Schorndorf

Förderung für das „Lamm“ in Schornbach

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Der Schornbacher „Lamm“-Wirt Peter Wahl. © Gaby Schneider

Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) ist das zentrale Förderinstrument des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg für ländlich geprägte Gemeinden und Ortsteile. Es hat das Ziel, die Strukturentwicklung im ländlichen Raum zu verbessern. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat das Gasthaus „Zum Lamm“ in Schornbach von einer solchen Förderung profitiert.

Wie die Stadt schreibt, gehört das Gasthaus „Zum Lamm“ seit mehr als 100 Jahren zum Leben in Schornbach. Die schwäbische Küche ist über die Ortschaft hinaus bekannt. Sehr geschätzt sind, so die Stadtverwaltung, unter anderem die vielfältigen Räumlichkeiten, die für jede Art von Feier geeignet sind. Seit 1905 befindet sich das Gasthaus in den Händen der Familie Wahl. Im Jahr 2015 hat Peter Wahl das Gasthaus in der 4. Generation übernommen.

Sandra Sachse, Ortsvorsteherin von Schornbach, wusste von den bevorstehenden Renovierungsarbeiten im Lamm und hatte Peter Wahl im vergangenen Jahr auf die Möglichkeit einer ELR-Förderung aufmerksam gemacht. Peter Wahl ergriff diese Initiative trotz Herausforderungen infolge der Corona-Pandemie. Nachdem der Aufnahmeantrag durch die Stadt Schorndorf beim Regierungspräsidium Stuttgart gestellt wurde, folgte zwei Monate später die positive Programmentscheidung durch das Ministerium.

Für die abschließende Wirtschaftlichkeitsprüfung durch die L-Bank werden sämtliche Unterlagen benötigt. „Aufgrund der Corona-Krise haben die Prüfungen unüblich lange gedauert. Zum Glück erhielt ich tatkräftige Unterstützung bei dem Zusammenstellen der Unterlagen durch unsere Hausbank - danach war alles recht einfach“, berichtet Peter Wahl.

Bauliche Modernisierungsmaßnahmen

Er nutzte den Lockdown im Frühjahr, um die geplanten Maßnahmen umzusetzen. So wurden im Rahmen der baulichen Modernisierungsmaßnahmen die Fassade des historischen Gebäudes saniert, die Treppenaufgänge erneuert, das historische Wirtshausschild des Gasthauses „Zum Lamm“ restauriert und zahlreiche kleinere Erneuerungsmaßnahmen im Innenbereich durchgeführt.

„Wir würden es auf jeden Fall wieder machen“, so das Fazit des Gastronomen. Peter Wahl, so die Stadtverwaltung, habe die Chance der ELR-Förderung genutzt und denke bereits über eine Förderung für weitere Maßnahmen nach. Und tatsächlich seien die Veränderungen deutlich sichtbar: Mit der Neugestaltung hat er seinem historischen Gasthaus neuen Glanz verliehen.

Was wird gefördert?

In der kürzlich veröffentlichten Ausschreibung für das Jahresprogramm 2022 habe der Förderschwerpunkt Grundversorgung neben den Förderschwerpunkten Innenentwicklung und Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaftseinrichtungen weiterhin hohe Priorität, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Pressemitteilung zum ELR. Die Versorgung mit Waren und Dienstleistungen sei und bleibe ein wichtiger Standortfaktor für den ländlichen Raum.

Mit dem ELR können vor allem Dorfgasthäuser, Dorfläden, Metzgereien und Bäckereien, aber auch der lokale Handwerker, Ärzte und Physiotherapeuten in den Schorndorfer Ortsteilen bei Vorhaben unterstützt werden. Ausgenommen ist die Gemeinde Weiler.

Gefördert werden Investitionsmaßnahmen, wie Betriebserweiterungen, Um- und Neubauten oder verschiedene Ausstattungen etwa mit Möbeln, Küchen oder Heizungserneuerungen.

Der Fördersatz wird laut der Stadtverwaltung nach der Anzahl der Beschäftigten berechnet und kann bis zu 30 Prozent (35 Prozent mit CO²-Speicher-Zuschlag) der förderfähigen Kosten betragen. Der Höchstbetrag liegt bei 100 000 Euro pro Projekt, wobei der Zuschuss mindestens 5000 Euro betragen muss.

Interessierte Betriebe und Unternehmen aus den Schorndorfer Ortsteilen, die ein Vorhaben planen, können sich bis Mitte September bei Svenja Beigl vom Fachbereich Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr der Stadt Schorndorf per E-Mail an svenja.beigl@schorndorf.de oder telefonisch unter 07181/602-1044 melden.

Verfahren kann mehrere Monate dauern

Die Antragstellung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren: Grundvoraussetzung für eine Förderung ist ein kommunaler Aufnahmeantrag, der durch die Stadt beim Regierungspräsidium gestellt wird. Nachdem die Programmentscheidung vom Ministerium bekannt ist, wird über die Hausbank ein abschließender Antrag auf Bewilligung der Fördermittel bei der L-Bank gestellt. Erst wenn der Zuwendungsbescheid der L-Bank vorliegt, kann mit dem Vorhaben begonnen werden.

Da das Verfahren für die ELR-Förderung einige Monate dauert, ist es laut Stadtverwaltung ratsam, sich frühzeitig über Fördermöglichkeiten für zukünftige Investitionsvorhaben zu informieren.