Schorndorf

Kürbisfest mit Gruselgestalten

1/2
644cd269-8912-4321-912f-85902951256f.jpg_0
Ein wichtiger Bestandteil des Kürbisfestes: Heimelige Lagerfeuerstimmung beim Stockbrot-Backen. © Habermann / ZVW
2/2
fcadcf07-3d19-477e-b40a-dd215353fcd8.jpg_1
In der Kinderdisco konnten kleine Hexen und Zauberer tanzen und sich austoben. © Habermann / ZVW

Remshalden. Nach einem Jahr Pause hat das Kürbisfest in Grunbach wieder stattgefunden. Auf dem Reinhold-Maier-Platz versammelten sich rund um Lagerfeuer und Kinderdisco wieder viele Familien. Auch gruslig Kostümierte waren wieder unterwegs, wenn auch, am früheren Termin einige Tage vor Halloween, nicht so viele wie sonst. Organisiert hat das Fest dieses Mal die Jugendfeuerwehr mit Unterstützung der FDP.

Es ist kein großes Fest, aber eines mit großem Einzugsbereich. Plakatwerbung gemacht haben die Organisatoren von der Remshaldener Jugendfeuerwehr im Bereich zwischen Winnenden und Plüderhausen. Alle sollten mitbekommen: Dieses Jahr gibt es wieder ein Kürbisfest. Denn dieses hatte Freunde auch weit über Remshalden hinaus gefunden.

Nichts Vergleichbares im Remstal

„Es hat sich im ganzen Remstal herumgesprochen“, sagt Sigrid Pressel, die die Veranstaltung in Grunbach vor nun elf Jahren mitbegründet und über die Jahre maßgeblich getragen hat. Schließlich gebe es im Remstal auch nichts Vergleichbares. Das Kürbisfest ist ein Familienfest, klein, aber fein, ohne viel Brimborium, überschaubar, aber sehr stimmungsvoll.

Auch in diesem Jahr war es wieder ziemlich voll auf dem Reinhold-Maier-Platz. Bei kühler Witterung schmeckten die Heißgetränke wie der Punsch besonders gut. Wer wollte, konnte sich am offenen Feuer wärmen und ein Stockbrot backen. Und denen, die in der Kinderdisco herumflitzten und tanzten, wurde garantiert auch nicht kalt.

Das Fest wurde im vergangenen Jahr schmerzlich vermisst

Im vergangenen Jahr fiel das Fest nach neun Jahren zum ersten Mal aus, weil Sigrid Pressel an der Hand operiert worden war und sich nicht um die Organisation kümmern konnte. Eine Enttäuschung für viele, für die es offenbar mittlerweile fest zum 31. Oktober gehört hatte, an dem es immer stattfand. Nach dem Ausfall hörte Sigrid Pressel, dass Leute sogar auf dem leeren Platz standen, weil sie nicht mitbekommen hatten, dass das Fest abgeblasen worden war.

Hauptgeschäft in den Händen der Feuerwehr

Besonders schmerzlich war der Ausfall auch für die Jugendfeuerwehr, die seit Jahren beim Fest dabei war, Getränke und Essen verkaufte und damit eine wichtige Einnahmequelle hatte. „Wir können damit unsere Ausflüge und Aktionen finanzieren“, sagt Aline Margraf. Die 21-Jährige ist Ausbilderin bei der Jugendfeuerwehr und in diesem Jahr mit im Organisations-Team dabei. Sigrid Pressel hat sich etwas aus der Verantwortung zurückgezogen und das Hauptgeschäft in der Vorbereitung in die Hände der Feuerwehr gelegt. Unterstützung kommt von den Mitgliedern des FDP-Ortsvereins, die Sigrid Pressel, selbst in der FDP aktiv, rekrutiert hat. Sie helfen beim Ab- und Aufbau, aber auch an den Ständen während des Abends.

Termin am Samstag geschickter

Zum ersten Mal fand das Fest dieses Jahr nicht am 31. Oktober, am Vorabend von Allerheiligen, statt, sondern schon am Samstag vorher. Der Termin liege geschickter, sagt Sigrid Pressel, weil er den Berufstätigen entgegenkomme, sowohl auf Seiten der Helfer als auch unter den Besuchern.

Die „gewachsene Struktur“ und die Erfahrung von Sigrid Pressel hätten es einfacher gemacht, das Fest zu organisieren, sagt Rafael Kehl, Ausbilder bei der Jugendfeuerwehr, bevor er losfährt zum Feuerwehrhaus. Er bringt die erste Schicht des Feuerwehrnachwuchses zurück und holt die nächste ab. Zehn Jugendliche sind in jeder der zwei Helfer-Schichten dabei.

Kehl: Unterstützung muss da sein

Wie es mit dem Fest in den nächsten Jahren weitergeht, müsse man abwarten, sagen alle Beteiligten. Aber es wäre schon eine Überraschung, wenn es keins mehr gibt. Für die Feuerwehr alleine sei es halt zu viel, meint Rafael Kehl, Unterstützung von anderer Seite müsse da sein. Sigrid Pressel gibt sich da entspannt. So lange sie könne, werde sie mithelfen, sagt sie: „Und ich denke, ich kann noch lang.“


Am Beginn stand eine Marketingaktion

Die Ursprünge des Kürbisfestes liegen in Überlegungen der Gewerbetreibenden der Interessengemeinschaft Olgastraße in Grunbach, die sich überlegt haben, wie sie mehr Leute zu ihren Läden bringen können. Damals hatten sie das Problem, das ihre Straße lange Zeit durch eine Baustelle blockiert war.

„Wir hatten die Idee, dass wir die ganze Olgastraße mit Kürbissen ausstatten“, sagt die langjährige Hauptorganisatorin Sigrid Pressel. Auch den Nachbarn hätten sie Kürbisse zum Schnitzen geschenkt.

Daraus wurde dann das Kürbisfest: Zum Abschluss der Aktion wurden 2006 die Kürbisköpfe hinunter zum Reinhold-Maier-Platz getragen und es wurde gefeiert. Von der ursprünglichen Marketingaktion hat sich das Fest schon lange gelöst, es ist jetzt ein Familien-Happening, ein „voller Erfolg“, wie Sigrid Pressel sagt. Die Besucherzahlen sind stetig gestiegen.