Schorndorf

Hohe Energiepreise: Muss das Außenbecken im Oskar-Frech-Bad geschlossen werden?

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In der 62 Meter langen Glasfassade des Oskar-Frech-Seebads ist eine Fotovoltaik-Anlage integriert. Allerdings kommt sie nur auf eine Leistung von etwa zehn Kilowatt. © Ralph Steinemann Pressefoto

Wassertemperaturen zwischen 28 und 32 Grad in den Becken, die Schwimmhalle auf Wohlfühltemperatur beheizt, fünf Saunen mit schweißtreibenden 60 und 90 Grad Celsius: Der Energiebedarf im Oskar-Frech-Bad ist enorm. Angesichts dramatisch steigender Energiepreise keine einfache Herausforderung – schließlich läuft der Bade- und Saunabetrieb nach mehreren Lockdowns wegen der Corona-Einschränkungen noch immer nicht auf Hochtouren, sondern in der Warnstufe ausschließlich mit geimpften, genesenen und getesteten Badegästen.

Dass beim Bau des Oskar-Frech-Seebads vor 15 Jahren auch regenerative Energieträger zum Einsatz kamen, hilft in der jetzigen Situation offenbar nicht wirklich weiter. Das Fotovoltaik-Band, das in der 62 Meter breiten Glasfassade integriert wurde, hat mit rund zehn Kilowatt nur eine relativ geringe Leistung und ist obendrein als Volleinspeiseanlage konzipiert. „Seinerseits“, erläutert Katrin Welz, Referentin Geschäftsentwicklung und Kommunikation bei den Stadtwerken, „war der Einspeisevergütungssatz sehr hoch, daher hatte man sich für diese Variante entschieden.“

Überlegung: Mehr Fotovoltaik am Bad

Angesichts der aktuellen Situation gibt es bei den Stadtwerken nun die Überlegung, die Fotovoltaik-Erzeugungskapazität am Oskar-Frech-Seebad deutlich auszuweiten, etwa mit einer Parkplatzüberdachung mit Fotovoltaik. „Das Bad“, so Katrin Welz weiter, „ist als energieintensiver Betrieb von dem veränderten Energiemarkt und hohen Energiepreisen betroffen. Wir suchen daher ständig nach Möglichkeiten, um noch energieeffizienter zu sein und auch Energie einzusparen.“

Nicht unerhebliches Einsparpotenzial

Außerordentliche Zeiten erfordern offenbar weitergehende Maßnahmen: So wird aktuell sogar über eine Einschränkung des Angebots nachgedacht. Eine Maßnahme, kündigt Katrin Welz an, könnte sein, das 32 Grad warme Außenbecken vorübergehend zu sperren: „Um diese Temperatur bei der aktuellen Außentemperatur zu halten, fallen hohe Energiekosten an.“ Das Becken verliere pro Tag sechs Grad Temperatur, wenn es nicht beheizt wird. Der Einspareffekt wäre für die Stadtwerke also nicht unerheblich: Wird es vorübergehend gesperrt, könnten etwa 45.000 Kilowattstunden im Monat eingespart werden.

Nicht annähernd so hoch wäre der Effekt beim Lehrschwimmbecken mit einer Wassertemperatur von 30 Grad: Da die Raumtemperatur in Schwimmbädern immer über der Wassertemperatur liegen muss – andernfalls würde wegen der hohen Luftfeuchtigkeit Nebel in der Schwimmhalle entstehen –,  läge der Wärmeverlust bei einem unbeheizten Lehrschwimmbecken im Zehntelbereich und fiele daher kaum ins Gewicht.

Beim Bau des damals 1,7 Millionen Euro teuren Familien- und Sportbads wurde allerdings nicht nur ein Fotovoltaik-Band in der Glasfassade integriert, das gleichzeitig als Sonnenschutz dienen soll. Zur Abdeckung der Grundheizlast setzte man damals auf eine Kombination aus Blockheizkraftwerk und der Nutzung geothermischer Energie von 120 der insgesamt 295 Bohrpfähle.

Wassertemperaturen zwischen 28 und 32 Grad in den Becken, die Schwimmhalle auf Wohlfühltemperatur beheizt, fünf Saunen mit schweißtreibenden 60 und 90 Grad Celsius: Der Energiebedarf im Oskar-Frech-Bad ist enorm. Angesichts dramatisch steigender Energiepreise keine einfache Herausforderung – schließlich läuft der Bade- und Saunabetrieb nach mehreren Lockdowns wegen der Corona-Einschränkungen noch immer nicht auf Hochtouren, sondern in der Warnstufe ausschließlich mit geimpften, genesenen und

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