Schorndorf

Graffiti: Wie soll die Unterführung "Mittlere Brücke" in Schorndorf künftig aussehen?

Janosch Mueller
Maske einmal anders: Diese hier trägt Janosch Müller zum Schutz beim Sprühen mit den Spraydosen. © Mueller

Schorndorf wird bunter - im Untergrund. Der Welzheimer Kunststudent Janosch Müller gestaltet die Unterführung „Mittlere Brücke“ nahe der Rainbrunnenschule neu. Mit Druck: Die Flächen erhalten ein Graffiti durch Farben aus Sprühdosen. Einem entsprechenden Vorschlag hat der Verwaltungs- und Sozialausschuss der Daimler-Stadt jüngst zugestimmt. Zur Begeisterung des Machers. „Ich habe mich auf jeden Fall gefreut“, so Müller. Bereits vor gut einem Jahr hatte er sich um Flächen zur Gestaltung bemüht, erzählt er, nun hat’s geklappt.

"Es wird viele kleine Dinge zu entdecken geben"

Wo bisher noch teils besprühte Fliesen die Unterführung dominieren, wird in näherer Zukunft ein Gesamtbild mit mehreren Betrachtungsebenen entstehen. Das Motiv im Ganzen setzt sich aus verschiedenen Farbflächen zusammen. In diesen wiederum gibt es bei näherer Betrachtung viele kleine Szenen zu sehen. Im Vorbeilaufen lohnt ein zweiter Blick, entwickelt sich eine spielerische Wirkung. Eine Art „Wimmel-Buch“ also? „Nicht ganz so übertrieben“, meint Janosch Müller, doch er weiß schon: „Es wird viele kleine Dinge zu entdecken geben aus der Nähe“. Der Gesamteindruck wird indes durch die Grundbeschaffenheit und die Größe der Fläche dominanter ausfallen, als die kleinen Motive wirken.

Welches Thema er für die Ausgestaltung aufgreifen will, „das steht noch nicht final“, so Janosch Müller. Er will sich mit dem Kulturforum und der Stadt abstimmen. Haben diese keine Wünsche, wird er frei gestalten. „Dann werde ich einfach mit den Farben Spaß haben, auf die ich Lust habe.“

Erfahrung mit größeren öffentlichen Flächen hat der Student bereits in seiner Heimatstadt Welzheim gesammelt, wo er unter anderem einen Wasserturm in einem Wohngebiet mit vielen Familien fantasievoll mitgestaltet hat.

„Den alten Malern Respekt gezollt“ in der Hammerschlag-Unterführung

Um eine große Fläche gestalten zu können, hatte sich der 23-Jährige in verschiedenen Städten beworben, darunter auch in Mutlangen, Schwäbisch Gmünd und Welzheim. Schorndorf galt seine erste Initiative. Hier hatte er, der Student der Kunst und Mathematik für ein gymnasiales Lehramt, bereits eine konkrete Fläche an der Hammerschlag-Unterführung im Blick. „Es wurde viel reingemalt in die alten Bilder“, hat er beobachtet. Die Motive dort sind allerdings als eigenständig geschützt. Damit ist Janosch Müller sehr einverstanden, es wird den „alten Malern Respekt gezollt“, sagt er anerkennend.

Verschiedene Flächen waren in der Daimlerstadt für ein Graffiti im Gespräch, unter anderem die Unterführung am Burg-Gymnasium, und wurden mit dem Kulturforum angeschaut. Letztlich fiel die Entscheidung für die Unterführung an der „Mittleren Brücke“.

Graffiti-Wettbewerb: "Eine Nummer zu groß"

Das Kulturforum nimmt sich des Themas ebenfalls an, nachdem die Grüne Liste Schorndorf des Gemeinderats bei den Haushaltsberatungen 2019 beantragt hatte, geeignete Flächen für Graffiti-Künstler im Stadtgebiet zu suchen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung und das Kulturforum machten sich Gedanken. Für einen Graffiti-Wettbewerb, den der Antrag der Grünen Liste Schorndorf weiterhin anregt, sieht das Kulturforum derzeit weniger Bedarf. „Ein Wettbewerb ist eine Nummer zu groß“, sagt Stefanie Grünes, Geschäftsführerin des Kulturforums, unserer Zeitung.

„Die Unterführung an der Mittleren Brücke ist seit langer Zeit verdreckt und verschmiert“, bemerkt übrigens auch ein Haushaltsantrag der SPD-Fraktion für dieses Jahr mit dem Ziel, diese zu streichen.

Das farbenfrohe Werk, das künftig optisch Leben in das Bauwerk bringen wird, wird also von vielen Seiten Beachtung finden, so viel steht fest.

Ein Honorar bekommt Janosch Müller für seine Arbeit nicht. Die Stadtverwaltung geht von 1000 Euro Kosten für Farben aus und übernimmt diese. Dazu kommen Klarlacke zum Fixieren. Sie helfen zudem, mögliche spätere Übermalungen leicht zu entfernen.

Wenn sich die Arbeit auch nicht in Euro und Cent auszahlt, Spaß macht sie Janosch Müller auf jeden Fall und bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Erfahrung. Wenn er sich wieder für Flächen bewerben will, wird sie ihm weiterhelfen.

Schorndorf wird bunter - im Untergrund. Der Welzheimer Kunststudent Janosch Müller gestaltet die Unterführung „Mittlere Brücke“ nahe der Rainbrunnenschule neu. Mit Druck: Die Flächen erhalten ein Graffiti durch Farben aus Sprühdosen. Einem entsprechenden Vorschlag hat der Verwaltungs- und Sozialausschuss der Daimler-Stadt jüngst zugestimmt. Zur Begeisterung des Machers. „Ich habe mich auf jeden Fall gefreut“, so Müller. Bereits vor gut einem Jahr hatte er sich um Flächen zur Gestaltung

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