Schorndorf

Kinder pressen eigenen Apfelsaft

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Die Kinder helfen und schauen dabei zu, wie die Äpfel in die mobile „Moschte“ kommen. © ZVW/Sarah Utz
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Die Kinder helfen und schauen dabei zu, wie die Äpfel in die mobile „Moschte“ kommen.

Remshalden. Am Freitag starteten die Remshalder Apfelssafttage. An einer mobilen „Saftmoschte“ werden Äpfel aus der Umgebung gepresst. Kinder aus den Remshalder Schulen und Kindergärten pressten am Freitagmorgen ihren eigenen Saft. Am Samstag, 13. Oktober, findet der Streuobstmarkt statt.

Viele Schülerinnen und Schüler der Grundschule Geradstetten haben am Mittwoch Äpfel von kommunalen und privaten Streuobstwiesen aufgelesen und sie nun zu ihrem eigenen Saft verarbeitet. Die 1b und die 3b sind die ersten Klassen, die am Freitagmorgen um den Anhänger mit der mobilen Presse stehen.

Ingo Seiter, der das pädagogische Konzept der Apfelsafttage entwickelt hat, erklärt den Kindern, wie die Anlage funktioniert. Sie dürfen helfen, die Äpfel in die Presse zu geben und die abgefüllten Plastikbeutel in die dafür vorgesehenen Kartons zu packen. Seiter lässt sie von der festen Masse probieren, die nach dem Pressen übrig bleibt. Den Organisatoren der Gemeinde ist es wichtig, dass die Kinder lernen, wo der Apfelsaft herkommt und wie er gemacht wird. Seiter sagt: „So können wir den Streuobstgedanken in die Familie und die Schulen tragen.“

15 Tonnen Äpfel sollen gepresst werden

Auf dem Anhänger von Markus Fischer aus dem Allgäu, der seine Wurzeln in Remshalden hat, ist eine komplette „Moschte“ installiert, von der Obstwasch- bis zur Abfüllanlage. Darin werden die Äpfel zuerst gewaschen und Überflüssiges aussortiert. Dann werden die Äpfel gehackt – zurück bleibt eine feuchte Masse, die in Tücher gegeben wird. Diese werden samt Inhalt auf Platten gelegt. Der Stapel aus Tüchern und Platten wird zusammengedrückt und der Saft fließt. Um die Haltbarkeit zu verlängern, wird der Saft auf etwa 80 Grad erhitzt. Anschließend wird er in Plastiksäcke abgefüllt, die jeweils fünf Liter fassen und einen kleinen Plastikhahn haben, um den Saft später servieren zu können. Die Apfelreste, die nach dem Pressen übrig bleiben, können beispielsweise als Tierfutter verwendet werden. Markus Fischer und seine Mitarbeiter betreuen die Anlage, in der an den beiden Apfelsafttagen fast 15 Tonnen Äpfel gepresst werden sollen.

Die Klassenlehrerin der 1b, Alexandra Schanzenbacher erzählt, dass die Schule jedes Jahr bei der Aktion mitmacht. „So sehen die Kinder, was mit den Äpfeln nach dem Auflesen passiert“, sagt sie.

Die Streuobstwiese als bedeutende Kulturlandschaft

Ingo Seiter ist freier Ingenieur und von der Gemeinde als Projektmanager beauftragt worden. Er gehört zu den Mitgliedern des „Runden Tisches Streuobst“, auf den die Remshaldener Apfelsafttage zurückgehen.

An dieser Initiative sind auch die Vorstände aller in Remshalden ansässigen Obst- und Gartenbauvereine, die Naturschutzverbände Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und der Bund Naturschutz Alb-Neckar beteiligt, sowie die Gemeindeverwaltung. Sie treffen sich mehrmals im Jahr, um Aktionen zur Förderung der Streuobstwiesen zu planen und um den Austausch innerhalb der Vereine und der Gemeinde zu fördern.

Auch wenn im Remstal noch immer ein Großteil der Äpfel für die jährliche Fruchtsaftproduktion geerntet wird, sind viele Streuobstwiesen, laut der Gemeinde zum „Pflegefall geworden“. Immer öfter werde die Pflege und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen aufgegeben, zahlreiche Bäume seien veraltet und werden nicht geschnitten. Dem möchte die Initiative engegenwirken, um die Wiesen als wertvolle Lebensräume für Mensch, Tier und Natur aufrechtzuerhalten.

Wie funktioniert die mobile „Moschde“?

Die Äpfel werden gewaschen und Überflüssiges wird aussortiert. Dann werden die Äpfel gehackt und zurück bleibt eine feuchte Apfelmasse. Diese kommt in Tücher, die jeweils auf eine Platte gelegt werden. Die gefüllten Tücher werden in der Presse zusammengedrückt – nun fließt der Saft. Anschließend wird er auf etwa 80 Grad erhitzt, um die Haltbarkeit zu verlängern. Jetzt muss der Saft noch abgefüllt werden. Er kommt in Plastiksäcke, die fünf Liter fassen und jeweils einen kleinen Hahn haben, um den Saft später zu servieren. Die Säcke werden danach in dafür vorgesehene Kartons gepackt. Die Apfelreste, die nach dem Pressen übrig bleiben, können beispielsweise als Tierfutter verwendet werden.


Streuobstmarkt findet am Samstag statt

Am Samstag gibt es neben der mobilen Apfelsaftpresse auch einen Streuobstmarkt mit Bewirtung durch die Obst- und Gartenbauvereine und die Grundschule Grunbach. Mehrere Selbstvermarkter und Naturschutzorganisationen sind mit ihren Info- und Aktionsständen bei den siebten Remshalder Apfelsafttagen vor Ort. Auch Schafe, Ziegen und Hasen warten bei einer kleinen Tierausstellung auf die großen und kleinen Besucher. Auch das Streuobstmobil des Landkreises ist mit Mitmachaktionen dabei. Eine Anmeldung zum mobilen Mosten ist nicht mehr möglich.


Streuobst-Angebote

Für interessierte Stücklesbesitzer bietet der „Runde Tisch Streuobst“ einen mehrtägigen Schnittkurs an, bei dem unter fachlicher Anleitung Obstbäume geschnitten werden. Die Initiative bietet außerdem eine Streuobstbörse für potenzielle Käufer und Verkäufer unter www.remshalden.de/streuobstboerse an.