Schorndorf

Die Fuchshofschule bleibt am seitherigen Standort  und wird saniert

ACHTUNG UNBEARBEITET Luftbilder 2011
Eingebettet in die Fuchshof-Siedlung liegt es da, das Areal der Fuchshofschule mit den fünf Pavillonbauten. Jetzt soll die Schullandschaft sogar noch um einen Neubau erweitert werden. © Gabriel Habermann

Wir erinnern uns: Als Oberbürgermeister Matthias Klopfer im September 2018 im Technischen Ausschuss bekanntgegeben hat, dass das Landesdenkmalamt ernsthaft prüfe, ob die Fuchshofschule nicht als Kulturdenkmal eingestuft werden soll, da hat diese Nachricht gleichermaßen für ungläubiges Erstaunen als auch für Heiterkeit gesorgt. Damals war noch geplant, dass die Fuchshofschule nach Abschluss der Sanierung der Gottlieb-Daimler-Realschule – geplant 2022 – dichtgemacht und ins Schulzentrum Süd (Grauhalde) verlagert werden sollte, wogegen sich aber von vornherein Widerstand vor allem seitens der Eltern regte. Derweil waren bei der Verwaltung und im Gemeinderat schon Pläne gereift, das inmitten der Fuchshof-Siedlung liegende Areal als Wohnbaufläche auszuweisen und mit dem Verkauf von Bauplätzen viel Geld zu verdienen. Stattdessen muss die Stadt jetzt viel Geld investieren.

Als Ausweichquartier wird ein Neubau benötigt

Nachdem nämlich eine beim Fachbereich Gebäudemanagement in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ergeben hat, dass die fünf mittlerweile endgültig denkmalgeschützten Pavillons grundsätzlich sanierungsfähig sind, hat der Gemeinderat jetzt beschlossen, dass schon bis zum Beginn des Schuljahrs 2022/23 ein als Ausweichquartier und für die Ganztagsbetreuung benötigter Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von rund 850 Quadratmetern erstellt wird und dass dann nach und nach die fünf Pavillons saniert werden – je nach Haushaltslage entweder im Einjahresrhythmus bis 2027 oder im Zweijahresrhythmus bis 2032, wobei für Neubau und Sanierung Kosten in Höhe von insgesamt rund sechs Millionen Euro veranschlagt sind. Ebenfalls untersucht worden ist auch die Möglichkeit einer Translozierung, also des Rückbaus der Pavillons in einzelnen Modulen, deren Sanierung im Werk und des anschließenden Wiederaufbaus am alten Standort. Diese Alternative aber wurde vor allem deshalb nicht ernsthaft weiterverfolgt, weil mit einer Zustimmung des Landesdenkmalamtes wegen der mit Ab- und Wiederaufbau verbundenen Risiken nicht zu rechnen gewesen wäre.



Eine Attraktion für bauhistorisch interessierte Touristen

Offensichtlich haben sich inzwischen auch die mit den neuen Gegebenheiten abgefunden, die zunächst einmal einen Umzug der Schule an einen neuen Standort favorisiert hatten und sich auf dem derzeitigen Schulgelände auch gut Wohnungen hätten vorstellen können. So wie SPD-Stadträtin Silke Olbrich, die jetzt versicherte, sie freue sich wirklich, dass der Schulstandort erhalten bleiben könne. Und die sich vorstellen könnte, dass das Kulturdenkmal Fuchshofschule in Zukunft zu einem Anziehungspunkt für bauhistorisch interessierte Touristen wird. In dieser Richtung noch etwas konkreter wurde GLS-Stadtrat Werner Neher, der von der Verwaltung geprüft haben will, ob die Fuchshofschule nicht auch im Zusammenhang mit der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA) eine Rolle spielen könnte. Auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer machte aus der Not, dass die Stadt das Areal nun doch nicht als Wohnbaufläche vermarkten kann und stattdessen selber kräftig investieren muss, eine Tugend. „Wenn wir damals schon gewusst hätten, was wir heute wissen, nämlich, dass die Schule so ein bedeutendes Kulturdenkmal ist, wäre ein Abbruch für uns nie ein Thema gewesen“, sagte er. Lob von CDU-Stadtrat Thorsten Leiter gab’s für den neuen Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, Klaus Konz, der auf einen Blick erfasst habe, „über welchen Schatz die Stadt da verfügt“. Aber auch für FDP/FW-Stadtrat Dr. Jochen Schäfer, der seinerzeit dem Gemeinderat noch nicht angehörte, war eigenem Bekunden zufolge „immer klar, dass die Schule als Bildungseinrichtung und baulich etwas Besonderes darstellt“. Weshalb er auch nie verstanden habe, „wie man da über einen Abriss nachdenken konnte“.

