Schorndorf

Fachkräftemangel: Techniker für die Schorndorfer Künkelinhalle dringend gesucht

kuenkelintechnik
Hallenmanager Sven Pflug (links) hätte für die Künkelinhalle gerne noch so einen engagierten Techniker-Azubi wie Pino Ehmann. Doch der Markt ist wie leer gefegt. © Buettner

Seit zweieinhalb Jahren befindet sich die Künkelinhalle im Krisenmodus: Erst wurde mit Beginn der Corona-Krise der Veranstaltungsbetrieb aus voller Fahrt ausgebremst und dann über Monate mit strengen Sicherheitsmaßnahmen klein gehalten. Konzerte wurden reihenweise verschoben. Mittlerweile finden Messen, Seminare, Konzerte und auch Abibälle wieder statt, doch beim Publikum und bei den Veranstaltern ist noch immer Unsicherheit zu spüren: Geht’s im Herbst mit den Corona-Einschränkungen wieder los? Wie entwickelt sich der Ukraine-Krieg, wie die Energiekosten? All das bewegt auch Hallenmanager Sven Pflug. Doch ihn treibt noch etwas um: Fachkräfte für die Veranstaltungstechnik zu finden, ist zum richtigen Problem geworden.

„Manche Hallen“, weiß Pflug aus Kontakten mit anderen Betreibern, „suchen seit eineinhalb Jahren.“ So verzweifelt ist die Lage in der Künkelinhalle noch nicht – und doch kann eine Technikerstelle seit geraumer Zeit nicht besetzt werden. Pino Ehmann, der im zweiten Lehrjahr ist, wird sie nach Abschluss seiner Ausbildung bekommen. Bleibt das Problem, einen neuen Azubi zu finden. Das macht Hallenmanager Pflug so große Sorgen, dass er den Fachkräftemangel nicht nur öffentlich machen, sondern zugleich für den Technikerberuf werben will. Und Pino Ehmann, der nach Fachhochschulreife und Freiwilligem Sozialen Jahr in der Medientechnik-Abteilung der Paulinenpflege im September 2020 mit der Ausbildung in der Künkelinhalle begonnen hat, ist für Pflug der ideale Werbeträger.

Menschen mit „High-Tech-Verständnis“ und Kommunikationstalent gesucht

Als Gitarrist in einer Band, erzählt der 23-Jährige, habe ihn das Dahinter, also die Technik bei Konzerten und Veranstaltungen schon immer brennend interessiert. Also hat er sich auf die offene Stelle in der Künkelinhalle beworben – und es nicht bereut: Pino Ehmann hat den Beruf gefunden, der ihm entspricht. Haben sich Veranstaltungstechniker früher – als bessere Hausmeister – um die Bestuhlung, ums Licht und die Lautsprecher gekümmert, müssen heute digitale Mischpulte bedient, Beamer eingerichtet, Laptops aufgestellt, Dateien zum Laufen gebracht und Streamings organisiert werden.

Analoge Tonmischpulte gibt es in der Künkelinhalle schon lange nicht mehr. Zuletzt wurden darüber hinaus auch akkubetriebene Scheinwerfer und eine neue Lautsprecheranlage angeschafft. Dennoch braucht’s nach Pflugs Dafürhalten für den Techniker-Job nicht nur „High-Tech-Verständnis“, sondern auch Kommunikationstalent. Schließlich müssen im Vorfeld einer Veranstaltung mit den Kunden Absprachen getroffen werden.

Geschlossene Hallen wegen Fachkräftemangel

Dass es für die Ausbildung, die ihm so viel Spaß macht, kaum Bewerber gibt, kann sich Pino Ehmann nur so erklären: „Viele kennen den Beruf nicht.“ Und natürlich: Die Bewerber brauchen eine technische Ader und sollten kein Problem mit dem Schichtbetrieb haben. Doch es handelt sich, das betont Hallenmanager Pflug ausdrücklich, um einen sicheren Job – „weil es viel zu wenig Techniker gibt“. Gesucht sind sie nicht nur von Kultureinrichtungen, ein Einsatzgebiet sind auch die Kreuzfahrtschiffe. Dazu kommt, dass viele Künstler ausschließlich mit festen Technikern zusammenarbeiten. Dass sich während der Corona-Lockdowns, als viele Veranstaltungsorte geschlossen waren, Techniker beruflich auch umorientiert haben, kommt erschwerend hinzu. „Hallen haben geschlossen“, gibt Pflug zu bedenken, „weil sie keine Techniker finden.“ So weit soll es in der Künkelinhalle nicht kommen.

Info

Weitere Informationen zur Techniker-Ausbildung in der Künkelinhalle bei Hallenmanager Sven Pflug,0 71 81 / 60 69 00.

Seit zweieinhalb Jahren befindet sich die Künkelinhalle im Krisenmodus: Erst wurde mit Beginn der Corona-Krise der Veranstaltungsbetrieb aus voller Fahrt ausgebremst und dann über Monate mit strengen Sicherheitsmaßnahmen klein gehalten. Konzerte wurden reihenweise verschoben. Mittlerweile finden Messen, Seminare, Konzerte und auch Abibälle wieder statt, doch beim Publikum und bei den Veranstaltern ist noch immer Unsicherheit zu spüren: Geht’s im Herbst mit den Corona-Einschränkungen wieder

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