Schorndorf

Köstlichkeiten mit roten Backen

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Alexander Demandt, Juniorchef vom Sonnenberghof, mit seinen Äpfeln. In der Hand hat er einen Natyra._0
Alexander Demandt, Juniorchef vom Sonnenberghof, mit seinen Äpfeln. In der Hand hat er einen Natyra. © Danny Galm
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Der Topas ist ein Rundum-Talent. Er ist einfach zum Reinbeißen lecker, saftig knackig und fein-säuerlich. Aber er eignet sich auch zum Einkochen und zum Saften. Geerntet wird er Ende September. Und er lässt sich auch zu Hause gut lagern. Denn: Er ist wie der Natyra einer der schorfresistenten Äpfel, hat deshalb eine etwas festere Schale und trocknet daher nicht aus.
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Gala ist der klassische Kinderapfel. Er ist wunderbar knackig, schön süß und hat nur wenig Säure. Die Frucht ist nicht so riesig groß. Außerdem ist er ganz herrlich rot. So rot, dass er auch in der Weihnachtszeit zu Ehren kommt: Im Adventskranz macht er sich ausgesprochen gut. Übrigens schmeckt er auch sehr gut als Bratapfel. Geerntet wird er Anfang September.
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Die Rubinette, ein recht kleines Früchtchen, sticht durch ihren Geschmack aus der Masse der Äpfel heraus. Sie ist sehr würzig und ähnelt dem Klassiker Cox Orange, ist aber viel knackiger. Die Rubinette ist im Supermarkt kaum zu bekommen. Das heißt: Wer diesen Apfel genießen will, daraus Kompott kochen, einen Kuchen backen, ihn als Bratapfel brutzeln lassen oder versaften will, muss zu den Direktvermarktern gehen.
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Der Glockenapfel ist einer jener Äpfel von den zurzeit so beliebten alten Apfelsorten. 1856 wurde er als Zufallssämling in Deutschland entdeckt. Sprich: Hier hat die Natur ganz ohne Zutun des Menschen eine wunderbare Sorte hervorgebracht. Der Glockenapfel ist fest im Fleisch und deshalb nicht nur als Tafelobst, sondern auch als Kuchenapfel bestens zu verwenden. Außerdem ist er herrlich sauer. Geerntet wird er Ende September. Aber: Der Glockenapfel kann nicht nur, er muss sogar eine Weile lagern, damit er perfekt ist. Das heißt: Wenn alle anderen Äpfel schon matschig und lahm werden, ist der Glockenapfel noch immer ein Genuss.
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Santana ist die Rettung für Apfelallergiker. Wem bei allen anderen Sorten der Mund zu jucken anfängt und der Hals zuschwillt, der verträgt oft noch dieses rote Wunder. Warum? Dem Apfel ging bei der Züchtung zufällig ein Eiweiß verloren. Und meistens ist es genau dieses Eiweiß, das für die allergischen Reaktionen sorgt. Der Verlust macht geschmacklich nichts aus. Der Apfel ist süß und saftig. Er eignet sich wegen seines festen Fruchtfleischs auch bestens zum Kuchenbacken, ist aber nicht so sauer wie der klassische Kuchenapfel Boskop.
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Natyra ist die Neuentdeckung auf dem Apfelmarkt und ausschließlich den Bio-Bauern vorbehalten. Der Apfel ist süß-sauer und unglaublich saftig und knackig. Er hat allerdings eine etwas festere Schale. Die muss er haben: Sie sorgt dafür, dass der Apfel für Pilze so gut wie unempfindlich ist. Das heißt: Dieser Apfel kommt ungespritzt daher. Die festere Schale hat aber noch einen unbestreitbaren Vorteil: Die Frucht bleibt selbst in der Wohnung über viele, viele Tage saftig und knackig. Schrumpeläpfel gibt’s hier nicht.

Remshalden/Backnang.
95 Prozent Ernteausfall in diesem Jahr: Apfelbauern wie die Hallers und Demandts vom Rohrbronner Sonnenberghof verkaufen derzeit wertvolle Einzelstücke. Anlass, zur Zeit des Erntedank den Apfel mal wieder als das zu würdigen, was er ist: Ein beglückendes Geschenk der Natur, voller Überraschungen, Nuancen und Möglichkeiten, das auch mit kleinen Macken hervorragend schmeckt. Es lohnt ein genauerer Blick auf verschiedene Sorten. Auf alte und auf neue Züchtungen.

Topas

 Gala

Rubinette

Glockenapfel

Santana

Natyra


Apfelwissen

  • 20 000 unterschiedliche Apfelsorten gibt es in Europa. Wirtschaftlich von Bedeutung sind davon allerdings nur 50 Sorten.
  • Die ersten Äpfel des Jahres sind die Klaräpfel. Sie reifen schon Ende Juli. Ihnen folgen James Grieve.
  • Die letzten Äpfel des Jahres sind Pink Lady und Fuji. Sie reifen erst im November.
  • Verbraucher heute bevorzugen Äpfel mit roten Bäckchen. Rein gelbe Früchte werden oft verschmäht. Deshalb werden die Sorten zunehmend auf Farbe gezüchtet.
  • Die rote Farbe kann aber auch auf Äpfeln entstehen, die üblicherweise nicht so bunt sind. Sie entsteht nämlich, wenn die Nächte kalt, die Tage aber schön sonnig und warm sind.