Schorndorf

Ehemalige Schorndorferin organisiert Rettungswagen aus Deutschland für Feuerwehr in Paraguay

Maria Elena Dubberke
Die Flagge Paraguays schmückt die Arbeitskleidung von Maria-Elena Dubberke. © Gabriel Habermann

Maria-Elena Dubberke ist mit 16 Jahren nach Paraguay ausgewandert und hat dort eine Feuerwehr gegründet. Jede Woche kämpft sie gegen die Flammen oder rettet Leben von Unfallopfern. Dafür hat sie sogar einen Rettungswagen aus Deutschland aufgetrieben. Bei einem Besuch in Schorndorf erzählt sie auch von der kritischen Corona-Lage im Nachbarland Brasiliens.

Die 20-Jährige nahm den Geburtstag einer Freundin zum Anlass, einen Besuch in Schorndorf abzustatten. Auch ihre Familie will sie, natürlich unter entsprechenden Corona-Regeln, treffen. In den vergangenen vier Jahren hat sie einiges in ihrer neuen Heimat Carlos-Pfannl bewegt. Seitdem sie 2019 zur Kommandantin vereidigt wurde, wächst ihre Feuerwehr von Jahr zu Jahr. Mittlerweile stehen 34 Einsatzkräfte unter ihrem Kommando. Allein in diesem Jahr sind zwölf neue hinzugekommen. Denn in der südamerikanischen Provinz gibt es mehr als genug Anlässe zum Löschen, Bergen und Retten. „Wir haben zwei Einsätze pro Woche, Tendenz steigend“, erzählt Maria-Elena Dubberke. Über ihre guten Kontakte zu Feuerwehren und Hilfsorganisationen in Deutschland organisierte sie vergangenes Jahr einen ausgemusterten Krankenwagen. Diese gibt es in Paraguay zwar auch, doch sie sind nicht zuverlässig erreichbar und fahren dann nur gegen sofortige Barzahlung.

Da die Feuerwehr von Carlos-Pfannl zu zahlreichen Verkehrsunfällen gerufen wird und dort auch Erste Hilfe leisten muss, ist der Rettungswagen ein Segen für die gesamte Region. „Wir sind 24 Stunden am Tag erreichbar und bringen Verletzte direkt ins Krankenhaus. Das war vorher nicht so.“ Wie Maria-Elena Dubberke erzählt, darf die Feuerwehr bei schlimmen Unfällen nicht intubieren, oder Infusionen legen. Dafür hat sie extra zwei Pfleger in ihrem Team, die die nötige Erlaubnis besitzen. Dadurch können die Unfallopfer bis zur ersten ärztlichen Versorgung im Krankenhaus am Leben gehalten werden.

Harte Tage in der Waldbrandsaison

Den Transport des Rettungswagens organisierte ein Spediteur aus Österreich, der so von Maria-Elenas Dubberkes Initiative begeistert war, dass er kurzerhand die Kosten übernommen hat. Des Weiteren hält sie stetig Kontakt zu verschiedenen Feuerwehrleuten aus Deutschland, die sie mit Ratschlägen und manchmal auch mit Spenden unterstützen. Diese braucht die Feuerwehr auch, denn die Einsätze sind teilweise sehr aufwendig. In der Waldbrandsaison zwischen August und Dezember rückt sie fast täglich aus. Der längste Einsatz hat ganze fünf Tage gedauert, erzählt Maria-Elena Dubberke. Dafür hat ihr Team sogar in der Kolonie von paraguayanischen Ureinwohnern übernachtet. Zudem pflegt die geborene Miedelsbacherin gute Kontakte zum Militär, das sie in Extremfällen mit einem Löschflugzeug unterstützt.

Vergangenes Jahr griff auch in Paraguay das Coronavirus um sich. Durch einen harten, sechsmonatigen Lockdown hatte das Land die Lage recht gut im Griff. „Doch mit der Grenzöffnung nach Brasilien geriet es außer Kontrolle“, sagt die Kommandantin. In Deutschland erreicht sie dann ein Bericht vom medizinischen Notstand. Wie ihr ein Kollege berichtet, können die Krankenhäuser aufgrund der Überlastung in den Intensivstationen teilweise keine Unfallopfer mehr versorgen. „Ich werde oft gefragt, ob ich nicht etwas machen kann, weil ich so gute Kontakte zum Krankenhaus habe. Aber die Kapazitäten sind völlig erschöpft“, erzählt sie nachdenklich. Das ohnehin schon relativ arme Land steht mit dem Rücken zur Wand.

Um sich selbst und ihre Kollegen zu schützen und vor allem einsatzfähig zu bleiben, organisiert Maria-Elena Dubberke noch in Deutschland Corona-Schnelltests, Masken und Schutzanzüge. Der Lieferant Anton Mariano aus Korb stellt unter anderem 500 Tests kostenlos zur Verfügung. „Damit meine Jungs sicher sind“, sagt sie. 200 davon sind bereits, wie die Kommandantin selbst, in Paraguay angekommen. Dort macht sie, neben ihrer Tätigkeit als „La Comandante“, eine Ausbildung zur Grafikdesignerin. Ein guter Ausgleich, bis der nächste Einsatz mit der Feuerwehr ruft.

Maria-Elena Dubberke ist mit 16 Jahren nach Paraguay ausgewandert und hat dort eine Feuerwehr gegründet. Jede Woche kämpft sie gegen die Flammen oder rettet Leben von Unfallopfern. Dafür hat sie sogar einen Rettungswagen aus Deutschland aufgetrieben. Bei einem Besuch in Schorndorf erzählt sie auch von der kritischen Corona-Lage im Nachbarland Brasiliens.

Die 20-Jährige nahm den Geburtstag einer Freundin zum Anlass, einen Besuch in Schorndorf abzustatten. Auch ihre Familie will sie,

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