoriert. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler
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Der Ausstellungsraum der Firma „Di Carlo Parkett- und Fußbodentechnik“ in Urbach ist ein Ferrari-Museum. © Jamuna Siehler

Urbach. Vincenzo Di Carlo kann wohl für sich in Anspruch nehmen, die ungewöhnlichste Parkett- und Fußbodenausstellung Deutschlands – vielleicht der Welt – zu besitzen. Wer sich bei ihm über Fußböden informieren möchte, sieht erstmal rot, ferrarirot. Als „50 Prozent Parkett-Ausstellung und 50 Prozent Ferrari-Ausstellung“ bezeichnet er seinen Verkaufsraum, der ein Museum ist. Vor 40 Jahren ging’s los.

Damals schenkte sein Vater dem Fünfjährigen ein Modell von Ferrari, Maßstab 1:43, Fahrer war seinerzeit Wolfgang Graf Berghe von Trips, wie der Firmeninhaber sich erinnert. Und dann hat er eben immer mal wieder ein Modell geschenkt bekommen oder sich selbst mit einem Ferrari-Utensil belohnt, wenn er in den beruflichen Anfangsjahren einen Auftrag an Land gezogen hatte. Auf 600 Einzelteile bringt es seine Sammlung. Manche Kleinteile haben den Wert eines sehr ordentlichen Kleinwagens. Denn Vincenzo Di Carlos Sammelleidenschaft kennt scheinbar kein Ende.

Wer das Geschäft in Urbach betritt, wird wahrscheinlich kurz vergessen, warum er den Laden aufgesucht hat. Denn statt Parkett denkt der Besucher wohl eher an Gummireifen, Asphalt und rote Formel-1-Boliden. Im Oktober zog Di Carlo von Plüderhausen in den Neubau nach Urbach. Das Cockpit von Vincenzo Di Carlo befindet sich im ersten Stock. Von dort hat er einen Blick auf die Fußboden-Ausstellung und auf die Vitrinen seiner ambitionierten Ferrari-Sammlung. Doch nicht nur dort tummeln sich rote Sammlerstücke. Neben dem Parkett-Staubsauger stehen Gummireifen, natürlich Originalteile. Neben verschiedenen Parkettböden hängen Overalls von Rennfahrern. Michael Schumacher, Eddie Irvine und Rubens Barrichello haben sie getragen. Di Carlo zeigt am Stoff, dass es sich um Originale handelt. Viele Gegenstände sind zertifiziert. Der gebürtige Schorndorfer ersteigert Originalteile im Internet. So hängt in seinem Parkett-Geschäft der Frontflügel eines Formel-1-Ferraris, den Michael Schumacher in einem Rennen steuerte. „Ein ganz seltenes Stück“, freut sich Di Carlo und die Freude ist ihm anzusehen. Natürlich genieße er immer wieder gerne den Anblick seiner Sammlung, pilgert entlang den Vitrinen durch sein Geschäft und begutachtet die Handschuhe, Modelle, Motor- und Karosserie-Teile, Autogramme, Schumacher-Figuren, Helme (unter anderem von Niki Lauda), Kopfhörer, Lenkräder, Reifen, Mützen, Kotflügel, Tassen, Felgen, Bilder, Fotos, Poster, Außenspiegel, Schuhe, Hemden und und und.

„Normalerweise kaufst du das und behältst es“

Ein Motorteil des roten Wagens, den Fernando Alonso 2010 fuhr, hängt an der Wand. Der Wert vieler seiner Einzelstücke steige. Sie zu ersteigern, sei gar nicht einfach. Bei Teilen der Fahrzeuge ist die Erklärung leicht: Davon gibt’s nicht viele. Offizielle Modelle sind limitiert. Das steigert den Wert. Wobei Di Carlo betont, er wolle nichts verkaufen. „Normalerweise kaufst du das und behältst es. Das Schöne ist, das ist etwas Einzigartiges“, sagt er, und blickt sich in seinem Geschäft um. „Diese Konstellation zwischen Museum und Parkett-Ausstellung ist einmalig!“

Er spricht vom „Mythos Ferrari“, der seine Sammelleidenschaft seit 40 Jahren befeuert. „Ich habe bloß ein Hobby und lebe bescheiden.“ Er kauft und ersteigert im Internet, hat Beziehungen und Freunde, die ihm Tipps geben und helfen. Sein Lieblingsfahrer ist Michael Schumacher. Von Sebastian Vettel, seit 2015 trägt der Rot, hat er bereits ebenfalls ein paar Sachen ersteigert. Doch Schumacher steht über allen. Dessen Autogramm ziert viele Exponate. Schumi habe er mal auf einer Teststrecke fahren sehen. Er sammelt nicht nur Felgen und Reifen, er will auch sehen und hören, wie sie quietschen.

Eines seiner neuesten Stücke ist das Modell eines Rennwagentransporters von 1956. Und so erfreut sich Vincenzo di Carlo in seinem Geschäft immer wieder neu an den vielen roten Modellen. Auch sein Gabelstapler ist von Ferrari. Na ja. Er ist rot. Und hat einen Ferrari-Aufkleber.

Zehn Prozent

Jeder zehnte Besucher schaue wohl bloß bei ihm vorbei, um einen Blick auf die Ferrari-Sammlung zu werfen. „Die gucken und staunen“, freut sich Di Carlo. Klar, so ein Ferrari-Museum ist sicher nicht verkaufsschädigend und zieht potenzielle Kunden an. Verlangt er bald Eintritt? Nein, antwortet er und lacht. Die Ferrari-Ausstellung bleibe öffentlich zugänglich.