Schorndorf

Ein bisschen SchoWo-Feeling auch ohne große Show: So war der Freitagabend auf dem Marktplatz

NoShow SchoWo
Das SchoWo-Bähnle war am Freitag in der Schorndorfer Innenstadt und drumherum unterwegs, besetzt mit der Blaskapelle Charivari und eskortiert von historischen Feuerwehrfahrzeugen. © Benjamin Büttner

„Wir wollen den Leuten was bieten, damit sie nicht vergessen, dass es sowas gibt“, so fasst Jürgen Dobler, Vorstand der VG Schorndorfer Vereine, den Gedanken hinter dem fröhlichen Festchen am Freitagabend zusammen – das eigentlich kein Fest sein soll. Aber ein „minimaler Kompromiss“, wie Dobler sagt, um einen Hauch von SchoWo, die im zweiten Jahr in Folge nicht stattfinden kann, in die Stadt zu bringen. In der Praxis heißt das: lockeres Beisammensein, 200 bis 300 Menschen auf dem oberen Marktplatz, ein Stand der Stadtkapelle mit Wurst, Pommes und allem, was dazugehört, der Imbiss-Stand von Brutzel-Ole und einer mit SchoWo-Wein, ein paar Stehtische.

Aber irgendwas fehlt – „Eigentlich würde jetzt hier die Blasmusik spielen“, sagt Jürgen Dobler. Keine große SchoWo-Bühne steht am Rathaus, kein Fass wird angestochen, der Geräuschpegel kommt allein von den gut gelaunten Menschen, die sich Wein, Bier und Burger schmecken lassen.

Doch dann ist da doch plötzlich Musik: Die Blaskapelle Charivari dampft im SchoWo-Bähnle heran, eskortiert von vier historischen Feuerwehr-Fahrzeugen, Tatütata und Blaulicht. In den Oldtimern sitzen Familien, die mit der Blasmusik im Bähnle eine etwa 20-minütige Runde durch Schorndorf drehen, wobei es auch in die Wohngebiete aus der Innenstadt hinausgeht. Möglichst viele Schorndorfer sollen mitkriegen: Da geht was in der Stadt. Es ist eine Erinnerung: Es ist zwar nicht richtig SchoWo, aber die SchoWo lebt!

„Wir haben ja Respekt vor Corona“

Vorerst waren die Organisatoren von der VG Schorndorfer Vereine jedoch vorsichtig. „Wir haben ja Respekt vor Corona“, sagt Jürgen Dobler mit Blick über die Menschenmenge auf dem Marktplatz. Das seien so viele, dass er „corona-mäßig kein schlechtes Gewissen“ habe. Rechtlich ist die Sache nicht als Veranstaltung angemeldet, von der Aufstellung her läuft sie in Absprache mit dem Ordnungsamt in der gleichen Kategorie wie der Wochenmarkt.

Es ist ein To-Go-Verkauf, alles zum Mitnehmen. Auf den Stehtischen können sich die Leute mit der Luca-App einchecken. Masken müssten an den Tischen keine getragen werden, sagt Jürgen Dobler. Und beim Schlangestehen komme es eben auf die Vernunft der Leute an, dass sie Abstand halten oder Maske tragen.

Als nach der nächsten Runde die Blasmusik-Feuerwehr-Karawane wieder auf den Marktplatz einfährt, greift der Charivari-Partysänger zum Mikrofon: Um die SchoWo sei’s einfach traurig. „Aber ich finde, wir haben das Beste draus gemacht. Könnt ihr no bissle? Wir klatschen in die Hände!“ Und dann stimmt er an: „Hulapalu“ von Andreas Gabalier.

Ein Vorgeschmack auf das Hofbräu Regiment, das dann hoch oben auf dem Balkon der Skybar auftritt, sozusagen mit dem größtmöglichen Sicherheitsabstand. Der Funke springt auf die Entfernung nicht so recht über von der Partyband aufs Publikum, das auf dem Unteren Marktplatz steht, sitzt und vereinzelt mitschunkelt, singt oder tanzt. Die Leute scheinen eher ganz entspannt den Moment zu genießen, mit einem kalten Getränk oder einer Wurst in der Abendsonne. Als die hinter den Häusern der Schorndorfer Innenstadt verschwindet, ist dann auch bald Schluss mit Musik und Verkauf an den Ständen. Aber die Hoffnung bleibt, dass das, was die VG hier kurz aufleuchten lassen hat, kein Einzelfall bleibt und dass irgendwann auch wieder mehr möglich sein wird.

Noch etwas mehr Schowo am Samstag und Sonntag

Auch am Samstag, 17. Juli, gibt es den SchoWo-Wein beim Marktbrunnen zu kaufen. Die VG bekommt für jede Flasche einen Spenden-Euro von den Fellbacher Weingärtnern. Am Stand gibt es außerdem die SchoWo-Chronik.

Am Sonntag, 18. Juli, lädt der CVJM zum SchoWo-Café in den Garten des CVJM-Hauses und ins Martin-Luther-Haus ein. Beginn ist um 11 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück, bis 16 Uhr gibt es Kaffee, Kuchen und Eis. Die Plätze sind begrenzt.

Auch der CVJM-Gospelchor „Chocolate“ ist am SchoWo-Sonntag, pünktlich zum eigentlichen Termin des SchoWo-Gottesdienstes, aktiv: Im Hof der Versöhnungskirche sind zwei Gospel-Gottesdienste geplant, um 9.30 und um 11 Uhr.

Außerdem plant das Große Blasorchester Schorndorf am Sonntag, 18. Juli, von 11 bis 16 Uhr eine Open-Air-Veranstaltung rund um das Vereinsheim in der Lortzingstraße.

Und auch das gibt es noch: Zehn DJs streamen am Sonntag von 12 bis 22 Uhr live von der VIU-Skybar im Postturm einen DJ-Spenden-Marathon. Mitzuhören ist die Live-Disco unter twitch.tv/dj_marathon_de oder auf der Internetseite www.dj-marathon.de.

„Wir wollen den Leuten was bieten, damit sie nicht vergessen, dass es sowas gibt“, so fasst Jürgen Dobler, Vorstand der VG Schorndorfer Vereine, den Gedanken hinter dem fröhlichen Festchen am Freitagabend zusammen – das eigentlich kein Fest sein soll. Aber ein „minimaler Kompromiss“, wie Dobler sagt, um einen Hauch von SchoWo, die im zweiten Jahr in Folge nicht stattfinden kann, in die Stadt zu bringen. In der Praxis heißt das: lockeres Beisammensein, 200 bis 300 Menschen auf dem oberen

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper