Schorndorf

Geheimtipp Buhlbronner Freibad: „Es gibt nichts Besseres für Kinder"

Buhlbronner Freibad
Bademeisterin Tanja Schäfer in „ihrem“ Bädle. © Palmizi

Das Glück der Buhlbronner liegt mitten im Ort. An der Freibadstraße befindet sich das heimelige Bädle, das mit seinem 20 Meter langen und zehn Meter breiten hellblauen Schwimmbecken, der schönen Aussicht übers Tal und seiner Liegewiese ein echter Geheimtipp ist. Hier dürfen die Kinder in aller Ruhe schwimmen üben und Äpfel und Kirschen direkt von den Bäumen pflücken, und hier wacht Bademeisterin Tanja Schäfer seit neun Jahren darüber, dass im und außerhalb des Beckens keiner zu Schaden kommt.

Die Bademeisterin kennt die Buhlbronner mittlerweile gut – schließlich ist das Freibad der Treffpunkt für den ganzen Ort. Und nicht nur das. Auch Leute aus der Umgebung gefällt es hier und Radfahrern, die ihrer Beobachtung nach im Freibad haltmachen, um sich abzukühlen und dann weiterzufahren. Und sogar Leute aus Stuttgart kommen nach Buhlbronn, weil sie es ruhig und idyllisch finden. „Wenn man hier hochfährt“, sagt Tanja Schäfer, „merkt man, hier ist eine ganz andere Luft.“

Für das 800 Einwohner große Buhlbronn ist das Bädle immer nah – so nah, dass sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad in wenigen Minuten da sein können. Nachmittags kommen die Kinder mit ihren Müttern und die Senioren, abends die übrigen Erwachsenen, die nach der Arbeit noch ein paar Züge schwimmen wollen.

„Ich komme fast jeden Tag her“, erzählt Waltraud Sperle, die wie viele Buhlbronner im Bädle bereits schwimmen gelernt hat und – selbstverständlich – jedes Jahr eine Dauerkarte löst. „Es ist toll, man kann herlaufen, es ist wie ein Ersatzurlaub“, sagt sie. Was ihr und ihrem Mann Manfred besonders gefällt, ist das kühle Wasser, das von einer Quelle gespeist wird und selten wärmer wird als 20 Grad.

Eine Umwälzung braucht es nicht im Bädle: Acht Stunden am Tag läuft frisches Quellwasser durch das Becken. Der heiße Sommer hat temporär aber auch hier zu Spitzentemperaturen von 24 Grad geführt. Sven Papenfoth und seinen Kindern Sinja, Arik und Leif sind die Wassertemperaturen egal. „Du kannst herkommen und die Kinder hierlassen“, sagt Sven Papenfoth. Man brauche sich keine Sorgen zu machen.

Und das Bad sei nicht überlaufen: „Im Sommer ist das ein echter Pluspunkt.“ Als klein und gemütlich schätzt es Peter Tatzel, der gern mit seinen Enkelkindern baden geht. Familiär und idyllisch findet es Julius Basso, der in Buhlbronn Stammgast ist, obwohl er in Urbach wohnt. „Man kann sich hier mit jedem unterhalten“, sagt er. „Und die Bademeisterin ist sehr kompetent und immer freundlich.“

„Das Bädle ist das Kommunikationszentrum und Freizeitvergnügen in Buhlbronn“, sagt auch Ortsvorsteherin Brigitte Keitel. Sie ist überzeugt: „Es gibt nichts Besseres für Kinder. Hier lernen sie schwimmen und aufeinander aufzupassen.“ Für die Kleinen gibt es ein Klettergerüst, einen Sandkasten und ein Sonnensegel. Die Mütter sitzen daneben und könnten sich beruhigt miteinander unterhalten, sagt Brigitte Keitel.

Eigentlich ist das Freibad ein Feuerlöschteich

Das Freibad in Buhlbronn gibt es seit Jahrzehnten. Ursprünglich war es ein Feuerlöschteich, und im Notfall dient es auch heute noch dazu. Brigitte Keitel, die ebenfalls im Bädle schwimmen gelernt hat, kann sich noch an Zeiten erinnern, als Jugendliche nach einem Fest nachts über den Zaun stiegen und nackt im Becken planschten. Undenkbar wäre das heute, sagt die Ortsvorsteherin: „Da wohnen jetzt Leute, die sich gestört fühlen würden.“

Ein Sommer ohne Freibad? In Buhlbronn eigentlich undenkbar, doch vor zwei Jahren, im ersten Corona-Sommer, war genau das der Fall, und vergangenes Jahr öffnete das Bad erst mit Verspätung und nur unter Corona-Regeln. Umso glücklicher sind die Buhlbronner dieses Jahr wieder über den ganz normalen Freibadsommer. Der beginnt traditionell am ersten Öffnungstag mit dem Rennen der Plastikenten, die die Besucher zu Wasser lassen und die die Kinder dann mit Füßepaddeln vom Beckenrand aus anzutreiben versuchen. Und er endet mit dem Hundebadetag im September.

Kampf ums Freibad

„Das Bädle ist eine Aufwertung für Buhlbronn und Lebensqualität“, findet Manfred Sperle. Wie viele Buhlbronner tritt er zweimal im Jahr zum Arbeitseinsatz an, um das Bädle flottzumachen. An diesem Nachmittag schwimmt er entspannt im Becken.

„In anderen Freibädern hat man die Leute mit hohen Wassertemperaturen verwöhnt“, sagt er, „das muss man jetzt überall zurückfahren.“ Als es Bestrebungen gab, das Freibad zu schließen, haben die Buhlbronner erfolgreich für ihr Bädle gekämpft. Kein Wunder. Ist es für viele in Buhlbronn doch wie für Waltraud Sperle „das am schönsten gelegene Freibad“.

Das Glück der Buhlbronner liegt mitten im Ort. An der Freibadstraße befindet sich das heimelige Bädle, das mit seinem 20 Meter langen und zehn Meter breiten hellblauen Schwimmbecken, der schönen Aussicht übers Tal und seiner Liegewiese ein echter Geheimtipp ist. Hier dürfen die Kinder in aller Ruhe schwimmen üben und Äpfel und Kirschen direkt von den Bäumen pflücken, und hier wacht Bademeisterin Tanja Schäfer seit neun Jahren darüber, dass im und außerhalb des Beckens keiner zu Schaden

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