Schorndorf

Haubersbronner Kelterhäusle: Minimallösung, weil aus den Plänen, die alte Kelter wieder aufzubauen, nichts geworden ist

Unterstand haubersbronn
Michael Öttle und Michael Ratz (von links), beide im Haubersbronner Ortschaftsrat, haben geholfen, dass aus Resten der alten Kelter eine Schutzhütte in den Lauswiesen entstanden ist. © Benjamin Büttner

Auch wenn das Kelterhäusle eine Minimallösung ist, Michael Ratz und Michael Öttle haben das Maximale rausgeholt. Die beiden Haubersbronner Ortschaftsräte haben tatkräftig mitgeholfen, dass aus den Resten der alten Kelter am Spielplatz Lauswiesen eine Schutzhütte entstanden ist. Dabei sahen die ursprünglichen Pläne nicht nur anders, sondern deutlich größer aus.

Nachdem die 1863 erbaute Kelter, an zentraler Stelle an der Welzheimer Straße gelegen, im Jahr 1904 dem Schulhaus und 100 Jahre später im Kohlacker-Ghai zwei Bauplätzen weichen musste, hätten die Haubersbronner das historische Gebäude gerne in den Lauswiesen neu aufgebaut. Als sich dieser Plan zerschlug, weil die Gemeinde das vorgesehene Grundstück nicht erwerben konnte, landete das Keltermaterial auf dem Gelände der alten Schorndorfer Stadtgärtnerei am Ende der Johannesstraße und später einfach auf einer Wiese, auf der auch Schafe grasten.

So schnell gaben die Haubersbronner nicht auf

Ein Jammer – schließlich wurde der Abriss damals mit großem Aufwand betrieben. Die Balken, weiß Michael Ratz, wurden extra nummeriert. Als der Ortschaftsrat 2015 Überlegungen anstellte, die alte, in Holzständerbauweise errichtete Kelter, die mit Hilfe eines Stuttgarter Architekten in den Kohlacker versetzt wurde, wieder aufzubauen, waren die Holzbalken und Tore, die ohne Abdeckung auf der Wiese lagen, allerdings zum großen Teil verrottet. Ein Wiederaufbau wie in Buhlbronn, wo die alte Kelter als Veranstaltungs- und Lagerraum genutzt wird, war nicht mehr möglich. Also beschloss der Ortschaftsrat ein Jahr später, aus dem verwendbaren Restholz am Wellingshof eine Ersatzlösung zu bauen. Doch auch aus diesem Plan wurde nichts, für einen Aufbau im Außenbereich gab’s keine Genehmigung. Doch so schnell gaben die Haubersbronner nicht auf: 2017 fällte der Ortschaftsrat den Entschluss, aus dem Restholz in Eigenregie eine Schutzhütte in den Lauswiesen zu bauen. Für diese Minimallösung gab’s dann eine Genehmigung – und die finanzielle Unterstützung der Stadt, von einem Profi das Dach, den Rohbau und das Fundament erstellen zu lassen.

Wegen Corona keine Übergabefeier

Und auch wenn’s jetzt nur eine kleine Lösung ist, Michael Ratz und Michael Öttle sind zufrieden: Schließlich gab’s auf dem Spielplatz bisher keinen Schattenplatz und keinen Unterstand bei Regen. Vier, fünf Samstage haben die beiden investiert, die alten Tore zerlegt und gekürzt, um sie als Seitenwände nutzen zu können. Aus den übrig gebliebenen Holzbalken haben sie lange Bänke gezimmert. In den Sommerferien haben Ratz und Öttle, die sich als Nachbarn zusammengetan haben und als Schreinermeister und Industriemechaniker das nötige handwerkliche Geschick mitbringen, den Seitenaufbau des Kelterhäusle fertiggestellt. Vor zwei Wochen hätte es in einer kleinen Feier übergeben werden sollen, hätten nicht steigende Infektionszahlen diesen Plan zunichtegemacht. Mit dabei gewesen wäre dann auch Zimmermeister Jürgen Schneider, der die Kelter vor 14 Jahren abgebaut hat, das Grundgerüst gefertigt und den Fachwerkbau in Zimmermannstradition übergeben hätte.

Auch wenn das Kelterhäusle eine Minimallösung ist, Michael Ratz und Michael Öttle haben das Maximale rausgeholt. Die beiden Haubersbronner Ortschaftsräte haben tatkräftig mitgeholfen, dass aus den Resten der alten Kelter am Spielplatz Lauswiesen eine Schutzhütte entstanden ist. Dabei sahen die ursprünglichen Pläne nicht nur anders, sondern deutlich größer aus.

Nachdem die 1863 erbaute Kelter, an zentraler Stelle an der Welzheimer Straße gelegen, im Jahr 1904 dem Schulhaus und 100

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