Schorndorf

Ein Bild der Zerstörung nach Brand in Werkhalle in Schorndorf-Miedelsbach

BrandHanfwiesenstraße
Vom Feuer zerstört: die Halle in Miedelsbach. © Gabriel Habermann

Schwarz und verkohlt sind die Reste der ausgebrannten Werkhalle am Tag nach dem Feuer in der Hanfwiesenstraße. Kaum vorstellbar, dass hier vor kurzem noch gearbeitet wurde. Die Maschinen sind zerstört, Regale verbrannt, die Hallendecke droht einzustürzen. Ein beißender Rauch liegt in der Luft. Vor der Halle stehen Michael Haar, der Inhaber der abgebrannten Firma Haar, und Michaela Bäder vom Bagger-Unternehmen Bäder, wo Haar eine Halle gepachtet hatte. Beiden ist der Schock nach dem Brand noch ins Gesicht geschrieben. Der Anblick der zerstörten Halle ist schwer zu ertragen.

Im Urlaub vom Brand erfahren

„Das Lebenswerk ist zerstört“, sagt Michael Haar traurig. Er selbst hat von dem Brand im Urlaub erfahren. Sein Mitarbeiter und Schwager Oliver Zettel hatte ihn am Montag angerufen, als die Werkhalle in Flammen stand. Präzisionsdrehteile aus Kunststoff waren dort hergestellt worden, außer Michael Haar und Oliver Zettel waren noch eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter beschäftigt. Beide mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Mitarbeiterin kam mit einer Rauchvergiftung ins Schorndorfer Krankenhaus, ihr Kollege, der versucht hatte, den Brand mit einem Feuerlöscher zu löschen, war wegen seiner Brandwunden mit dem Hubschrauber nach Tübingen gebracht worden. Die gute Nachricht: „Beide Mitarbeiter sind zum Glück wieder aus dem Krankenhaus raus“, sagt Michael Haar. Eine dritte Person war offenbar nur leicht verletzt und vor Ort vom Rettungsdienst versorgt worden.

Wie es nun weitergeht? „Jetzt kommt erst mal der Gutachter“, sagt Michael Haar. Danach werde er versuchen, die Firma neu aufzubauen. Seine Fühler nach einer Ersatzhalle und neuen Maschinen, sagt er, hat er bereits ausgestreckt. Bei allem Schock und der Fassungslosigkeit: Michael Haar ist keiner, der so schnell aufgibt.

Die Wohnung fürs Erste unbewohnbar

Mit dem Brand und seinen Folgen müssen auch Michaela und Jochen Bäder klarkommen. In einem Teil der ausgebrannten Halle hatten sie eine Kehrmaschine und Kleingeräte untergebracht, vor allem aber ist ihre Wohnung im Haus, das direkt an die Halle angrenzt, fürs Erste unbewohnbar. Im Erdgeschoss war das Löschwasser gestanden, der Treppenaufgang ist schwarz verrußt, die Wohnung im oberen Stockwerk komplett verraucht. Die Nacht nach dem Brand haben sie in der Wohnung ihres Sohnes verbracht. Wie es ihnen geht? „Bescheiden“, sagt Michaela Bäder. Der Schock sitzt tief. „Heute“, sagt sie, „ist es noch schlimmer als gestern.“ Ein paar Kleider habe sie aus der Wohnung holen können, aber alles dort stinkt nach Rauch, sagt sie. Bis die Wohnung gereinigt und bewohnbar ist, müssen sie anderswo unterkommen. Ab Freitag können sie bei ihrer Schwägerin wohnen, die dann verreist.

Keine Hinweise auf Brandstiftung

Noch gibt es keine Erkenntnisse zur Brandursache. Nach Angaben von Polizeisprecher Rudolf Bihlmaier ermittelt das Polizeirevier Schorndorf, ein Sachverständiger wurde hinzugezogen. Ersten Erkenntnissen zufolge war der Brand im Hallenteil der Firma Haar ausgebrochen. „Das konnte man lokalisieren“, so der Polizeisprecher. Hinweise auf Brandstiftung gebe es nicht. Wie berichtet, war das Gebäude am Montag in Brand geraten, um 13.31 Uhr war der Notruf eingegangen. Als die Feuerwehr eintraf, stand die Werkhalle bereits in Flammen. Nach etwa einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle, die Ausbreitung des Brandes konnte verhindert werden. Die Wehr war mit rund 80 Kräften vor Ort, die Polizei war mit zehn Einsatzkräften, der Rettungsdienst mit 15 Helfern im Einsatz. Der Sachschaden liegt einer ersten Schätzung zufolge in Millionenhöhe.

Schwarz und verkohlt sind die Reste der ausgebrannten Werkhalle am Tag nach dem Feuer in der Hanfwiesenstraße. Kaum vorstellbar, dass hier vor kurzem noch gearbeitet wurde. Die Maschinen sind zerstört, Regale verbrannt, die Hallendecke droht einzustürzen. Ein beißender Rauch liegt in der Luft. Vor der Halle stehen Michael Haar, der Inhaber der abgebrannten Firma Haar, und Michaela Bäder vom Bagger-Unternehmen Bäder, wo Haar eine Halle gepachtet hatte. Beiden ist der Schock nach dem Brand

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