Schorndorf

Gibt es genügend Nachwuchs in der Landwirtschaft in der Schorndorfer Umgebung?

Magnus Rost
Auf Magnus Rosts Hof leben neben Pferden auch Hühner und Mastrinder. © Gabriel Habermann

Der Nachwuchs erbt Haus und Hof: Diese Regel galt früher gerade in der Landwirtschaft als gesetzt. Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Branche fehlen Fachkräfte, einige Familienbetriebe finden keine Nachfolger und müssen deshalb schließen. Anders sieht das beim Landhof Rost in Schornbach aus. Dort hat Magnus Rost im vergangenen Jahr den Hof von seinem Vater übernommen. Der junge Landwirt berichtet von seiner Arbeit, warum er den durchaus harten Job ergriffen hat und welche Zukunftssorgen die Branche plagen.

Kleine Höfe brauchen eine „Nische“

Eigentlich wollte Magnus Rost nie den Hof seiner Familie übernehmen. Nachdem der gelernte Zimmermann seine Fachholschulreife erlangt hatte, begann er ein Landwirtschaftsstudium. „Trotzdem wollte ich eigentlich einen anderen Job machen und nebenher ein bisschen auf dem Hof arbeiten.“ Während des Bachelors erfuhr er dann aber von Bewegungsställen für Pferde.

In diesen werden die Tiere auf einer großen Fläche mit viel Auslauf besonders artgerecht gehalten. Magnus Rost spricht von einer Nische, die er gefunden hat: „Es war schnell klar: Wir bauen das.“ Da sich das Konzept bewährte und die Nachfrage nicht abließ, baute die Familie sogar einen zweiten Bewegungsstall. Mittlerweile leben auf dem Landhof Rost 60 Pferde und Magnus Rost ist, entgegen seinen ursprünglichen Plänen, Vollzeit-Landwirt geworden. „Es ist schön, dass es so gekommen ist. Ich bin gerne Landwirt.“ Warum er den Beruf so gerne ausübt? Zum einen sei man sein eigener Chef, was Magnus Rost sehr zu schätzen vermag. „Man sieht auch, was man gearbeitet hat draußen in der Natur.“

Damit ein verhältnismäßig kleiner Hof bestehen kann, muss er laut Magnus Rost eine Marktlücke finden. Beispielsweise sei die Haltung von Schweinen heutzutage nicht mehr wirklich attraktiv. „Von 60 Milchkühen würde ich in der Rente nicht leben können.“ Allerdings seien die Marktlücken, in die ein landwirtschaftlicher Betrieb vorstoßen kann, begrenzt. „Und es muss einem auch Spaß machen“, merkt Magnus Rost an. Das viel beschriebene Höfesterben ist für den Landwirt in der Region um Schorndorf allerdings kein großer Problem.

Löhne können kaum mithalten 

Was den einen oder anderen aber von der Übernahme eines Bauernhofs abhalten könne, sei eine zu kleine Fläche. „Die nachfolgende Generation müsste viel Geld investieren, die Perspektive bis zur Rente fehlt damit teilweise.“ Genügend junge Leute, die Spaß an der Landwirtschaft haben, gebe es aber auf jeden Fall.

Der Fachkräftemangel entstehe vielmehr wegen eines anderen Problems: der Bezahlung. In der landwirtschaftlich klein strukturierten Gegend im Remstal haben es die Hofbetreiber im Gegensatz zu Handwerksbetrieben oft schwer, finanziell attraktive Arbeitsplätze anzubieten.

Außerdem ist die Arbeit in der Landwirtschaft von der Witterung abhängig. Gerade an Sommertagen, wenn beispielsweise geerntet wird, arbeitet man schon mal von 6 Uhr bis Mitternacht. Diese extremen „Arbeitsspitzen“ schrecken junge Leute laut Magnus Rosts Erfahrung aber eher weniger ab. Vielmehr sei es ein Problem, schnell qualifizierten und zuverlässigen Ersatz zu finden, wenn ein Angestellter einen Betrieb verlassen sollte. Dass allerdings reihenweise Höfe schließen müssen, darüber „müssen wir uns definitiv keine Sorgen machen“, sagt Magnus Rost. Auch wenn der ein oder andere Hof trotzdem verschwindet. „Das ist aktuell ein Strukturwandel. Wenn Flächen frei werden, werden sie normalerweise vorgestern verkauft.“

Was junge Landwirte aber mit Sorge in die Zukunft blicken lässt, sind die steigenden Baukosten und Zinsen. Denn Magnus Rost weiß aus eigener Erfahrung: „Wenn der Junior vom Studium kommt, hat er meistens Ideen und dann wird gebaut.“ Steigende Baupreise belasten die Betriebe dann ebenso wie der sich ständig erhöhende bürokratische Aufwand rund um Genehmigungen und Gutachten. Ein weiteres Problem stellen für Rost neu bebaute Flächen dar. „Ausgleichsflächen nehmen Platz weg und kosten an Ende landwirtschaftlich nutzbare Fläche“, erklärt er. Auch der „verloren gegangene Respekt der Bevölkerung“ stimmt Rost nachdenklich. Immer wieder würden Leute über bereits bepflanzte Äcker laufen und das Getreide zerstören.

Der Nachwuchs erbt Haus und Hof: Diese Regel galt früher gerade in der Landwirtschaft als gesetzt. Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Branche fehlen Fachkräfte, einige Familienbetriebe finden keine Nachfolger und müssen deshalb schließen. Anders sieht das beim Landhof Rost in Schornbach aus. Dort hat Magnus Rost im vergangenen Jahr den Hof von seinem Vater übernommen. Der junge Landwirt berichtet von seiner Arbeit, warum er den durchaus harten Job ergriffen hat und welche

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper