Schorndorf

Keine Sicherheitsbedenken beim Veranstalter

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Polizisten im Schlosspark am Tag nach den Flaschenwürfen bei der SchoWo 2017. © Habermann / ZVW

Mit dem Abstand eines Jahres ist der Sprecher der SchoWo-Vereinsgemeinschaft, Jürgen Dobler, mehr denn je davon überzeugt, dass die SchoWo 2017 „eigentlich eine ganz normale SchoWo“ war. Wenn die Polizei nach den Erfahrungen im Schlosspark gleichwohl meint, „,mehr tun zu müssen, als unserer Meinung nach nötig ist, dann soll uns das recht sein“, sagt Dobler.



Der hat auch ungeachtet dessen, dass die Vorkommnisse im bis zum vergangenen Jahr als Aufenthaltsbereich für die Jugendlichen dienenden Schlosspark formal außerhalb des SchoWo-Geländes stattgefunden haben, kein Problem damit, dass der Jugendtreff in der Außenwahrnehmung als Teil des von der VG verantworteten Stadtfestes erscheint. Wo wie das ja auch im vergangenen Jahr der Fall war, als nach den Auseinandersetzungen in den Schlosswallgütern die SchoWo insgesamt in Misskredit gebracht wurde. Völlig zu Unrecht, wie Dobler findet – ganz davon abgesehen, dass es in den vergangenen Jahren auch auf der SchoWo selber wie auf vielen anderen Stadtfesten auch immer wieder zu Handgreiflichkeiten und Auseinandersetzungen rivalisierender Gruppen gekommen ist. Und manchmal, so die Erfahrung der SchoWo-Macher, brauche es zur Eindämmung solcher Gewaltausbrüche, „einfach nur ein bisschen Coolness“.

Ein komfortables Konzept

Aber, damit kein Missverständnis aufkommt: „Alles, was Polizei und Ordnungsamt in diesem Jahr an Maßnahmen ergreifen, ist gut, auch wenn wir als erfahrene SchoWo-Macher das eine oder andere anders machen würden“, sagt Jürgen Dobler, der das städtische Sicherheitskonzept, das der VG im Übrigen Anfang dieser Woche noch gar nicht vorlag, „trotz aller Kämpfe“ auch insofern „komfortabel“ findet, als sich die Stadt in vorbildlicher Weise kooperativ und partnerschaftlich zeige – nicht zuletzt auch in finanzieller Hinsicht.

„Da geht es um Kosten, die für uns als VG nicht einmal ansatzweise darzustellen wären“, sagt Jürgen Dobler unter Verweis zum Beispiel auf den Einsatz des Sicherheitsdienstes Bunk, der im letzten Jahr – damals noch unter dem Eindruck der drohenden Terrorgefahr, von der 2018 niemand (mehr) spricht – verstärkt worden ist und bei der diesjährigen SchoWo in unverminderter Stärke beibehalten werden soll. Lediglich die von der Firma Bunk seit mehreren Jahren gestellten Nachtwachen gehen finanziell zulasten der Vereinsgemeinschaft.

Geheimniskrämerei bei der Polizei

Außerdem gehen die beiden SchoWo-Vorstände Jürgen Dobler und Heinz Olschewski, die sich in der Einschätzung der jeweiligen Sicherheitslage blind vertrauen, davon aus, dass nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres auch Ortspolizeibehörde (Ordnungsamt) und Polizei verstärkt präsent sein beziehungsweise sich massiv in Bereitschaft halten werden. Was das bei der Polizei in Zahlen heißt, kann Dobler nicht sagen, weil – und das ist der Punkt, mit dem die SchoWo-Macher nicht einverstanden sind – sich die Schorndorfer Polizeiführung aus, wie es so schön heißt, polizeitaktischen Gründen weigert, auch nur denen Auskunft zu geben, die letztendlich dafür verantwortlich sind, was auf dem Fest passiert.

Eine Geheimniskrämerei, die auch vom letzten Jahr her bekannt ist, als die Polizei schnell bei der Hand war, eine zunächst einmal nachweislich viel zu hoch gegriffene Zahl von angeblichen Angreifern im Schlosspark zu beziffern, sich aber beharrlich geweigert hat, etwas über die Anzahl eigener Einsatzkräfte zu sagen.

Es wird wieder Rucksackkontrollen geben

Kein Problem haben Dobler und Olschewski damit, dass verschiedene Sicherheitsvorkehrungen, die im vergangenen Jahr unter dem Eindruck diverser Terroranschläge getroffen worden sind, weiterhin erhalten bleiben. Das gilt vor allem für die an den Einfallstraßen zur SchoWo platzierten Hindernisse, bestehend aus einem Oldtimerfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr, aus Einsatzfahrzeugen von Rettungsdiensten und aus schön anzuschauenden Blumenkübeln, die auf dem SchoWo-Gelände abgebaut und an anderer Stelle als Absperrung drapiert werden. Und auch die schon seit Jahren bewährten stichprobenartigen Rucksackkontrollen wird es wieder geben – aber ausschließlich wegen des Verbots, eigene Getränke auf die SchoWo mitzubringen. „Es geht uns nicht um Schusswaffen oder Ähnliches, da fungieren wir allenfalls als Tippgeber für die Polizei“, sagt Dobler, der es auch richtig findet, dass die polizeiliche Einsatzzentrale wieder vom Rathaus ins Polizeirevier zurückverlegt wird, wo sie auch in all den Jahren vor 2017 ihren Platz hatte.

Gleichwohl wird es natürlich weiterhin Lagebesprechungen auch im Rathaus geben. Die Planungen sehen laut Dobler vor, dass jeden Abend um 18 Uhr ein Sicherheitsgespräch zwischen Stadt und Polizei stattfindet und dass es um 19 Uhr ein weiteres Gespräch mit allen beteiligten Ämtern und Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie unter Einbeziehung der VG als Veranstalter gibt. Was seine persönliche Sicherheit angehe, so sei die gegeben, sagt Jürgen Dobler und verweist scherzhaft auf seinen in Gips gelegten Arm.