Schorndorf

Grundstückssuche für ein zweites Mehrgenerationenhaus in Schorndorf ist schwieriger als gedacht

Mannschreckgruppe
Iris Hummel und Dr. Klaus Mannschreck von der Interessengemeinschaft „Nest“, die mit Hilfe von Magnus Geibel (von links) von der Pro-Wohngenossenschaft ein Mehrgenerationenhaus bauen wollen. © Gaby Schneider

Wie wollen wir leben? Und was machen wir, wenn wir älter werden? Diese Fragen treiben Iris Hummel und Dr. Klaus Mannschreck von der Interessengemeinschaft „Nest“ für ein zweites Mehrgenerationenhaus in Schorndorf schon seit Jahren um. 2017 war das erste Treffen, doch wirklich weitergekommen ist die Gruppe mit ihrem Projekt, das ein generationenübergreifendes, gemeinschaftliches und stadtnahes Wohnen in Schorndorf bieten will, noch nicht. Was fehlt, ist ein etwa 2000 Quadratmeter großes Grundstück für ein Haus mit 20 bis 30 Wohneinheiten.

Das zu finden gestaltet sich in Schorndorf so schwierig, dass einige Mitglieder bereits wieder abgesprungen sind und sich, weil sie nicht erst mit Mitte 70 umziehen wollen, anderweitig orientiert haben. Manche sind mittlerweile in eine Doppelhaushälfte gezogen. Aktuell hat die Interessengemeinschaft noch elf Mitglieder und sucht seit 2019 auch im Umland, in Winterbach, Urbach und in Richtung Stuttgart nach einem geeigneten Grundstück.

Unterstützt wird sie dabei von der „Pro“-Wohngenossenschaft aus Stuttgart, die auch das Mehrgenerationenhaus im Mühlbachhaus auf den Weg gebracht hat. Das ist für die Genossenschaft, die seit 1999 schon 20 Mehrgenerationenhäuser realisiert hat, mittlerweile zum Vorzeigeobjekt geworden. Die „Pro“ hat auch in Waiblingen die Woge 1 und 2 und in Winnenden ein Mehrgenerationenhaus auf dem Gelände des einstigen städtischen Farrenstalls gebaut – und die Erfahrung gemacht: Ohne den politischen Willen von Stadt und Gemeinderat, ausreichend Zeit und die Bereitschaft, ein Scheitern in Kauf zu nehmen, wird aus einem solchen Projekt nichts.

Ohne Kaufoption keine Chance

Und gerade den politischen Willen für ein zweites Mehrgenerationenhaus vermissen die Interessengemeinschaft und Pro-Geschäftsführer Magnus Geibel in Schorndorf sehr. Bis zum Oberbürgermeister, beklagt auch Klaus Mannschreck, „sind wir noch nicht vorgedrungen“. Elementar wichtig sei, sagt Geibel, dass die genossenschaftlich organisierte Interessengemeinschaft die Möglichkeit bekommt, sich ein Grundstück per Option zu sichern. Andernfalls habe sie keine Chance auf dem überhitzten Wohnungsmarkt. Schließlich gehe es der „Pro“ nicht um Gewinnmaximierung, sondern um die Sache und die damit verbundene Frage: Wie wollen wir wohnen?

Doch bisher haben sich alle Hoffnungen auf ein passendes Grundstück in Schorndorf zerschlagen: Aus der Idee, auf dem ehemaligen Bauhofareal unterkommen zu können, wurde nichts, weil das Gelände für die Internationale Bauausstellung IBA 27 gebraucht wird. Ein Gewerbeobjekt in einem Mischgebiet ließ sich nicht realisieren, und die Grundstücke, die es in den Oberen Straßenäckern gibt, sind zu klein.

Und mehr hat Schorndorf nicht zu bieten. Oder in den Worten von Wirtschaftsförderin Gabriele Koch: „Wir können kein Grundstück herbeizaubern.“ Für das Karlsstift, das die Zieglerschen in absehbarer Zeit als Pflegeheim aufgeben wollen und an das die Interessengemeinschaft bereits gedacht hat, „müsste man den Bebauungsplan ändern“, sagt Gabriele Koch. Für Magnus Geibel von der „Pro“ indes käme die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses im historischen Backsteingebäude sogar einem „Herzenswunsch“ gleich. Doch das Pflegeheim zwischen Burg- und Friedrich-Fischer-Straße ist der Interessengemeinschaft eigentlich fast schon zu groß.

Ein Seniorenhaus soll's nicht werden

Bis Herbst 2021 ein Grundstück zu finden, das ist das große Ziel. Und dann, ist Magnus Geibel überzeugt, „wird die Gruppe auch exponentiell wachsen“. Nach Planung und Bau könnte das Mehrgenerationenhaus in drei Jahren bezugsfertig sein. Doch es soll, das ist der Gruppe wichtig, kein Seniorenhaus werden. Im Moment halten sich die Über-50- und Über-60-Jährigen die Waage. Damit auch junge Familien eine Chance auf Wohnraum haben, ist auch die „Pro“ beteiligt, hält Wohnraum und vermietet ihn – mit lebenslangem Wohnrecht und einer späteren Kaufoption.

Wie wollen wir leben? Und was machen wir, wenn wir älter werden? Diese Fragen treiben Iris Hummel und Dr. Klaus Mannschreck von der Interessengemeinschaft „Nest“ für ein zweites Mehrgenerationenhaus in Schorndorf schon seit Jahren um. 2017 war das erste Treffen, doch wirklich weitergekommen ist die Gruppe mit ihrem Projekt, das ein generationenübergreifendes, gemeinschaftliches und stadtnahes Wohnen in Schorndorf bieten will, noch nicht. Was fehlt, ist ein etwa 2000 Quadratmeter großes

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper