Schorndorf

Ein Wahlkrimi: Matthias Klopfer gewinnt knapp die OB-Wahl in Esslingen

Klopfer siegt
Matthias Klopfer wurde zum Oberbürgermeister in Esslingen gewählt. © Palmizi

Der neue Oberbürgermeister von Esslingen heißt Matthias Klopfer. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen holte er 49,5 Prozent der Stimmen, sein Kontrahent Daniel Töpfer kam auf 48,1 Prozent. Gabriela Letzing gewann 2,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,3 Prozent. Bis zuletzt war offen gewesen, wer den Kampf um den Sessel des Esslinger Oberbürgermeisters gewinnen würde: der 53-jährige Matthias Klopfer, der auf seine langjährige Erfahrung als Stadtchef setzen konnte oder der 32-jährige Daniel Töpfer, Bürgermeister aus Weissach, der viel von Aufbruch und Neuanfang sprach. Klopfer holte 13 063 Stimmen, Töpfer kam auf 12 700 Stimmen.

18 Uhr im Neckarforum in Esslingen. Noch deutet nichts auf den den Wahlkrimi hin, der hier bis 19.15 Uhr stattfinden wird. Nur wenige Plätze sind besetzt, peu à peu trudeln die Beobachter ein. Doch viele Plätze sind leer und werden es bleiben. Dann flimmern die ersten Hochrechnungen über den Saalmonitor. Schnell zeigt sich: Die beiden Balken, der rote, der Klopfers Ergebnis anzeigt, und der schwarze, der für Daniel Töpfer steht, liegen dicht beieinander. „Es wird eng“, prognostiziert Stefan Altenberger, Ex-Bürgermeister von Kernen, Ex-Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung in Schorndorf und jetziger Erster Beigeordneter in Gerlingen. Altenberger wird recht behalten. Um 18.15 Uhr liegt Matthias Klopfer bei 50,4, Daniel Töpfer bei 48,7 Prozent. Kurz darauf wird fast ein Gleichstand angezeigt. Dann rutscht Klopfer ab auf 44,3 Prozent, Töpfer steigt auf 53 Prozent, kurz darauf ist es fast genau andersrum: Der Schorndorfer liegt wieder bei 51,5 Prozent, sein Kontrahent bei 46,4 Prozent.

2006 wurde Klopfer in Schorndorf mit 250 Stimmen Vorsprung gewählt

Es ist ein Krimi und ein Zittern, das auch nicht aufhört, als immer mehr Wahllokale ausgezählt sind. „Drei Prozent Unterschied reichen zum Gewinnen“, sagt ein Wahlbeobachter am Rande. Doch am Ende wird der Unterschied sogar noch kleiner ausfallen. Um 18.45 Uhr trifft Matthias Klopfer mit seiner Ehefrau Anni Betz und Sohn Simon ein. Herr Klopfer, wie fühlen Sie sich? „Das bräuchte ich ehrlicherweise nicht“, sagt dieser mit Blick auf den Monitor. Allerdings ist ihm die Situation nicht neu. 2006 habe er bei seiner Wahl zum Schorndorfer Oberbürgermeister eine ähnliche Zitterpartie erlebt: „Da habe ich mit rund 250 Stimmen gewonnen“, erinnert er sich. „Ich kenne diese Situation.“ Dann ist es 19.15 Uhr, die letzten Wahlbezirke sind ausgezählt. Applaus brandet auf. Erster Bürgermeister Ingo Rust verkündet das Ergebnis: Matthias Klopfer hat gewonnen. Der scheidende OB Jürgen Zieger gratuliert und überreicht Blumen für Anni Betz. Dann steht der scheidende Schorndorfer und soeben gekürte neue Esslinger OB auf der Bühne, dankt seinen Unterstützern, seiner Familie – und beglückwünscht auch Daniel Töpfer zu dessen gutem Ergebnis. 363 Stimmen Unterschied: „Es war ein Wimpernschlag“, räumt Klopfer ein. Jetzt aber ist er glücklich und dankbar, Verantwortung für die schöne Stadt übernehmen zu dürfen. „Ich breite die Arme aus“, sagt er. Mit allen gemeinsam wolle er Politik gestalten – auch mit denen, die ihn nicht gewählt haben. „Ich bin ein Oberbürgermeister für die ganze freie Reichstadt Esslingen.“

Der neue Oberbürgermeister von Esslingen heißt Matthias Klopfer. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen holte er 49,5 Prozent der Stimmen, sein Kontrahent Daniel Töpfer kam auf 48,1 Prozent. Gabriela Letzing gewann 2,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,3 Prozent. Bis zuletzt war offen gewesen, wer den Kampf um den Sessel des Esslinger Oberbürgermeisters gewinnen würde: der 53-jährige Matthias Klopfer, der auf seine langjährige Erfahrung als Stadtchef setzen konnte oder der 32-jährige

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