Schorndorf

Ein "exzellenter Repräsentator der Stadt Schorndorf" geht: Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich offiziell verabschiedet

Hemmerich Abschied
Oberbürgermeister Matthias Klopfer würdigt in seinem Grußwort die Arbeit von Edgar Hemmerich (links). © Gaby Schneider

Ruhestand? Nein, in Rente werde er noch nicht gehen, sagt Edgar Hemmerich, dessen Amtszeit nach acht Jahren in Schorndorf als Erster Bürgermeister endet und der im Dezember 60 Jahre alt wird. „Drei Vorhaben“ habe er auf dem Tisch – will heißen, aufs Altenteil werde er sich nicht zurückziehen und sich für ein „Vorhaben“ entscheiden. Zwar spiele das Private die Hauptrolle, aber „irgendetwas werde noch hinzukommen“, sagt Hemmerich, ohne mehr zu verraten.

Bei der offiziellen Verabschiedung in der geschmückten Barbara-Künkelin-Halle war der Tenor zunächst eindeutig: endlich wieder eine Feier im kleinen Rahmen – mit den erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln in Zeiten von Corona. Viele Gäste waren erschienen, um Edgar Hemmerich mit lobenden und dankenden Worten zu verabschieden. „Am 31. Juli endet für Sie die Dienstzeit bei der Stadt Schorndorf als Erster Beigeordneter, und ein neuer Lebensabschnitt beginnt“, begann Oberbürgermeister Matthias Klopfer sein Grußwort. Ein Rückblick auf Tätigkeiten, Aufgaben und Herausforderungen in Wort und Bild folgten. Ein schwieriger Start sei es gewesen, so Klopfer, eine Zusammenarbeit mit Höhen und Tiefen, aber „immer ein kollegiales Miteinander mit mehr Höhen als Tiefen“ – auch wenn es im Dezernat 3 mal brenzlig wurde und auch wenn es mal hart zur Sache gegangen sei, habe man immer eine Lösung gefunden, so der OB.

Berufliche Laufbahn begann bei der Polizei

Der Werdegang Hemmerichs ist ihm bei seiner Arbeit in Schorndorf immer zugutegekommen. Im Jahr 1979 startete er seine berufliche Laufbahn bei der Polizei des Landes Baden-Württemberg. Zwei Jahre später setzte er seine Polizeikarriere beim Polizeipräsidium Stuttgart und ab 1996 beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg fort. Bei der Stadt Stuttgart leitete Hemmerich von 1999 bis 2007 eine Stabsstelle im Referat Recht, Sicherheit und Ordnung, bevor er im Jahr 2007 zum Bezirksvorsteher im Stadtbezirk Stuttgart/Plieningen und Birkach gewählt wurde. Dann, sechs Jahre später, am 1. August 2013, wurde Edgar Hemmerich als Erster Bürgermeister der Daimlerstadt ernannt. „Sie haben es damals geschafft, gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu bekommen“, erinnert sich Klopfer.

In vielen Aufgaben werde der 59-Jährige fehlen, denn vieles, was Hemmerich in seiner Amtszeit bewirkt habe, werde bleiben. Klopfer nennt Beispiele: Zur Verbesserung der Parkplatzsituation durch das Parkraumkonzept habe er unter anderem beigetragen. Dadurch konnte der Parkraum in der Innenstadt sowie im Umfeld der Rems-Murr-Klinik umstrukturiert werden, und man hat die Wohn- und Aufenthaltsqualität in den betroffenen Gebieten verbessert, das Falschparken wurde reduziert, ebenso der Parksuchverkehr. Außerdem wurden im Rahmen dessen Bewohner- und Besucherparkausweise sowie Parkausweise für Gewerbetreibende eingeführt.

