Schorndorf

Gastro-Profi übernimmt das ehemalige Café Hallo

Ex Hallo
Seit einem Jahr bereits ist Stefan Finster am ehemaligen Café Hallo dran. Im Sommer 2020 hat er sich mit Eigentümer Steffen Schuck geeinigt, dass er mitten in der Innenstadt ein Café mit Tagesbar eröffnet. Jetzt hofft er, dass ihm dies im Juli 2021 gelingen wird.. © Gabriel Habermann

Wer Stefan Finster fragt, wann er sein Café mit Tagesbar eröffnen will, bekommt zur Antwort: im November 2020. Daraus ist coronabedingt bekanntermaßen nichts geworden, jetzt peilt er als frühesten Termin Juli 2021 an. Mit dem Objekt ist der 26-Jährige allerdings schon seit über einem Jahr beschäftigt. Im Januar ‘20 hat er es noch unter Betreiber Daniel Rosner besichtigt – und sofort Feuer gefangen für die „Wahnsinns-Location“. Mit seinem umstrittenen Vorpächter, der das Café Hallo an der Gottlieb-Daimler-Straße im Sommer 2017 eröffnet und mit Beginn der Corona-Krise geschlossen hat, möchte Finster aber keinesfalls in Verbindung gebracht werden. Darum wird im Café, um dessen Namen er noch ein Geheimnis macht, auch nichts an frühere Zeiten erinnern.

Das Inventar des Vorpächters ist mittlerweile rausgeräumt. Mit dem Stuttgarter Design- und Innenarchitektur-Studio Komo plant Stefan Finster eine Komplett-Renovierung. Sobald die Handwerker gefunden sind und es keine Lieferprobleme mehr gibt, soll’s losgehen: „Die Pläne sind zu 95 Prozent fertig, es geht noch um den Feinschliff.“ Moderner und gleichzeitig freundlicher soll das Café werden. Dass die Räumlichkeiten Potenzial haben, davon ist Finster überzeugt. Ganz begeistert ist er allein von einer Jahrhunderte alten Sandsteinwand, vor der er sich ein Stahlregal für Getränke bestens vorstellen kann. Die Wände werden frisch gestrichen. An der Eingangstür wird es einen Windfang aus Glas geben, damit die kalte Luft draußen bleibt. Auch in der ehemaligen Backstube im hinteren Bereich, in dem bisher eher eine kühlere Atmosphäre herrschte, soll sich einiges ändern – auf jeden Fall werden die weißen Fliesen an den Wänden verkleidet.

Bei den Eltern im „Holiday Inn“ Gastro-Luft geschnuppert

Worauf er sich einlässt, ist Stefan Finster bewusst. In Alfdorf aufgewachsen, hat er schon als Kind im Winterbacher „Holiday Inn“, das seine Eltern bis vor ein paar Jahren neben anderen Hotels in ganz Deutschland betrieben, Gastro-Luft geschnuppert. Schon als Schüler hat er in den Sommerferien immer wieder im Betrieb mitgeholfen. Im Hotel Althoff gegenüber dem Stuttgarter Hauptbahnhof hat er eine Ausbildung zum Hotelfachmann gemacht und erste Berufserfahrungen gesammelt. Danach war er stellvertretender Restaurantleiter in der „Villa Hirzel“ in Schwäbisch Gmünd. Zwischenzeitlich wäre er sogar beinahe in der Skybar im Postturm gelandet: „Alexander Dohnt wollte mich als Assistent einstellen.“ Stattdessen hat er 2019 beruflich den Fachwirt im Gastgewerbe draufgesetzt. Dass er sich in der Gastronomie selbstständig machen wird, das war ihm schon als Jugendlicher klar: „Ich wollte immer mein eigener Chef sein.“

Und darauf arbeitet er jetzt seit einem Jahr in Schorndorf auch hin. Mittlerweile ist er in die Daimlerstadt gezogen und fühlt sich – in seiner Wohnung mit Blick auf den Schlosspark – richtig wohl. In seinem Café möchte er, außer Frühstück, Vormittags- und Nachmittagskaffee und dem abendlichen Glas Wein, vor allem guten Service bieten. Was das bedeutet, hat er schon während seiner Ausbildung im Fünf-Sterne-Haus am Stuttgarter Schlossgarten erfahren. „Der Gast“, weiß Stefan Finster, „verzeiht einem eher Fehler beim Essen und Trinken als beim Service.“

Unselige Vorgeschichte mit dem Café-Hallo-Betreiber

Sein Vorgänger freilich hat sich ganz andere Fehler geleistet – und die gipfelten letztlich in einer Räumungsklage, die Vermieter Steffen Schuck gegen den Café-Hallo-Betreiber vor dem Landgericht erwirkt hat. Begonnen hat der Ärger bereits kurz nach Eröffnung: Schon im Oktober 2017 haben Gläubiger vor dem Café in der Gottlieb-Daimler-Straße demonstriert. Die aufgebrachte Gruppe warf Daniel Rosner und seinem Bruder vor, nach der Insolvenz ihrer Stuttgarter Heldenreich-Event-Agentur Geld, das sie ihren Gläubigern vorenthalten hatten, in das neue Café in Schorndorf gesteckt zu haben. Kurze Zeit später haben Schuck wiederholt Anrufe erreicht, die seinen Mieter in äußerst schlechtem Licht erscheinen ließen: So hat sich die Vermieterin eines Restaurants in Esslingen gemeldet, die zum 1. August 2019 an Rosner vermietet hatte. Da der Schorndorfer aber nie Miete bezahlte, die Kaution schuldig blieb und seinen Betrieb gar nicht eröffnete, hat sie ihn verklagt – und recht bekommen. Bei Schuck vorstellig wurde damals auch eine ganze Reihe verzweifelter Bedienungen des Cafés, weil Rosner ihnen kein Gehalt bezahlt hatte.

Und dann ploppte Anfang 2020 auch noch eine Anzeige bei „Immobilien-Scout 24“ auf, in der Rosner – auch wenn er es immer abstritt – heimlich einen Untermieter für sein Café gesucht hatte.

Dass Stefan Finster damals unter den Interessenten war, bestätigt Rosners Lüge im Nachhinein noch einmal.

Wer Stefan Finster fragt, wann er sein Café mit Tagesbar eröffnen will, bekommt zur Antwort: im November 2020. Daraus ist coronabedingt bekanntermaßen nichts geworden, jetzt peilt er als frühesten Termin Juli 2021 an. Mit dem Objekt ist der 26-Jährige allerdings schon seit über einem Jahr beschäftigt. Im Januar ‘20 hat er es noch unter Betreiber Daniel Rosner besichtigt – und sofort Feuer gefangen für die „Wahnsinns-Location“. Mit seinem umstrittenen Vorpächter, der das Café Hallo an der

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