Schorndorf

Deshalb fiel drei Stunden lang der Strom aus

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Immer wieder kommt es beim Strom zu Ausfällen - ganz normal, aber unangenehm für die Betroffenen. © Jonas Glaubitz/Fotolia

Remshalden. Wenn der Strom weg ist, wird es brenzlig. Beim einen taut der Kühlschrank ab, beim anderen ist das Internet tot. Rund drei Stunden waren am Samstag 25 Trafostationen im Raum Remshalden außer Gefecht. Grund war ein Defekt an einer Überspannungsleitung.

Über das Remstalwerk ist in jüngster Zeit viel diskutiert worden: Mehrere Male fiel innerhalb eines Jahres der Strom aus. Mal war es ein Bagger, der die Leitung anknabberte, dann fiel ein Schalter im Niedrigspannungsnetz aus, mal streikte eine Versorgungsleitung. Hat die EnBW ein marodes Netz übergeben? Das war dann schnell die Frage. Remstalwerk-Geschäftsführerin Gabriele Laxander sagt diesmal: „Das war jetzt ein ganz normaler Vorfall.“ Eine Überspannungsleitung war defekt, was zu einer Abschaltung führte. „Eine ganz normale Abnutzungserscheinung.“ Um das Kabel auszutauschen, musste gestern noch einmal der Strom im Bauersberger Hof und im Rollhof abgeschaltet werden, die nicht im Ring versorgt sind.

Nach einer Stunde 60 Prozent der Haushalte wieder am Netz

Durch die Ringschaltung könne die defekte Stelle nämlich rasch umgangen werden - sofern sie einmal identifiziert ist. So waren auch am Samstag nach einer Stunde 60 Prozent der Haushalte wieder am Stromnetz angeschlossen, bei den anderen Stellen habe es dann tatsächlich zwei bis fast drei Stunden gedauert.

Dass Defekte in Kabeln auftreten, sei ein normaler Vorgang, betont Laxander. Meist werde das Kabel beschädigt, so dass Wasser eindringe und so zu einem Kurzschluss führe. Dies passiere auch bei Erdkabeln. Zum Beispiel, wenn durch Trockenperioden oder Frost das Erdreich in Bewegung komme, dann nämlich würden auch die Kabel ihre Lage verändern. Wenn ein spitzer Stein im Weg sei, könne es zu Beschädigungen kommen. Natürlich würden die Leitungen auf Sand verlegt, trotzdem könne es zu solchen Vorfällen kommen.

Ältere Kabel - "normale Abnutzungen"

Die Stadtwerke Schorndorf hätten bei der Fehlersuche jedenfalls gute und schnelle Arbeit geleistet, lobte Laxander. Sie wisse, dass Stromausfälle im Bereich der Remstalwerke zurzeit ein sensibles Thema seien, weil es mehrere Störungen gab. Und natürlich sei es „kein neues Netz“, was man da übernommen habe. Da lägen auch ältere Kabel. Dennoch gebe es normale Abnutzungen.

Dass in diesem Fall so viele Haushalte betroffen waren, lag daran, dass der Fehler im Mittelspannungsbereich von 10 000 Volt auftrat. Denn dieser Bereich sei mit den Trafo-Stationen verbunden, so dass die Störung des Mittelspannungsnetzes das Ortsnetz von Remshalden-Grunbach und Geradstetten betraf. Die Störung trat gegen 10.25 Uhr auf und es waren 25 Trafo-Stationen davon betroffen. Die ersten Kunden konnten wieder ab 11.50 Uhr mit Elektrizität versorgt werden. Um 13.20 Uhr konnten alle Verbraucher, bis auf zwei Trafo-Stationen, wieder an das Netz angeschlossen werden. Mit Hochdruck wurde dann an den beiden verbleibenden Stationen gearbeitet.


Chronologie der Störungen 2018

Ein technischer Defekt an einer 10-Kilovolt-Leitung führte im Mai 2018 Uhr zu einer Störung im 10-Kilovolt-Netz des Kernener Ortsteils Stetten. Betroffen war das komplette Ortsgebiet. Nach Sonnenuntergang lag der Flecken stundenlang im Dunkeln, ausgenommen die Diakonie und die Freiwillige Feuerwehr, die beide über Notaggregate verfügen.

Im September dann war in Teilen von Urbach und auf dem Plüderhäuser Plüderwiesenhof der Strom ausgefallen. Durch einen Baggerbiss zwischen der Bachstraße in Urbach und dem Umspannwerk in Schorndorf war eine Zehn-Kilovolt-Leitung beschädigt worden.

Wenige Tage später hatten Teile von Winterbach und Remshalden kurzzeitig keinen Strom. Bei Arbeiten an der Trafo-Station im Neubaugebiet Breitwiesen in Remshalden war ein Zehn-Kilovolt-Mittelspannungsfehler aufgetreten.

Zwei Mal hintereinander fiel dann im November der Strom in Stetten und Rommelshausen  längere Zeit aus.

Kurzfristig flammte die Debatte darüber auf, ob das Netz zu marode sei. Der Geschäftsführer der Netze BW wies die Vorwürfe damals intern als „Quatsch“ zurück. Remstalwerk-Geschäftsführerin Gabriele Laxander die Netze BW zuvor kritisiert.