CDU-Fraktion will schnellstmöglich den offenen Ganztagesbetrieb

Beim geplanten Neubau waren sich mit Ausnahme der AfD-Fraktion, die sich laut Franz Laslo über den Erhalt der Schule am seitherigen Standort freut, die dringend gebotene Sanierung aber gleichwohl ablehnte, alle einig, dass es, wie Grünen-Fraktionschef Ulrich Kost sagte, richtig sei, auf die 850-Quadratmeter-Lösung hinzuarbeiten. Nicht zuletzt im Hinblick auf die angestrebte Ganztages-Betreuung, die nach den Vorstellungen der Schulleitung aber erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten hätte kommen sollen. Der Gemeinderat stimmte aber einem Antrag der CDU-Fraktion zu, wonach die Fuchshofschule beauftragt wird, „schnellstmöglich ein pädagogisches Ganztageskonzept zu erstellen, damit nach Herstellung der räumlichen Voraussetzungen eine offene Ganztagesbetreuung plus an der Fuchshofschule eingerichtet werden kann“. Auch in der Fuchshofschule, in der bislang nur eine Kernzeitbetreuung angeboten wird, dürfe dieses Angebot künftig nicht fehlen, heißt es in dem CDU-Antrag, in dem davon ausgegangen wird, dass die räumlichen Voraussetzungen für die Einführung des neuen Angebots gegeben sind, wenn der Neubau fertiggestellt ist. Und auch der sollte, in Anlehnung an den Bestand, möglichst in modularer Bauweise realisiert werden, waren sich Thorsten Leiter und Fachbereichsleiter Konz mit Blick auf Kosten, Lärmvermeidung und Zeitgewinn einig. Und das, obwohl Leiter weiß, dass es für seinen die Fuchshofschule besuchenden Sohn nichts Schöneres gäbe als einen lärmenden Bagger.

AfD will keine Ganztagsbetreuung

Während Silke Olbrich und Einzelstadträtin Andrea Sieber schon über eine spätere Weiterentwicklung der Ganztagsbetreuung in Richtung rhythmisierter Unterricht beziehungsweise in eine verpflichtende Form nachdachten, erteilte AfD-Stadtrat Laslo der Ganztagesbetreuung, erst recht in gebundener Form, eine klare Absage. Seine beiden Kinder seien auch auf der Fuchshofschule gewesen und hätten dort auch ohne zusätzliche Betreuungsangebote „wunderbar gelernt“. Was sich daran zeige, dass seine Tochter selber Lehrerin und sein Sohn Pastor geworden seien.

Wir erinnern uns: Als Oberbürgermeister Matthias Klopfer im September 2018 im Technischen Ausschuss bekanntgegeben hat, dass das Landesdenkmalamt ernsthaft prüfe, ob die Fuchshofschule nicht als Kulturdenkmal eingestuft werden soll, da hat diese Nachricht gleichermaßen für ungläubiges Erstaunen als auch für Heiterkeit gesorgt. Damals war noch geplant, dass die Fuchshofschule nach Abschluss der Sanierung der Gottlieb-Daimler-Realschule – geplant 2022 – dichtgemacht und ins Schulzentrum Süd

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