Schorndorf

Güterstationen bleiben

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Bauknecht braucht sehr wohl noch das Industriegleis in sein Logistikzentrum. © Jamuna Siehler

Schorndorf/Fellbach. Die Bahn will nun doch die beiden Güterumschlagplätze Fellbach und Schorndorf erhalten. Beide Standorte wurden wieder von der Streichliste genommen, informierte der Konzernbevollmächtigte für den Südwesten, Sven Hantel, die Parlamentarier in der Regionalversammlung. Die Bahn wünscht sich auch was: Die Stationen in Schorndorf und Fellbach sollen gemeinsam neue Kunden gewinnen.

Gewundert hat das Ansinnen der Bahn, neuerlich den Güterverkehr zu kappen, nicht. Der Konzern mit dem Staat als Eigentümer verliert eh mehr und mehr die Lust am eigentlichen Geschäft. Mal werden die Nachtzüge aufs Abstellgleis gestellt, dann sollen Fernverbindungen gestrichen werden. Aber klar, es muss ja auch jedes Geld zusammengekratzt werden, etwa um Stuttgart 21 zu bauen.

Es drohte im Vorfeld eine Streichliste mit 200 Güterbahnhöfen in der Republik. Jetzt, wohl auch nach öffentlichem Druck, sollen von fünf infrage kommenden Stationen in der Region Stuttgart doch nur zwei geschlossen werden: Esslingen und Kirchheim/Neckar. Das heißt, Fellbach und Schorndorf sollen als Umschlagplätze erhalten bleiben.

Für Schorndorf ist das schon mal eine gute Nachricht. Das Whirlpool-Werk im Osten Schorndorfs ist plattgemacht, aber das Bauknecht-Logistikzentrum im Westen innerhalb des Schatz-Areals gibt es weiter. Und der Logistikchef dort hat sich bei der Stadt Schorndorf sehr besorgt gezeigt über die Pläne der Bahn. Mehr noch. Er habe sich beschwert, informiert Gabriele Koch, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr bei der Stadt. Bauknecht/Schatz setzt weiter auf Anlieferung und Abholung auf der Schiene.

Bauknecht-Logistik hat erst jüngst investiert

Jedenfalls sei erst vor kurzem nochmals investiert worden, um den Gleisanschluss zu erhalten. Weiße Ware von Bauknecht soll also nach wie vor auf der Schiene rollen. Eine gute Nachricht für alle, die auf den Autobahnen bald kein Durchkommen mehr sehen. Und die als Anwohner durchschnaufen wollen.

Vollkommen losgelöst von der Umschlagstation Schorndorf ist die weitere Zukunft des Güterschuppens in Schorndorf. Der wird schon seit vielen Jahren privat genutzt. Gerade wird im Schorndorfer Rat debattiert, ob dort nicht die Bücherei reinsoll und womöglich der Busbahnhof verlagert gehört in den Westen der Stadt. Aber die Bahn braucht für ihren Gütertransport kein Gebäude. Es geht in Sachen Güterstation nur um Rampen und Schienen.

In Fellbach wissen die Fellbacher selbst nicht, warum der Bahnhof erhalten bleiben soll. Es gebe kein großes Interesse von Wirtschaftsunternehmen in Fellbach, ans Gleis angeschlossen zu werden, lässt der Pressesprecher ausrichten nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsförderer. Der Güterschuppen ist schon 2012 plattgemacht worden. Dort soll neu gebaut werden. Fragt sich freilich, warum die Stadt den großen Schrotthändler neben dem Bahnhof nicht zwingen kann, sein Altmetall übers Industriegleis abfahren zu lassen. Anwohner würden sich freuen. Antwort des Pressesprechers: Es handele sich ja um ein Industriegebiet.

Kein weiterer Abbau

Die Regionalräte forderten die DB AG auf, komplett von den Schließungen von Güterstationen abzusehen. So könne man keine neuen Kunden gewinnen und den Lkw-Verkehr zurückdrängen. Das Kooperationszentrum Logistik (Klok) in der Region soll im Frühjahr ein Konzept vorlegen für einen besseren Güterverkehr.