Schorndorf

Gemeinderat macht den Weg frei für 14 Tiny Houses an drei Standorten

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Dieses Mini-Haus (Tiny House) war im Sommer 2019 während der Gartenschau in Endersbach ausgestellt. © ZVW/Alexandra Palmizi

Wenn alle vier vom Fachbereich „Stadtentwicklung und Baurecht“ vorgeschlagenen Standorte für Tiny Houses zur Verfügung gestanden hätten und voll ausgenutzt worden wären, dann wäre Platz für insgesamt rund 25 Tiny Houses im Bereich der Kernstadt gewesen. Nachdem aber der Platz an der Alten Steige (Ecke Uhlandstraße/Aichenbachstraße) weggefallen ist, weil er in absehbarer Zeit für den Bau eines weiteren sechsgruppigen Kindergartens benötigt wird, und weil die an der Remsstraße nahe der Fußgängerbrücke von und zur Erlensiedlung gelegene Tiny-House-Fläche an der Remsstraße auf Antrag der CDU-Fraktion in etwa halbiert worden ist, reicht der Platz jetzt nur noch für insgesamt 14 Tiny Houses: für vier an besagtem Standort an der Remsstraße, für vier ein Stück weiter westlich ebenfalls an der Remsstraße im Bereich des aufgegebenen Industriegleises und sechs am Lindenweg.

In den Ortsteilen weniger attraktiv

Fachbereichsleiter Manfred Beier machte eingangs mit Blick darauf, dass die CDU-Fraktion den Standort neben der Brücke zur Erlensiedlung zunächst ganz aufgegeben haben wollte, weil er sich möglicherweise nicht mit dem geplanten IBA-Wohnbauprojekt auf dem derzeitigen Bauhof-Areal vertragen könnte, deutlich, dass auch die geplante Tiny-House-Anlage etwas mit Baukultur zu tun haben sollte und deshalb auch hervorragend mit der Internationalen Bauausstellung 2027 korrespondieren würde. Beier plädierte dafür, am Standort festzuhalten, weil ansonsten nur noch zwei Standorte mit insgesamt zehn Plätzen übrig blieben. Woraufhin ihm die CDU-Fraktion immerhin insoweit entgegenkam, als sie bereit war, den Bereich unmittelbar an der Remsstraße für vier Tiny Houses freizugeben. Wobei Fraktionschef Hermann Beutel in dem Zusammenhang monierte, dass es seitens der Verwaltung vielleicht mal an der Zeit wäre, zumindest grob zu umreißen, was im Hinblick auf die IBA geplant sei. Darüber hinaus wollte Beutel von Manfred Beier wissen, ob das eine oder andere 13b-Baugebiet (Bauen am Ortsrand im beschleunigten Verfahren auf eine Fläche bis zu maximal einem Hektar), das offensichtlich keine Chance auf Realisierung habe, nicht wenigstens mit ein paar Tiny Houses belegt werden könne. Denkbar wäre das auf ein paar Restflächen, sagte der Fachbereichsleiter, der aber zu bedenken gab, dass diese Gebiete überwiegend in den Stadtteilen lägen und zunächst einmal weniger attraktiv sein könnten. Weil es den Bewohnern von Tiny Houses ja in aller Regel auch darum gehe, individuelle motorisierte Mobilität zu vermeiden.

Keine große Tiny House-Siedlung beim Stadtwerke-Neubau

Eine ganz andere Idee hatte SPD-Stadträtin Silke Olbrich, die sich im Namen ihrer Fraktion mit den drei verbleibenden Standorten einverstanden erklärte: Sie wollte wissen, ob nicht eine große Tiny-House Siedlung in der Nähe des neuen Stadtwerke-Gebäudes möglich sei. Manfred Beier wies diese Überlegung kategorisch zurück: Ein Bebauungsplanverfahren für eine solche Siedlung, das zudem noch mit dem Flächennutzungsplan kollidieren könnte, habe er gerade vermeiden wollen, und außerdem wäre sie in einem Gewerbegebiet wie dem an der Robert-Bosch-Straße ohnehin nicht möglich. Die angedachten Standorte, die seiner Meinung nach unterschiedliche Konzepte brauchen, reichten erst einmal, „und dann sehen wir weiter“, führte GLS-Stadtrat Werner Neher die Diskussion wieder auf das zurück, was letztlich auch zur Abstimmung stand. Und um es vorwegzunehmen: Die drei verbliebenen Standorte wurden unter Einbeziehung des CDU-Antrags jeweils mit großer Mehrheit gutgeheißen.

FDP/FW-Fraktion uneins

Gespalten in der Frage Tiny Houses – und zwar ganz grundsätzlich – war die FDP/FW-Fraktion. Während Peter Schwan den Vorschlag, das Wohnungsangebot in Schorndorf mit nicht mobilen, sondern ortsfesten und gestalterisch ansprechenden Tiny Houses – er spreche lieber von Mini-Häusern, die es mittlerweile im Übrigen auch schon barrierefrei gebe, sagte Schwan – ausdrücklich begrüßte, machte sein Fraktionskollege Gerald Junginger keinen Hehl daraus, dass ihn weder die Tiny-House-Idee an sich noch die Standortauswahl sonderlich begeistern. „Ein Kinderhaus ist wichtiger als Tiny House“, befürwortete er die Aufgabe des Standorts an der Alten Steige, aber auch die Standorte an der Rems-Straße und am Lindenweg, den auch Peter Schwan eher für mobile Tiny Houses geeignet hält, seien nicht ideal, meinte Junginger und sprach sich vorsorglich auch noch einmal gegen den im Technischen Ausschuss erörterten Vorschlag aus, dass die Stadtbau zunächst einmal ein Mustergebäude errichtet.

Wenn alle vier vom Fachbereich „Stadtentwicklung und Baurecht“ vorgeschlagenen Standorte für Tiny Houses zur Verfügung gestanden hätten und voll ausgenutzt worden wären, dann wäre Platz für insgesamt rund 25 Tiny Houses im Bereich der Kernstadt gewesen. Nachdem aber der Platz an der Alten Steige (Ecke Uhlandstraße/Aichenbachstraße) weggefallen ist, weil er in absehbarer Zeit für den Bau eines weiteren sechsgruppigen Kindergartens benötigt wird, und weil die an der Remsstraße nahe der

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