Schorndorf

Ein Wildzaun für die B 29?

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Symbolbild. © Leonie Kuhn
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2002 sind auf der B 29 bei Plüderhausen zwölf Wildschweine getötet worden. Foto: Habermann

Remshalden. Braucht die Bundesstraße einen Wildzaun, um Unfälle wie im Juni bei Remshalden mit Wildschweinen zu verhindern? Bei einem aufsehenerregenden Unfall Mitte Juni war eine Wildschweinrotte auf die Bundesstraße gelaufen, zwei Autos fuhren mitten in der Nacht in die Tiere, am Ende waren zwölf von ihnen tot. Die Autofahrer kamen mit dem Schrecken davon.

Für Helmut Müller, der als Jäger für das Revier Geradstetten/Hebsack/Rohrbronn/Buoch zuständig ist, sind solche Vorfälle keine Zufälle. Die Lärmschutzwände im Bereich Remshalden seien eine Wildfalle: Von der einen Seite kommen die Tiere auf die Straße, dann sind sie gefangen. Müller meint: Aus seiner Sicht müsste ein Zaun auf die Südseite der B 29, damit die Tiere gar nicht erst auf die Straße kommen.

Keine Remshaldener Besonderheit

Zuständig für Sicherheit und Unterhalt der Bundesstraße ist das Straßenbauamt im Landratsamt des Rems-Murr-Kreises. Von dort kam nun eine Antwort auf die Anregung von Helmut Müller. „Die Kollegen prüfen gerade verschiedene Möglichkeiten“, so Pressesprecherin Martina Nicklaus. „Sie nehmen das ernst.“

Allerdings gelte die angesprochene Problematik mit Lärmschutzwänden und Zäunen nicht nur für den Bereich bei Remshalden, sondern für viele weitere entlang der B 29. Wenn man das Ganze durchdenke, müsse man durchgehend einen Zaun errichten. Und dann könnten die Tiere immer noch über die Auf- und Abfahrten auf die Bundesstraße. „Es könnte sein, dass es da keine einfache Lösung gibt“, so Martina Nicklaus.

Außer der kleinen Häufung in der ersten Junihälfte, mit dem eingangs angesprochenen Unfall und einem weiteren mit einem Wildschwein gibt es laut Polizei im Bereich der B 29 keine allgemeine Häufung von Wildunfällen, auch nicht bei Remshalden. Helmut Müller befürchtet jedoch, dass das Problem größer werden könnte. Durch die milden Winter beobachtet er, und das bestätigen ihm auch seine Jäger-Kollegen, eine starke Zunahme des Wildschweinbestands.

Könnte auch Füchsen das Leben retten

Außerdem würden auch viele kleinere Tiere wie Füchse auf der B 29 überfahren, weil sie in die Falle gerieten, ohne dass die Öffentlichkeit davon viel mitbekomme. Größere Wildtiere wie die Wildschweine seien jedoch für die Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße eine echte Gefahr: „Irgendwann passiert ein Unfall, bei dem auch Menschen zu Schaden kommen“, meint Helmut Müller. Wenn einem Autofahrer bei Tempo 120 ein Reh oder eine Sau durch die Windschutzscheibe entgegenkomme, dann könne das tödlich enden.

Warum die Wildschweine überhaupt über die Bundesstraße wollen, ist für die Experten nicht schlüssig zu beantworten. Der Leiter des Kreis-Forstamtes, Martin Röhrs, sagte unserer Zeitung jedoch dazu: Ungewöhnlich sei es keineswegs, dass die Schwarzkittel so weit ins Tal und so nah an den Siedlungsbereich kommen: „Die sind viel unterwegs und suchen nach Fressbarem, da kennen die keine Grenze.“