Schorndorf

Inklusives Kinderfest Schorndorf: Großer Spaß auf dem Marktplatz

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Kinderrennbahn
OB Hornikel eröffnet die Rennbahn. © Andreas Fink
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inklusives Kinderfest
Erklärtes Ziel des Festes: Eltern und Kinder machen etwas gemeinsam. © ALEXANDRA PALMIZI
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inklusives Kinderfest
Schon kurz nach der Eröffnung konzentriertes Interesse am Enten- und Böötchen-Fischen beim Stand vom SOS-Kinderdorf. © ALEXANDRA PALMIZI

Da scharrten sie mit den Schühchen rittlings auf ihren Bobby-Cars. Grand-Prix- und Formel-1-Stimmung auf dem Unteren Marktplatz, als OB Bernd Hornikel am frühen Sonntagnachmittag symbolisch die „Autorennbahn für Kids“ eröffnete und das rote Band durchschnitt. Ein mächtiges Geschiebe gab es da auf dem farbig neu gestrichenen Holzparcours und aus einer fernen Zeit schien Gottlieb Daimler dazu milde aus seinem Denkmalstein zu lächeln.

Ja, beim inzwischen 13. inklusiven Kinderfest war viel Bewegung, herrschte reges Treiben auf den beiden Marktplätzen, worüber sich auch OB Bernd Hornikel besonders freute. „Es ist wieder was los auf dem Marktplatz für die Bürger. Und das nun schon an zwei Wochenenden hintereinander. Das ist großartig.“ Und es klang wie ein befreites Aufatmen nach den vielen Einschränkungen der vergangenen Jahre: „Dafür sind die öffentlichen Räume da!“

Zum Konzept des Fests gehört, dass Eltern keinen Geldbeutel aufmachen müssen.

Und wiederum ja: Der Marktplatz wurde bei diesem Kinderfest zum gern und gemeinsam genutzten Spiel-Raum: der Begegnung und des "Etwas-zusammen-Tuns“. Darüber freute sich dann auch Heidi Rapp vom Schorndorfer Bündnis für Familie, von dessen Mitarbeitern das Fest federführend organisiert wurde. „Man sieht hier immer Eltern bei ihren Kindern, die gemeinsam etwas machen.“ Und sie hat über die Jahre beobachtet: „Das schafft eine tolle, ruhige Stimmung.“

Dazu gehört zum Konzept des inklusiven Kinderfestes, erklärt Heidi Rapp, „dass die Eltern keinen Geldbeutel aufmachen müssen, dass hier alles kostenfrei ist“. Und ein weiterer so erfreulicher wie gewünschter Nebeneffekt ist, dass sich das, so Rapp, „in der internationalen Community in der Stadt herumspricht. Die kommen auf den Marktplatz!“ Inklusivität wird hier also wirklich, keiner muss sich ausgeschlossen fühlen, jeder ist eingeladen und gehört dazu. Das konnte man sozusagen schnappschussartig an der kleinen Warteschlange vor der aufgebauten Torwand der SPD sehen. Das Farbenspektrum der Gesichter der erwartungsvoll fröhlichen Kinder bildete die Buntheit dieser Welt ab.

Berührend das ukrainische Geschwisterpaar, unschlüssig doch etwas am Rande des Geschehens stehend, von denen eine sich dann schließlich ein Herz fasste und ein lila Fähnchen vom Stand des Vereins der Kindertagespflege herausfischte und sich damit ein kleines, zitternd wehendes Zeichen der Zugehörigkeit eroberte.

Überall wurden Gesten des Hegens, der Zuwendung und Aufmerksamkeit geübt

„Unser Ziel war es, alles auf einfachem Niveau zu machen, zu zeigen, dass das Einfache Spaß macht, ganz ohne kommerzielle Hüpfburgen“, sagt Heidi Rapp. Und so sah man denn unter dem offenen Zelt der katholischen Kirchengemeinde dicht gedrängt Kinder am Basteln, Kneten und Kettenknüpfen. Bei der evangelischen Gesellschaft nebenan war der Andrang auf die Button-Maschine groß. Am Stand des SOS- Kinderdorfs durften gelbe Enten und Böötchen aus dem Wasser gefischt werden.

Viele Kids waren beim Verein „Aktive Kinder“ dabei, auf kleinen Mühlsteinen ihr eigenes Dinkelkorn zu mahlen und ein kleines Tütchen davon mit nach Hause zu nehmen. Die CDU lud zum aktiven Mülltrennspiel. Der Tageselternverein hatte zwei runde Sandkästen gefüllt, aus denen zahllose Kinder nach Edelsteinen gruben, die sie auch behalten durften.

Am Stand des „Bündnisses für Inklusion und Teilhabe" beschäftigten sich die Kleinen mit Brailleschrift für Blinde. Beim Kinderschutzbund konnten Ableger von Pflanzen eingetopft werden, zum Beispiel gerne „Affenschwänze“, und ebenfalls stolz mitgenommen werden. Überall, könnte man sagen, ging es um (kleine) Gesten der Zuwendung, des Hegens und der Aufmerksamkeit, die hier erlebt und selber ausgeführt werden konnten.

Dazu gehörten auch die von der Freiwilligen Feuerwehr und dem Roten Kreuz bereitgestellten und geöffneten Einsatzwagen, die ebenfalls großes Interesse bei den kleinen Festbesuchern fanden. Not und Katastrophen, und wie man ihnen begegnet, das sind durchaus Themen, mit denen sie in dieser Welt schon früh konfrontiert werden.

Da scharrten sie mit den Schühchen rittlings auf ihren Bobby-Cars. Grand-Prix- und Formel-1-Stimmung auf dem Unteren Marktplatz, als OB Bernd Hornikel am frühen Sonntagnachmittag symbolisch die „Autorennbahn für Kids“ eröffnete und das rote Band durchschnitt. Ein mächtiges Geschiebe gab es da auf dem farbig neu gestrichenen Holzparcours und aus einer fernen Zeit schien Gottlieb Daimler dazu milde aus seinem Denkmalstein zu lächeln.

Ja, beim inzwischen 13. inklusiven Kinderfest war

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