Schorndorf

Immer mehr Familien müssen sparen: Hier gibt es in Schorndorf günstig Kinderkleider

Secondhandladen
Barbara Beutel engagiert sich seit 20 Jahren bei Pfiffikus. © Benjamin Büttner

Eine blaue Jeans-Latzhose für vier Euro, ein kariertes Kinderkleid für 4,50 Euro, Gummistiefel in Pink für drei Euro, ein warmer Baby-Anorak für zwei Euro und viele weitere Teile für gerade mal 50 Cent: Die Preise im Kleiderladen Pfiffikus sind unschlagbar günstig. Kein Wunder, dass der Secondhand-Laden des Kinderschutzbundes schon immer beliebt war – jetzt aber hat sich der Umsatz verdoppelt. Der Grund: Immer mehr Familien müssen sparen. Denn die explosiven Preissteigerungen beim Tanken, Heizen, bei Lebensmitteln und eben auch bei Kleidung treffen Menschen mit Kindern besonders hart. „Es gibt immer mehr Notfälle“, weiß Pfiffikus-Bereichsleiterin Barbara Beutel. Der Laden, in dem Inhaber von Tafelladen-Ausweisen nochmals zehn Prozent Rabatt erhalten, habe seine Berechtigung. „Der Bedarf ist größer geworden. Die Leute setzen verstärkt auf Secondhand.“

Auch der Gedanke der Nachhaltigkeit zählt

Tatsächlich gibt es viele Gründe, in den Kleiderladen im Familienzentrum zu gehen. „Manche Menschen mit genügend Geld kaufen Markenware und verkaufen sie dann wieder“, sagt Barbara Beutel. Andere kauften aus Gründen der Nachhaltigkeit gerne gebrauchte Sachen. Daneben gebe es aber auch immer mehr Familien, die ihre Sachen verkaufen, weil sie auf jeden Cent angewiesen sind. Und die, sagt Barbara Beutel, im Pfiffikus-Kleiderladen einkaufen, weil es dort günstig ist. Auch Jugendliche kommen ihrer Beobachtung nach vermehrt in den Laden, um sich dort mit Kleidung einzudecken. Und viele Schwangere, die auf den Kleiderladen von ihrer Hebamme aufmerksam gemacht wurden, kaufen dort Babysachen ein. Alle Teile sind übrigens gewaschen und in gutem Zustand, betont Barbara Beutel. „Kaputte Sachen gebe ich gleich zurück.“

Innerhalb von sechs Wochen müssen die Sachen verkauft werden

Babysachen und Kinderkleidung bis Größe 176, Umstandskleider, Spielzeug und Bücher werden in Kommission genommen und sechs Wochen lang zum Verkauf angeboten. Den Preis bestimmt die Verkäuferin. 70 Prozent davon bekommt sie, 30 Prozent gehen an den Kinderschutzbund. Waren, die innerhalb der Sechs-Wochen-Frist nicht verkauft werden, müssen abgeholt werden. Ansonsten gehen sie in den Besitz des Kinderschutzbundes.

Seit der Coronakrise läuft die Übergabe der Waren kontaktfrei: Die Kartons und Tüten mit Kleidern und Spielsachen werden samt Preisliste einfach abgegeben. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zeichnen die Sachen aus und räumen sie in die Regale. Dreimal im Jahr – vor Weihnachten, im Februar und im August – gibt es einen Sonderverkauf. Dann werden alle Sachen zum halben Preis verkauft. Für Bedürftige werden über die Stadt, das Jugendamt und die Paulinenpflege Gutscheine verteilt, mit denen sie drei Teile kostenlos und die weiteren stark vergünstigt bekommen. Im Februar und August wird anschließend geräumt und Platz geschaffen für die nächste Saison. Unmoderne Sachen sollen es gar nicht erst in die Regale und an die Kleiderständer schaffen.

„Ich finde es gut, die Klamotten wiederzuverwenden

Die Kunden wissen das zu schätzen. „Hier gibt es günstige und schöne Sachen“, weiß Ahmad Mesto, der zusammen mit seiner Frau für seine Zwillinge einkauft. Die angehende Heilerziehungspflegerin Nato Leparteliane kauft seit einem Jahr im Pfiffikus-Kleiderladen ein. „Mir gefällt, dass die Sachen hier billiger sind“, sagt sie. Die steigenden Preise machen ihr zu schaffen: „Ich muss jetzt mehr sparen.“ Ramona Krötz, die für ihre beiden Kinder einkauft, gefallen nicht nur die Qualität und der Preis der Kinderkleidung, sondern auch die Nachhaltigkeit im Secondhand-Laden: „Ich finde es gut, die Klamotten wiederzuverwenden.“

Info

Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr. Dienstagnachmittag ist geschlossen. Samstags ist von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Wer Sperriges wie Kinderwagen abgeben möchte, sollte vorher anfragen, ob Platz vorhanden ist. Der Kleiderladen ist in der Karlstraße 19, Telefon 0 71 81/ 88 77 10.

Eine blaue Jeans-Latzhose für vier Euro, ein kariertes Kinderkleid für 4,50 Euro, Gummistiefel in Pink für drei Euro, ein warmer Baby-Anorak für zwei Euro und viele weitere Teile für gerade mal 50 Cent: Die Preise im Kleiderladen Pfiffikus sind unschlagbar günstig. Kein Wunder, dass der Secondhand-Laden des Kinderschutzbundes schon immer beliebt war – jetzt aber hat sich der Umsatz verdoppelt. Der Grund: Immer mehr Familien müssen sparen. Denn die explosiven Preissteigerungen beim Tanken,

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