Schorndorf

Höhenfeuer des MC Buhlbronn

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Eine Nachtwache bis in die frühe Morgenstunde haben die Mitglieder des Motorradclubs Buhlbronn gehalten, bis die Glut vollends verloschen war. © Ralph Steinemann
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In der Wärme des Höhenfeuers ließ es sich bestens aushalten. © Ralph Steinemann

Schorndorf. Lodernde Glut strebte da am Mittwochabend dem Himmel entgegen. Mit atemberaubender Geschwindigkeit stoben die Flammen des Buhlbronner Sonnwendfeuers in die Höhe. In Schach gehalten wurden sie von den Männern der Feuerwehr. Drum herum gab’s laute Musik, zusätzliche Feuer in Blechtonnen, Rote Würste und Glühwein. Kalt werden konnte jedenfalls keinem, der sich in der Nähe des Zehn-Meter-Scheiterhaufens aufhielt.

Video: Sonnwendfeuer in Buhlbronn, die Tage werden wieder länger.

Von oben blinzeln die Sterne am Firmament, aus der Ferne leuchtet Obersteinenberg hinüber, aus dem Tal Miedelsbach mit seinen Straßenlaternen herauf. Den Feldweg zum Dreschschuppen säumen Fackeln. Für Licht und Wärme sorgen zunächst tanzende Flammen in Feuertonnen. Wirklich schnell füllt sich der Platz rund um den Dreschschuppen. „Angefangen haben wir vor sechs Jahren mit vielleicht 50 Gästen“, berichtet Maik Schäfer, der erste Vorsitzende des Motorradclubs Buhlbronn. Inzwischen kommen regelmäßig mehr als 500 Besucher. Längst sind es nicht mehr nur Buhlbronner, die da mitfeiern. Gestemmt wird aber alles von den 79 Mitgliedern des Motorradclubs, allerdings etliche von ihnen sind inzwischen passiv.

Die Nachbarn wollten's leuchten sehen

2010 hatten Motorradler die Idee des Sonnwendfeuers aufgenommen, die aus Obersteinenberg zu ihnen herübergeschwappt war. Die Verantwortlichen des dortigen Sonnwendfeuers hatten sich damals überlegt, dass es toll wäre, könnte man beim Entzünden des eigenen Scheiterhaufens aus der Ferne einen benachbarten leuchten sehen. Die Buhlbronner Ortsverwaltung fragte die Motorradler, ob sie sich nicht um solch eine Veranstaltung kümmern wollten. Und da Biker im Winter bekanntermaßen etwas mehr Zeit haben als im Sommer, wenn die Ausfahrten anstehen, sagten sie zu. Abgesehen davon, ein Grund zum Feiern sei’s doch allemal, wenn die Tage wieder länger und die Nächte kürzer werden, findet Schäfer.

Abbruchholz ist richtig gutes Brennholz

Seit sechs Jahren ist’s das gleiche Team, das sich um den Aufbau des Scheiterhaufens kümmert. Vorne dran ist Markus Haag. Der zweite Vorsitzende des MC Buhlbronn ist außerdem Schreiner. Mit Holz kennt er sich aus. „Dieses Jahr hatten wir top Material“, berichtet Haag, kurz bevor er zur Tat schreitet, um den Turm in Flammen zu setzen. 40 Kubikmeter Abbruchholz aus alten Häusern haben die MCler fürs Höhenfeuer angekarrt. Pyramidenförmig wird es stets aufgebaut. Dank des guten, trockenen und stabilen Materials in diesem Jahr war der Turm besonders hoch geworden. Zehn Meter ist er in die Höhe gewachsen. Stück für Stück haben die Biker das Holz übereinandergestapelt und mit kleineren Holzteilen gefüllt. Dazu kamen Sägespäne und Papier, damit das Feuer schnell wachsen kann.

Feuerwehr begleitet Höhenfeuer zur Sicherheit

Kay Vivani vom MC Buhlbronn ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schorndorf, Abteilung Buhlbronn und ebenfalls mit seinen Kollegen im Einsatz. Die Männer in Schutzkleidung sorgen dafür, dass das Feuer sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Immerhin steht in der Nähe ein kleiner Holzschuppen, eine Stromleitung führt quer übers Feld. Zur Sicherheit besprengen sie den direkten Umkreis des Feuers immer wieder mit Wasser, fällt ein brennendes Stück Holz hinunter, wird es umgehend gelöscht. 1600 Kubik Wasser hat die Feuerwehr im Wagen dabei, zusätzlich wurde die Buhlbronner Wasserversorgung angezapft.