Schorndorf

Ein sprechender Mülleimer

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Der neue digitale Mülleimer steht am Unteren Marktplatz. © Laura Edenberger

Schorndorf.
Testweise hat die Stadt Schorndorf auf der Rückseite des Rathauses einen digitalen Mülleimer aufgestellt, der mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt beziehungsweise der Zentralen Dienste kommuniziert und sie wissen lässt, wie voll er ist und ob er geleert werden möchte. Das „Käpsele“ unter den Mülleimern meldet die Informationen über eine SIM-Karte, wie sie auch in einem Smartphone steckt, an die Stadt. Der Füllstand wird mit Hilfe von Infrarot-Messsensorik gemessen. Der Mülleimer hat nun eine Probezeit von zwei Monaten vor sich und muss in dieser Zeit zeigen, was er wirklich kann.

Eingebaute Presse

Der Behälter, in dem Mischa Allgaier, der stellvertretender Leiter des Fachbereichs Infrastruktur eher ein kleines Technikwunder sieht, quetscht den Müll aber auch zusammen. Mit 500 Kilogramm Gewicht drückt eine in den Eimer eingebaute Presse den Müll so zusammen, dass bis zu siebenmal mehr Inhalt in ihn hineingeht. Laut Allgaier sollen bis zu 700 Liter Müll aufgenommen werden können.

Dafür braucht der Behälter keinen Stromanschluss, er versorgt sich mit einem Solarpanel selbst. Das Gerät, das von der Schweizer Firma Antaswis hergestellt wird, hat aber auch seinen Preis: Mehrere Tausend Euro kostet einer der schlauen Mülleimer. Allgaier erklärt, dass man mit dem digitalen Mülleimer allerdings auch Kosten einsparen könne, da er seltener angefahren und geleert werden müsse. Er ist ganz begeistert von dem Gerät, das nun auf dem Unteren Marktplatz steht: „So treibt man die Digitalisierung voran“, sagt er. Mit dem Gerät könnten er und seine Kollegen auch Daten über das Müllaufkommen sammeln, erklärt er. Bisher hat die Stadt den Behälter nur gemietet, ob sie irgendwann mehrere Exemplare beschaffen wird, ist noch unklar und hängt auch von den Erfahrungen der nächsten Wochen ab.