Schorndorf

Grafenbergschule Schorndorf stellt Vorgehen und mögliche Szenarien vor: Schulungen für Fernunterricht

Grafenbergschule Fernunterricht
Bei der Ausgabe der Doku-Cams und der Headsets an die Kollegen: Manuel Schreger, Schulleiter Stefan Weißert, stellvertretende Schulleiterin Suse Freudenreich, Jochen Mann und Jörg Arnold (von links). © privat

Fast wie aus dem Off meldet sich der Schüler: „I think we should …“ – Der Lautsprecher des Laptops ist laut genug, die anderen 27 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 des Technischen Gymnasiums sind plötzlich mucksmäuschenstill und hören, was der Klassenkamerad in Quarantäne beizutragen hat. Die Kamera des Laptops ist auf die Tafel gerichtet, der Schüler per Microsoft Teams dazugeschaltet. – Eine gute Lösung, aber keine ideale.

Ein anderes Szenario bietet sich in einer Klasse mit 30 Auszubildenden der Medizinischen Fachangestellten. Der Deutschlehrer befindet sich in Quarantäne und ist zugeschaltet, die Schülerinnen sehen ihn an die Wand projiziert – aber nun gibt es Rückkoppelungen, wenn die Schülerinnen in ihr Handy sprechen. Gar nicht ideal.

Noch komplizierter wird es im Berufskolleg: acht Schüler in Quarantäne, 22 präsent. So wird der Schulbetrieb wohl noch eine Weile weitergehen müssen.

Vier Kollegen der Grafenbergschule haben das Problem angepackt. In einer „Hauruckaktion“ wurden von der stellvertretenden Schulleiterin mit den letzten finanziellen Mitteln des eigenen Schulhaushaltes für alle 129 Lehrerinnen und Lehrer Bluetooth Headsets und Mini-Dokumentenkameras angeschafft.

Jochen Mann, Manuel Schreger, Jörg Arnold und Hubert Schmitt haben drei Settings dokumentiert: Lehrkraft zu Hause und Schüler im Klassenraum, oder aber Schüler zu Hause und die Lehrkraft in der Schule. Und schließlich die komplizierteste Situation: halb präsent, halb zu Hause. Für jedes Szenario wurden Fortbildungen entwickelt. Ein Umherlaufen im Klassenraum ist durch die kabellose Verbindung zum Rechner möglich, die Kamera nimmt einen „Tafelanschrieb“ auf Papier auf und wird via Microsoft Teams für die Jugendlichen in Quarantäne sichtbar.

Intern werden pro Abteilung zwei Kolleginnen oder Kollegen geschult, welche dann als Multiplikatoren ihr Wissen an die Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Der unglaubliche Schub im Bereich Digitalisierung wird hier als positive Coronanebenwirkung sichtbar.

Wie gestaltet man mit Tablet-PC, der Dokumentenkamera und dem Bluetooth Headset einen digitalen Unterricht? Wie verläuft die Verkabelung? Wie spielt man ein selbst aufgenommenes Video ein? Wie können Arbeitsaufträge ausgeteilt, eingesammelt, korrigiert und besprochen werden? Wie kann eine Gruppenarbeit gestaltet werden?

Nicht für jede Lehrkraft ist dieses Wissen selbstverständlich, wenngleich alle Lehrkräfte der Grafenbergschule gleich zu Beginn des Lockdowns im März ebenfalls durch eigene Kollegen eine Schnellbleiche im Umgang mit Microsoft Teams erhalten haben.

Bei 129 Lehrkräften passieren alle Trainings online, die Abstände werden gewahrt. Mit der Erfahrung von gut einem halben Jahr Onlineunterricht fällt das Fazit meist positiv aus: Mit der technischen Ausstattung von Schülern und Lehrkräften steht und fällt vieles. Nachdem die ersten kleinen Streiche – die Schüler schalten den Lehrer stumm oder kicken ihre Mitschüler aus dem Chat – langweilig werden, läuft es in den meisten Fächern richtig gut.

Jedoch bleibt ungelöst, wie Jugendliche, die sich zu Hause ein Zimmer und einen Rechner mit Geschwistern teilen, ordentlich fernunterrichtet werden können oder wie der Werkstattunterricht an der Fräsmaschine online stattfinden soll.

Und der direkte Augen-Blick von Angesicht zu Angesicht fehlt – den Schülern wie den Lehrern.

Fast wie aus dem Off meldet sich der Schüler: „I think we should …“ – Der Lautsprecher des Laptops ist laut genug, die anderen 27 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 des Technischen Gymnasiums sind plötzlich mucksmäuschenstill und hören, was der Klassenkamerad in Quarantäne beizutragen hat. Die Kamera des Laptops ist auf die Tafel gerichtet, der Schüler per Microsoft Teams dazugeschaltet. – Eine gute Lösung, aber keine ideale.

Ein anderes Szenario bietet sich in einer Klasse

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