Schorndorf

Friedhofsgebühren in Schorndorf: Die letzte Ruhe wird empfindlich teurer

alterFriedhof
Auf dem alten Friedhof können Patenschaften für Gräber übernommen werden. © Gabriel Habermann

Fünf Jahre hat die Stadt die Friedhofsgebühren nicht erhöht, jetzt schnellen die Gebühren nach oben. Vor allem die bisher relativ kostengünstigen Urnengräber werden empfindlich teurer. Angestrebt wird bei der Grabnutzung und den Verwaltungsgebühren ein Kostendeckungsgrad von 100 Prozent. Insgesamt wird auf dem Friedhof allerdings nur ein Kostendeckungsgrad von etwa 88 Prozent erreicht. Grund dafür sind die Aussegnungshallen, deren Kosten den Nutzern mit lediglich 50 Prozent in Rechnung gestellt werden, sowie die Kindergräber, die mit 30 Prozent kalkuliert werden. Ansonsten wird das Sterben in Schorndorf aber deutlich teurer.

Friedhofskultur ändert sich, Urnenbestattungen nehmen zu

Mit der sich wandelnden Gesellschaft verändert sich auch die Friedhofskultur. Möglichst kostengünstig und ohne großen Pflegeaufwand für die Hinterbliebenen sollen die Gräber sein. Das hat Folgen auch für die neue Gebührenordnung. Zum einen resultieren die höheren Gebühren aus den stetig steigenden Unterhaltungskosten, die in die Kalkulation miteinfließen, zum anderen aus einer neuen Berechnungsart. Diese war nötig geworden, weil immer mehr Menschen als letzte Ruhestätte statt der teuren Erdgräber die günstigeren Urnengräber und pflegearmen Erdgräber wählen. „Der Trend ist eindeutig“, sagt Ines Hagmann, Schorndorfer Abteilungsleiterin Stadtgrün und Spielplätze. Mittlerweile stehen auf dem Schorndorfer Friedhof 70 Prozent Urnenbestattungen nur 30 Prozent Erdbeisetzungen gegenüber. In den Ortsteilen sind die Urnenbestattungen noch weniger nachgefragt.

In Waiblingen ist ein Erdwahlgrab deutlich teurer

Und so setzen sich die Grabkosten zusammen: In die Berechnung fließen die Nutzungsdauer und die Fläche eines Grabes sowie die Belegungsmöglichkeiten (also ein oder zwei Särge oder Urnen) ein. Bei Grabarten, bei denen die Stadt die Pflege übernimmt – etwa bei den Baumgräbern oder den Erdrasenreihengräbern –, kommen Pflegezuschläge zu den Kosten. Ein Zuschlag wird auch bei den Urnenstelen verlangt, und zwar in Form eines Steinzuschlags, da ein massives Bauwerk errichtet werden muss, das anteilig auf die Plätze verrechnet wird. Die neue Art der Berechnung wirkt sich sehr unterschiedlich aus. Urnenreihengräber kosten zum Beispiel statt bisher 820 Euro künftig 1300 Euro, die Gebühren für ein Baumurnengrab schnellen von 1830 auf stolze 3830 Euro in die Höhe. Erdwahlgräber kosten künftig 4350 Euro. Zum Vergleich: In Waiblingen kostet die Bestattung in einem Erdwahlgrab 7771 Euro, in Weinstadt 4336 Euro. Die Gebührenordnung soll zum 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Fünf Jahre hat die Stadt die Friedhofsgebühren nicht erhöht, jetzt schnellen die Gebühren nach oben. Vor allem die bisher relativ kostengünstigen Urnengräber werden empfindlich teurer. Angestrebt wird bei der Grabnutzung und den Verwaltungsgebühren ein Kostendeckungsgrad von 100 Prozent. Insgesamt wird auf dem Friedhof allerdings nur ein Kostendeckungsgrad von etwa 88 Prozent erreicht. Grund dafür sind die Aussegnungshallen, deren Kosten den Nutzern mit lediglich 50 Prozent in Rechnung

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