Unter dem Motto „Weg vom Schreibtisch, raus auf die Straße“, um mehr personelle Präsenz zu zeigen, hat Hemmerich die Einführung des Kommunalen Ordnungsdienstes initiiert. Auch die gute Zusammenarbeit zur Bewältigung der Flüchtlingswelle 2015 erwähnte Klopfer, ebenso wie die Förderung der Teilhabe und der Verbesserung des Wohnumfeldes Wiesenstraße durch die Quartiersentwicklung. Feuerwehr, DRK und Polizei lagen Hemmerich ebenfalls am Herzen. Ein „exzellenter Repräsentator der Stadt“ sei er gewesen, mit dem richtigen Maß an Sozialkompetenz, mit fachlichem Know-how, mit Wertschätzung und Vertrauen. Lobende Worte auch aus den Reihen der Mitarbeiter: „Der Chef und der Mensch sind schwer zu trennen, da Herr Hemmerich auch sehr menschlich geführt hat. Er war nie eine hierarchische Führungskraft, die zeigen wollte, ‘ich bin Erster Bürgermeister’. Er konnte über vieles lachen und andere zum Lachen bringen, und auch in schweren Zeiten bei der Stadt Schorndorf hat er niemals Trübsal geblasen oder seine positive Ausstrahlung verloren. Ihm gelang es oft, dass sich Mitarbeitende kompetent und sicher gefühlt haben. Bei Schwächen gab er mehr als eine Chance. Mit Herrn Hemmerich zusammenzuarbeiten war stets offen, unkompliziert und lösungsorientiert.“

Zeit für die Familie und das Motorradfahren

Und parallel zum Hauptberuf engagierte sich Edgar Hemmerich in vielen Bereichen. Um einiges aufzuführen: Vorsitzender der Bürgerstiftung Schorndorf; Vorsitzender der Jugendmusikschule Schorndorf und Umgebung; Vorsitzender der Volkshochschule Schorndorf. Zudem das bürgerschaftliche Engagement: Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Schorndorf; Mitglied im Polizeisport-Förderverein Schorndorf und Mitglied im Familienzentrum Schorndorf.

Großen Dank für „gute Beiträge, für das kommunalpolitische Gespür und guten kollegialen Austausch“ überbrachte auch Urbachs Bürgermeisterin Martina Fehrlen im Namen der Kollegen. Hemmerich habe die Gemeinden „zu mehr gemacht als nur zu Nachbarn“. Seitens der Kirchenvertreter hörte der im Kreis Biberach geborene Hemmerich ebenso Dankes- und Lobesworte, wie vom Polizeirevier und von der Jugendmusikschule Schorndorf und Umgebung – diese verlieh der Verabschiedung den musikalischen Saxofon-Rahmen. Edgar Hemmerich, begleitet von seiner Familie, zeigte sich beeindruckt und gerührt zugleich von den Hymnen auf ihn. „Es gibt auch ein Leben außerhalb des Rathauses, und damit verabschiede ich mich nach 42 Jahren aus dem öffentlichen Dienst.“

Mehr Zeit für die Familie, für Haus und Garten und für seine Leidenschaft – das Motorradfahren – wolle er sich nehmen, so Hemmerich. Aber sich eben auch noch einer anderen Herausforderung stellen – im Home-Office –, die er jetzt noch nicht verrät. Die Zeit in Schorndorf habe er als spannend, herausfordernd und aufregend empfunden. Stolz sei er, Repräsentant der Stadt gewesen zu sein: „Ich habe vieles gelernt, mitgemacht, Fehler gemacht, bin dafür kritisiert worden, aber wieder aufgestanden, um es besser oder anders zu machen. Missen möchte ich diese acht Jahre keinesfalls“, so der scheidende Erste Bürgermeister, dessen Dank zum Schluss seiner Familie galt.

Am 1. August wird Thorsten Englert auf Wunsch des Gemeinderats nicht nur der Erste, sondern auch der einzige Beigeordnete der Stadt Schorndorf und ständiger Stellvertreter des Oberbürgermeisters und damit Nachfolger von Hemmerich. Dieser wünschte Englert mit den Worten „Ihnen wünsche ich eine glückliche Hand im neuen Amt“ alles Gute.

Ruhestand? Nein, in Rente werde er noch nicht gehen, sagt Edgar Hemmerich, dessen Amtszeit nach acht Jahren in Schorndorf als Erster Bürgermeister endet und der im Dezember 60 Jahre alt wird. „Drei Vorhaben“ habe er auf dem Tisch – will heißen, aufs Altenteil werde er sich nicht zurückziehen und sich für ein „Vorhaben“ entscheiden. Zwar spiele das Private die Hauptrolle, aber „irgendetwas werde noch hinzukommen“, sagt Hemmerich, ohne mehr zu verraten.

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