Schorndorf

Ex-Baubürgermeister Andreas Stanicki bereits seit Juli tot

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Andreas Stanicki bei seiner Verabschiedung im Gemeinderat Ende Juli 2016. © Schneider/ZVW

Schorndorf. Nicht einmal zwei Jahre nach seinem Eintritt in den Ruhestand ist der frühere Schorndorfer Baubürgermeister Andreas Stanicki gestorben. Er war nach 16 Jahren Amtszeit in Schorndorf Ende Juli 2016 verabschiedet worden. Andreas Stanicki hinterlässt Frau und zwei  Kinder. Über die Todesursache ist bisher nichts bekannt, auch nicht, wo er zu Tode gekommen ist.

Update vom 29.8.2018, 13.00 Uhr: Inzwischen ist die Todesursache bekannt. Mehr lesen Sie hier.

Stanicki ist offensichtlich bereits im Juli gestorben – in Schorndorf wurde das allerdings erst am Dienstag bekannt. Der frühere Baubürgermeister wurde nur 56 Jahre alt. Während seiner Tätigkeit in der Daimlerstadt war der aus Essen stammende Mann (dorthin ist er auch nach seiner Verabschiedung in Schorndorf wieder zurückgekehrt) nicht unumstritten. Stanicki war aber in der Öffentlichkeit so gut wie immer gut gelaunt, gesellig, grundsätzlich in Anzug, Weste, Krawatte und Einstecktuch zu sehen – außer wenn die SchoWo eröffnet wurde oder er aufs Fahrrad stieg.

Ende Juli 2016 hat Stanicki als Baubürgermeister im Gemeinderat seinen nicht ganz freiwilligen Abschied genommen. Er hatte zunächst eine dritte Amtszeit angestrebt, nach Widerständen im Gemeinderat aber im April 2015 erklärt, er stehe dafür doch nicht mehr zur Verfügung. Stanickis Beziehung zu Oberbürgermeister Matthias Klopfer war auch nicht immer einfach. Grund: Das Stadtoberhaupt erwartete mehr vom Baubürgermeister der Daimlerstadt, als Stanicki geben wollte oder konnte. Nach der Ära Stanicki gibt es Posten des Baubürgermeisters in der Daimlerstadt bekanntlich nicht mehr.

Bleibende Verdienste

Trotz der alles andere als einfachen Begleitumstände, die eine weitere Amtszeit verhindert haben, waren vor fast genau zwei Jahren alle Beteiligten um Normalität und einen einigermaßen versöhnlichen Abschied bemüht. Als bleibende Verdienste des scheidenden Baubürgermeisters erwähnte Oberbürgermeister Matthias Klopfer damals eine sanierte Altstadt, eine attraktive und lebendige Innenstadt, einen zukunftsfähigen ÖPNV, die Bewältigung der Herausforderungen des motorisierten Individualverkehr, Investitionen in die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, die Modernisierung der Verwaltungsgebäude, die Bemühungen um den Erhalt des Gesundheitsstandorts Schorndorf, die Energiepolitik, den Einstieg ins Thema Gartenschau und die geradezu legendären Feuerwehr- und Hochwassereinsätze.

Klopfer ging bei Verabschiedung Ende Juli 2016 auf Stanicki als Mensch und Kollege und auf das, was im persönlichen Umgang gut und nicht so gut gegangen ist – Letzteres mit der Folge, dass Klopfer und der Gemeinderat dem Baubürgermeister zu einem Verzicht auf eine erneute Kandidatur geraten und seine Stelle für verzichtbar erklärt haben. Dass sich dadurch etwas geändert habe, habe man, so Klopfer, daran gemerkt, dass der zuvor immer so fröhliche und zu Scherzen aufgelegte Stanicki zur Stadt und zum Stadtgeschehen auf Distanz gegangen und bei ihm zuvor obligatorischen Anlässen wie dem Rathaussturm der Hexen und der SchoWo-Eröffnung nicht mehr dabei gewesen sei.

Es sei „kein ganz freiwilliger Abschied“, meinte seinerzeit Klopfer. Andreas Stanicki habe beruflich eine existenzielle Situation erlebt, „die ich niemandem wünsche, die aber auch Teil des politischen Geschäfts ist“ – und das Risiko eines jeden Wahlbeamten.