Schorndorf

Die Schorndorfer OB-Kandidaten im Jugendtest

Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl in Schorndorf
Acht Kandidaten stellten sich den Fragen der "Schorndorfer Jugend". © ZVW / Benjamin Büttner

Jugend zählt. Zumal das Wahlrecht zu Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg seit 2013 auf 16 Jahre herabgesetzt wurde. Bei der Entscheidung über das neue Stadtoberhaupt in einer Woche wird es also viele junge Erstwähler geben.

Wählen, aber wen? Wer steht für was? Und haben die Bewerber auch die Anliegen von Jugendlichen auf dem Schirm?

Punkten mit persönlichen Gegenständen aus dem Sportbereich

Das herauszufinden hatten nun Aktive des Hotspot-Jugendcafés und der Jugendinitiative Schorndorf (JIS) unter dem Titel „OB-Kandidierende klopfen an - Auf ein Wort mit der Schorndorfer Jugend“ zu einem gegenseitigen Kennenlernen in die Sporthalle Grauhalde geladen. Alle acht OB-Bewerber stellten sich dort vor und stellten sich dann den Fragen der etwa zwei Dutzend erschienen Jugendlichen.

„Heute habt ihr die Chance, eure Meinung zu äußern“, ermunterte einleitend die Moderatorin Theresa Fritz, die Bildungsreferentin des Eine-Welt-Ladens. Und Niclas Krebs vom JIS rief nachdrücklich zum Wählen auf: „Ihr habt alle das Wahlalter. Es ist ein Privileg zur Wahl gehen zu können.“

Markus Reiners: „Meine Ansage an die Jugend: ,Treibt Sport!'“

Es sollte auch persönlich werden. Die Kandidaten wurden vorab gebeten, einen für sie besonderen Gegenstand mitzubringen und zu erzählen, was er ihnen bedeutet. Gleich vier zogen dann die Jugendkarte mit einem Requisit aus dem sportlichen Bereich. Tobias Schwenk mit kleinem Handball: „Ich habe zehn Jahre in dieser Halle gespielt und möchte als Sprachrohr für Junge dienen.“ Markus Reiners hatte ein Kletterseil geschultert, mit dem er schon „auf großen Bergen“ war. Er bot der Jugend "den Dialog" und das Miteinander“ an, hatte aber auch eine Botschaft: „Meine Ansage an die Jugend: ,Treibt Sport!'“

Manuel Burbott zeigte eine Basecup des Vereins, in dem er Jugendtrainer ist und meinte: „Die Jugend ist mir ein wichtiges Anliegen. Aber Schorndorf ist auf ältere Menschen ausgelegt, das finde ich schade.“ Einen Volleyball hatte Dörte Schnitzer dabei. Seitdem sie 16 ist, spielt sie diesen Mannschaftssport. Für die Jugend wünschte sich die Klimaaktivistin vor allem „eine lebenswerte Zukunft“.

Horst Zwipp hob ein Tischmikrophon in die Höhe. Er hat in jungen Jahren bei einem Radiosender moderiert. „Von da an ging’s mit Musik weiter. Das hat mein Leben geprägt.“ Mit zwei Drumsticks bezog sich Bernd Hornikel, der in einer Band spielt, ebenfalls auf Musik. Er bekundete gegenüber den Jugendlichen „Interesse daran, wie ihr die Stadt seht“. Seine Empfehlung: „Ich kann euch nur raten, eure Träume zu erfüllen.“

Ein Wolfsfigürchen hatte Brigitte Aldinger dabei und erzählte von einer sie faszinierenden Begegnung mit diesen Tieren im Bayrischen Wald. Hatte Andreas Schneider etwas dabei? Jedenfalls stellte er sich beruflich als jemand vor, der sieben Jahre als Schulsozialarbeiter tätig war und schloss: „Ich denke, dass Jugendarbeit bei mir in guten Händen ist.“

In einer zweiten Runde sollten die Kandidatinnen und Kandidaten Fragen beantworten, die über die Sozialen Medien eingegangen waren. Darunter: „Wie attraktiv ist Schorndorf für die Jugend?“ Es antwortete Tobias Schwenk: „Nicht wirklich attraktiv. Es gibt keine Möglichkeit, sich zurückzuziehen.“ Bernd Hornikel bekam die Frage, welche Eigenschaften er am meisten an Jugendlichen schätze. Er erzählte von seinem 16-jährigen Sohn, der „sehr kritisch“ aber eben auch „ein fauler Hund“ sei, sich aber auch viele Gedanken über die Zukunft mache.

"Impulskontrolle" und "Umbau in eine postfossile Welt" als Schulfächer

„Wenn Sie ein Schulfach erfinden dürften, wie würde es heißen?“ Diese Frage ging an Andreas Schneider, der mit „Impulskontrolle“ Techniken anbieten würde, die helfen „mit Konfliktsituationen besser umzugehen“. Die Frage nach dem Schulfach wurde dann von einem Jugendlichen auch an Dörte Schnitzer gestellt. Ihre Antwort: „Umbau in eine postfossile Welt.“ Denn, so Schnitzer, „die Klimakrise ist eine Krise der fehlenden Kreativität. Wie könnt ihr euch eine andere Welt vorstellen? Da brauchen wir euch alle.“

In einem weiteren Teil des Treffens konnten die Jugendlichen, die an kleinen Tischen verteilten Kandidaten dann direkt befragen. Zum Abschluss gaben dann alle ein kurzes Statement ab, „was sie aus dem Abend mitgenommen haben". „Die Themen, die angesprochen wurden, sind auf einem hohen Niveau“, befand Schneider. Schnitzer warb für Engagement für’s Klima. Burbott sah „eine sehr interessierte Jugend“. Aldinger wünschte sich, dass „die Verwaltung die Jugend viel mehr einbeziehen“ müsse. Zwipp forderte in der Stadt ein „Gremium mit den Jugendlichen“. Schwenk lobte, „dass ihr eine starke Gemeinschaft seid“. Und Reiners sah ein „hohes Kreativpotential: Ihr seid gefordert, tragt es an uns heran!“

Am Ende fragten wir ein paar der Jugendlichen, wie sie das Treffen fanden und hörten: „Jetzt kennt man sie.“

Jugend zählt. Zumal das Wahlrecht zu Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg seit 2013 auf 16 Jahre herabgesetzt wurde. Bei der Entscheidung über das neue Stadtoberhaupt in einer Woche wird es also viele junge Erstwähler geben.

Wählen, aber wen? Wer steht für was? Und haben die Bewerber auch die Anliegen von Jugendlichen auf dem Schirm?

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