Schorndorf

Extrem-Sommer hinterlässt im Ziegeleiseebad Schorndorf Spuren

Ziegeleibad
Braune Wiesenhügel neben dem beliebten Natursee. © Gaby Schneider

Wer einen Nachmittag im seichten Kleinkindbereich des Schorndorfer Ziegeleisees bei gefühlter Badewannentemperatur verbringt und die Nachrichten rund um den Plüderhäuser Badesee verfolgt hat, fragt sich unweigerlich irgendwann: Ist denn das noch gesund? So warm und flach, wie das Wasser hier steht?

Kurze Nachfrage beim Bäderbetriebsleiter Jörg Bay, der umgehend Entwarnung gibt: „Alles kein Problem.“ Zum einen lebten in Naturbadewasser ohnehin mehr Bakterienkolonien, zum anderen ist entsprechend der Verordnung für naturnahe Gewässer eine sehr hohe Koloniezahl erlaubt. Die Proben, die dem See regelmäßig entnommen werden, haben keinen Anstieg in der Bakterienkonzentration nachgewiesen. Die Konzentration sei auf dem gleichen Niveau wie im März und sei außerdem völlig unbedenklich.

Deshalb hat der Ziegeleisee auf der Gewässerkarte des Landratsamtes auch einen blauen Punkt verliehen bekommen. Und den bekommen Gewässer nur, wenn keine einzige Probe über Jahre hinweg auffällig war.

Bisher gab es keine Meldungen von Krankheiten

Der Wasserqualität des Ziegeleisees zuträglich sei auch der kleine Bachlauf, der den Kinderbereich durchströmt. Und am Sandstrand daneben wird zudem filtriertes Tiefenwasser zugeführt. „Wir haben jetzt auch über Jahre hinweg keinerlei Rückmeldungen erhalten, dass sich jemand was eingefangen hätte“, so Bay.

Aber nicht nur das Seewasser wird von der Sonne erwärmt. Die Liegewiesen gleichen mehr und mehr einer Steppe. Ob das Team vom Ziegeleiseebad etwas dagegen unternimmt? „Der Trockenheit, die wir gerade haben, wird man gar nicht Herr“, so Bay. Da würde eine Nacht gar nicht reichen, um die Wiese zu sprengen. Aber das habe man auch gar nicht vor.

„Überall herrscht Wasserknappheit, da können wir nicht unsere Wiesen besprengen. Das wäre unverhältnismäßig, selbst wenn wir das Wasser aus dem See nehmen würden“, findet der Bäderbetriebsleiter.

Aber die Hitze hat nicht nur Nachteile. Wo nur wenig Gras und Klee wächst, gibt’s nämlich auch weniger Bienenstiche zu verzeichnen. Schließlich müssen traditionell die meisten Insektenstiche bei Besucherinnen und Besuchern behandelt werden, die auf eines der Tiere getreten sind.

Wespen gebe es dafür mehr denn je im Bad, und die reichlich verspeisten Pommes und Eis sorgten für den Rest. Dennoch – besonders viele Stiche seien dieses Jahr nicht zu verzeichnen.

Enorme Besucherzahlen in diesem Sommer

Und noch etwas: „Die Besucherzahlen sind wirklich gut“, berichtet Bay. Bis zum 10. August konnten bereit 75.000 Gäste gezählt werden. „Das ist sonst das, was wir im Gesamtjahr haben“, erklärt er. „Und zwar in einem besseren Sommer.“ Man freue sich auf alles, was nun noch komme. Wenn man auch nicht davon ausgehen könne, dass im August noch neue Tagesrekorde geknackt würden. Dass in den Ferien viele Familien auswärts im Urlaub sind, könne man eben auch an niedrigeren täglichen Besucherzahlen feststellen.

Überhaupt: Zwar seien kontinuierlich besonders viele Menschen gekommen. Die großen Rekordzahlen für einzelne Tage seien in diesem Jahr aber nicht zu verzeichnen gewesen. „Da merkt man schon, dass die Gäste seit Corona vorsichtiger mit großen Menschenansammlungen sind.“

Zudem wichen viele Besucher aufs Hallenbad aus, wenn’s im Freibad enger wird.

Wer einen Nachmittag im seichten Kleinkindbereich des Schorndorfer Ziegeleisees bei gefühlter Badewannentemperatur verbringt und die Nachrichten rund um den Plüderhäuser Badesee verfolgt hat, fragt sich unweigerlich irgendwann: Ist denn das noch gesund? So warm und flach, wie das Wasser hier steht?

Kurze Nachfrage beim Bäderbetriebsleiter Jörg Bay, der umgehend Entwarnung gibt: „Alles kein Problem.“ Zum einen lebten in Naturbadewasser ohnehin mehr Bakterienkolonien, zum anderen ist

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