Schorndorf

Gemeinde bereitet sich auf Stromausfälle vor

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Die Sicherung eines Privathaushalts in Stetten hat laut Remstalwerk nicht funktioniert, deshalb fiel der Schalter der nächsthöheren Sicherung im Stromverteilerkasten. Das löste in Teilen von Stetten einen Stromausfall aus. © Pixabay.com / CC0 Creative Commo

Plüderhausen. Wenn der Strom ausfällt, dann geht gar nichts mehr – das ist keine neue Erkenntnis. Bewohner aus Kernen mussten das erst kürzlich am eigenen Leib erfahren, als dort für ganze sieben Stunden der Strom ausfiel. Aber je mehr die Welt digitalisiert wird und am Strom hängt, desto wichtiger wird es, sich damit zu befassen. Die Gemeinde Plüderhausen will sich jetzt wappnen und wichtige öffentliche Einrichtungen mit einer Notversorgung ausstatten.

Das Rathaus, das Feuerwehrhaus, der Bauhof und die Staufenhalle – diese vier Gebäude stehen für die Gemeinde Plüderhausen ganz oben auf der Liste der Einrichtungen, die so wichtig sind, dass sie bei einem Stromausfall handlungsfähig bleiben müssen. Die Staufenhalle steht auf der Liste, weil sie als Notunterkunft dient, wenn Menschen bei einer Katastrophe aus ihren Behausungen evakuiert werden müssen.

Schaffer: Keine Vorsorge wäre langfristig leichtsinnig

Zu einer Katastrophe muss es aus Sicht von Bürgermeister Andreas Schaffer gar nicht unbedingt kommen, damit in Plüderhausen der Strom ausfällt. „Es ist davon auszugehen, dass das Thema häufiger kommt“, sagt er. Das Netz sei anfälliger als früher, auch durch die Auswirkungen der Energiewende. Gleichzeitig werde alles immer abhängiger vom Strom. „Wenn kein Strom mehr da ist, funktioniert gar nichts mehr.“ Sich als Gemeinde nicht auf solche Notfälle vorzubereiten und vorzusorgen, sei „langfristig leichtsinnig“.

Deswegen beauftragt Plüderhausen jetzt eine Fachfirma mit einer Bestandsaufnahme und der Entwicklung eines Versorgungskonzepts für Stromausfälle. Im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats, wo das Thema diskutiert wurde, stieß das Vorhaben auf Zustimmung.

Susanne Pfeiffer (CDU) erzählte, sie habe einmal einen Probelauf für den Ernstfall mitgemacht und bezeichnete die Situation als „wirklich gruselig“. Im Winter friere alles ein, nicht einmal Benzin sei noch zu bekommen, weil die Pumpen nicht arbeiten würden.

Seniorenzentrum hat Notversorgung

Thomas Reißig (SPD) sagte, er habe sich „schon gewundert, dass da nicht offiziell schon was vorgeschrieben ist“. Schließlich gebe es in Deutschland für alles Regularien. Reißig hält es für sinnvoll, auch die Schule in das Notfallkonzept mit einzubeziehen. Bürgermeister Andreas Schaffer versicherte daraufhin: Alle wichtigen Gebäude, auch das Seniorenzentrum oder die ärztliche Versorgung würden mit in die Betrachtung aufgenommen.

Das Seniorenzentrum „Haus am Brunnerain“ hat schon eine eigene Notversorgung, um auch ohne Strom den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Wobei es dabei nicht um lebenswichtige Geräte wie in einem Krankenhaus geht. „Es würde bei uns niemand sterben, wenn der Strom ausfällt“, sagt die Einrichtungsleiterin Sigrid Jost.

Mit Blockheizkraftwerk Nahwärmenetz in der Ortsmitte schaffen

Für die Gemeinde geht es „zunächst mal um die Aufrechterhaltung der Institutionen, die handlungsfähig bleiben müssen“, sagt Bürgermeister Andreas Schaffer. „Es geht um den Katastrophenschutz.“ Danach müsse man sich über weitere Einrichtungen wie die Schulen Gedanken machen.

Mit in das Konzept einbezogen wird auch das geplante Blockheizkraftwerk, über das die Gemeinde ein Nahwärmenetz in der Ortsmitte schaffen will, an dem unter anderem Rathaus, Feuerwehrhaus, Staufenhalle und Schlossgartenschule hängen. Über das Blockheizkraftwerk, so die Überlegung, könnten diese Einrichtungen dann auch im Notfall weiter mit Strom versorgt werden. Bislang hat von den öffentlichen Einrichtungen in Plüderhausen lediglich die Feuerwehr ein Notstromaggregat, das laut Andreas Schaffer eine Versorgung für einige Stunden leisten könnte.