Schorndorf

Eine städtebauliche Herausforderung: Was passiert in Schorndorf am Marktplatz 9?

Unterer Marktplatz
So soll die prägnante Ecke Marktplatz 9 / Neue Straße einmal aussehen. © Stammler Architekten

Es ist eine städtebaulich prägnante Stelle und eine architektonische Herausforderung: Bis vor einigen Jahre war das langgestreckten Gebäude am Marktplatz 9 / Neue Straße das Domizil der Deutschen Bank. Die Filiale des Bankhauses ist in Schorndorf schon seit 2017 Geschichte, derzeit logieren in dem Gebäude ein Naturkinderladen und eine Pop-up-Kunstgalerie. Beides soll nun einem Neubau weichen, der vom Schorndorfer Architekturbüro Stammler entworfen wurde. Bei einem Pressegespräch wurde der Vier-Millionen-Euro-Neubau als Entrée in die Neue Straße vorgestellt.

Flexible Nutzung: Auch eine Form von Nachhaltigkeit

Im Erdgeschoss eine Ladenfläche, eventuell auch Gastronomie. In den oberen Etagen Wohnungen, vielleicht auch eine Arzt- oder Anwaltspraxis: Der Platz ist perfekt für vieles und ganz besonders für Menschen, die mitten in der Stadt ohne Auto mobil sein wollen, wie Oberbürgermeister Matthias Klopfer sagte. Den vielen Möglichkeiten will auch die Planung des Architekturbüros Stammler gerecht werden, die das Rennen beim Architektenwettbewerb für das Projekt gemacht hat. Höchst flexibel sind die Grundrisse gestaltet, so dass im Erdgeschoss von einem knapp 300 Quadratmeter großen Fachmarkt über kleinere Geschäfte bis zu Gastronomie alles möglich ist. Auch das erste Obergeschoss ist nach Angaben des Architekten Felix Stammler flexibel konzipiert: Stand jetzt sind dort fünf Wohnungen möglich, aber auch Praxen oder Dienstleistung wären Optionen.

„Alle sprechen von Nachhaltigkeit und denken dabei an Holzbauweise“, sagte Felix Stammler. Eine Form der Nachhaltigkeit sei aber auch, ein Gebäude flexibel nutzen zu können. Weitere fünf Wohnungen sind im zweiten Obergeschoss und drei größere Wohnungen im Dachgeschoss geplant. Viel Tageslicht und ins Fassadenbild integrierte Loggien sollen die 13 Zwei- bis Drei-Zimmer-Mietwohnungen bekommen, von denen acht barrierefrei gebaut werden. Der 500 Jahre alte Gewölbekeller, der ursprünglich erhalten werden sollte, wird aus statischen und wirtschaftlichen Gründen abgebrochen – zu groß wäre der Mehraufwand der Erhaltung gewesen, erklärte Horst Schaal, der Berater des Weinstädter Bauherrn. „Auch das Denkmalamt folgte diesem Ansatz“, berichtete Schaal.

Ein komplizierter Abriss wird das Ende des Kellers mitten in der Altstadt auf jeden Fall werden - wie auch der Neubau mit einigem Staub und Lärm für die Nachbarn verbunden sein wird. Freilich: Am Ende soll der Neubau mit den beiden markanten Giebelständen den Bereich am Marktplatz und besonders die Kronengasse deutlich aufwerten. „Die Kronengasse soll einen kleinen Platz bekommen“, sagte Felix Stammler. Ein Hausbaum ist als Blickfang vorgesehen. Entlang der Neuen Straße soll die Länge des Gebäudes unterbrochen werden. Der bisher langgestreckte Riegel an der Neuen Straße soll optisch zweigeteilt werden und durch eine Glasfuge verbunden werden. Kommendes Jahr soll der Altbau abgerissen werden. Alles in allem sollen die Bauarbeiten rund eineinhalb Jahre dauern.

Die Idee von Fremdenzimmern wurde verworfen

Ersten Plänen des Weinstädter Investors zufolge hätte das Gebäude saniert werden sollen, im Erdgeschoss waren Gastronomie oder Dienstleistung geplant. Drüber waren Fremdenzimmer vorgesehen. Dann habe die Stadt ihr Interesse angemeldet, die an dieser städtebaulich prägnanten Stelle mitreden wollte, erinnerte Horst Schaal in seinem Rückblick. Ein Architektenwettbewerb wurde ausgelobt, dessen Durchführung die Stadtplanerin und Architektin Vera Baumbusch-Ober übernahm. Am Ende empfahl das Bewertungsgremium einstimmig die Realisierung der Planung des Büros Stammler. Die Begründung: Bei der städtebaulichen Einfügung und im architektonischen Ausdruck treffe das Konzept den richtigen Ton für die sensible historische Nachbarschaft. Zudem bringe der Entwurf die notwendige Flexibilität, um auf unterschiedliche funktionale Ansprüche und sich verändernde Ansprüche reagieren zu können.

Das Modell kann im Foyer des Rathauses bis Mitte kommender Woche besichtigt werden. 

Es ist eine städtebaulich prägnante Stelle und eine architektonische Herausforderung: Bis vor einigen Jahre war das langgestreckten Gebäude am Marktplatz 9 / Neue Straße das Domizil der Deutschen Bank. Die Filiale des Bankhauses ist in Schorndorf schon seit 2017 Geschichte, derzeit logieren in dem Gebäude ein Naturkinderladen und eine Pop-up-Kunstgalerie. Beides soll nun einem Neubau weichen, der vom Schorndorfer Architekturbüro Stammler entworfen wurde. Bei einem Pressegespräch wurde der

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