Schorndorf

Kinderfest auf dem Marktplatz

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Das Kinderhaus Pusteblume bot einen Rollstuhl-Parcours an, um sich besser in die Lage Betroffener versetzen zu können. © Edgar Layher

Schorndorf. Bei der CDU wird gebastelt, nicht am Wahlprogramm, sondern gemeinsam sind Eltern und Nachwuchs beim Stand des Ortsvereins aktiv. Die SPD setzt dieses Mal nicht auf Kreativität, sondern auf Zielgenauigkeit. Dort können die Jungs und Mädchen auf die Torwand schießen. Allerhand Vereine und Einrichtungen waren beim Kinderfest auf dem Marktplatz mit dabei.

Heidi Rapp geht durch die Reihen der Stände und Besucher und lächelt. Das Schorndorfer Bündnis für Familie steht hinter diesem Kinderfest und das Kreischen und Poltern auf dem Marktplatz am Sonntagnachmittag zeigt an, dass das Fest – nicht nur dank des Wetters – ein Erfolg ist. Weniger vergnügtes Quietschen und Jauchzen ist beim Stand des Kinderhauses Pusteblume zu hören. Die haben ihr Sommerfest auf den Marktplatz verlegt, um mit allen Familien zu feiern. Das Kinderhaus bietet einen Rollstuhl-Parcours an. Kinder, große und kleine, setzen sich in die Rollstühle und müssen das Gefährt über das Pflaster steuern. Rückwärtseinparken und andere knifflige Übungen sind geplant. Hier geht es um Geschick und Konzentration– und mehr.

Lernen wie es ist, im Rollstuhl zu leben 

Die Kinder sollen erfahren, wie anstrengend es ist, in einem Rollstuhl sitzend den Alltag zu meistern. Doch durch die Selbsterfahrung soll vor allem vermittelt werden, dass Rollstuhlfahrer und andere Menschen mit Beeinträchtigung einfach zu einem lebendigen Bild einer Stadt dazugehören. Der Nachwuchs soll sensibilisiert werden, auf andere Rücksicht zu nehmen, ihnen in manchen Situationen zu helfen und es einfach als selbstverständlich zu betrachten, dass diese Menschen unterwegs sind.

Zufriedene Kinder und keine gestressten Eltern 

Unterwegs sind auch DRK und Feuerwehr. Eine Feuerwehrfrau hebt ein Mädchen auf den Fahrersitz. Übers Lenkrad kann die Kleine nicht gucken. Aber sie lacht vergnügt. „Sie finden hier keine unzufriedenen Kinder“, stellt Heidi Rapp ebenfalls vergnügt fest. Gestresste Eltern seien ebenfalls schwer auszumachen. Väter kloppen mit ihren Söhnen und Töchtern im Takt Nägel ins Holz. Einige Väter tragen VfB-Trikots – und ihr Kind auf dem Rücken. Die Tochter fordert Mutter zu einem Duell „Vier gewinnt“. Hier können Eltern etwas mit ihren Kindern unternehmen, sagt Heidi Rapp. Sie sollen sich nicht hinter einem Kaffee oder einer Wurst verstecken und ihre Kinder machen lassen. Sie sollen gemeinsam aktiv werden. Das klappt, freut sich Rapp – und das alles kostenlos. Auf den Marktplatz könne jeder kommen, auch ohne Eltern, sich austoben beim Tauziehen, Stockbrotbacken und bei Bastelaktionen.

Das innere Kind

Ein älterer Herr schwingt sich agil auf zwei Stelzen. Seine Frau will ihn stützen – muss sie nicht. Elegant tappt er ein paar Schritte vor und zurück. Ein Kinderfest auch, um das Kind im Manne, und der Frau, mal wieder auszuleben – und die Frau zu beeindrucken.