Schorndorf

Kindergarten-Neubau auf der Zielgeraden

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Der Schriftzug ist schon dran: Der neue St.-Markus-Kindergarten mit angehängtem Familienzentrum. © Schneider / ZVW
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Kirchenpfleger Wolfgang Daberger und Pfarrer Manfred Unsin (rechts) beim Baustellenbesuch. © Gaby Schneider
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Im Eingangsbereich präsentiert sich der neue Kindergarten licht und hell – inklusive Kuschelunterschlupf für die Kleinen. © Gaby Schneider

Schorndorf. Im Frühjahr wurden Kinder, Eltern und Erzieherinnen auf Ende der Sommerferien vertröstet, letztendlich sind aber noch mal zwölf Wochen dazugekommen: Doch jetzt befindet sich der Neubau des katholischen St.-Markus-Kindergartens in der Erlensiedlung tatsächlich auf der Zielgeraden. Von außen präsentiert sich das Gebäude bereits in ansprechendem Grau, und drinnen sind die Maler und Bodenleger in den letzten Zügen. Für November ist der Einzug geplant. Endlich.

„Wenigstens sieht es gut aus, wenn’s schon nicht fertig ist“ – Stress und Ärger mit dem St.-Markus-Neubau haben nicht nur bei Pfarrer Manfred Unsin Spuren hinterlassen. Die vielen Gespräche und Diskussionen über die Idee eines Kindergarten-Neubaus mit angegliedertem Familienzentrum, über Finanzierung und Kostenrahmen, der letztlich bei 3,2 Millionen Euro festgezurrt werden musste, haben die ganze Kirchengemeinde belastet. Erst recht, als im Mai der mit den Arbeiten für Innenausbau und Außendämmung beauftragten Firma gekündigt werden musste, weil deren Unzuverlässigkeit den ganzen Baufortschritt gefährdet hatte. Heike Mopils, nach Monsignore Unsin Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, zieht jetzt vor allem den Hut vor Kindergartenleiterin Andrea Müller und den Erzieherinnen: „Die haben’s gut gemacht, trotz der Belastung.“

Und die war nicht ohne: Seit Jahren plant die katholische Kirchengemeinde den Neubau eines fünfgruppigen Kindergartens mit „Treffpunkt Familie“ – und damit die nach dem Bewegungskindergarten im Sportpark Rems größte Einrichtung in Schorndorf. Nicht geplant war, dass der Kindergarten vier Jahre lang provisorisch im Gemeindezentrum an der St.-Markus-Kirche am Alemannenweg untergebracht werden musste: Im September 2014 war das Gebäude an der Unteren Uferstraße wegen Formaldehyd-Belastung plötzlich nicht mehr nutzbar gewesen. 2016 dann, nach einem von der Diözese Rottenburg veranlassten Architektur-Wettbewerb, wurde der Bauantrag für den Neubau eingereicht, Grundsteinlegung und Richtfest konnten im Sommer 2017 gefeiert werden. Zum September 2018 wurden die Erzieherinnen eingestellt, die im November mit den Kindern und der Leiterin des Familienzentrums einziehen sollen. Die offizielle Eröffnung wird die Kirchengemeinde aber über die terminreiche Vorweihnachtszeit hinaus ins neue Jahr verschieben.

Und damit auf einen Zeitpunkt, der jenseits von Pfarrer Manfred Unsins Amtszeit liegt. Doch eines ist klar: Als Ehrengast wird Unsin, der Ende September in den Ruhestand verabschiedet wird, beim Festakt sicher dabei sein. War der Neubau des Kindergartens inklusive Familienzentrum für ihn doch viele Jahre eine Herzensangelegenheit.

Ansprechend von außen und bald auch drinnen

Und die sieht mittlerweile ziemlich ansprechend aus: Statt der ursprünglich geplanten Holzverkleidung hat der Neubau einen grauen Putzanstrich an der Außenfassade bekommen. Der St.-Markus-Schriftzug ist bereits angebracht, und im Innern sieht es auch nicht mehr nur nach Baustelle aus: Zu großen Teilen ist der hellgrüne Linoleumboden verlegt, die aus Lärmschutzgründen notwendigen Akustikdecken sind ebenfalls eingebaut, Gleiches gilt für die Türen. In der Schlussphase, sagt Frank Riedacher, Bauleiter des Stuttgarter Architekturbüros Günter Hermann, befinden sich auch die Malerarbeiten: „Bis Ende September ist die Hardware fertig.“ Dann steht bis Mitte Oktober der Innenausbau an, einzelne Wandschränke sind in den Gruppenräumen bereits aufgebaut. Es folgen die rechtlich notwendigen Abnahmen des Kindergartenbaus – und Anfang November soll der Neubau dann an die katholische Kirche übergeben werden.

Bis dahin werden auch die Außenanlagen angelegt sein. In abgespeckter Form – aber mit Erweiterungspotenzial. Wie überhaupt einige Details der ursprünglichen Planung dem Rotstift zum Opfer fallen mussten, um den mit dem Architekturbüro ausgehandelten Kostenrahmen von 3,2 Millionen Euro einhalten zu können. So sind Foyer und Treppenhaus deutlich kleiner aus- sowie Materialräume weggefallen. Auf Holzfenster wurde verzichtet, ebenso auf eine Schiebetür zum großen Mehrzweckraum zwischen Kindergarten und Familienzentrum. Einen hellen, großzügigen Eindruck macht das Gebäude in seinem jetzigen Zustand aber trotzdem: Im Erdgeschoss befinden sich die Räume des Familienzentrums sowie der Kleinkinderbereich und die Aufbereitungsküche. Das Obergeschoss bietet Platz für vier Kindergartengruppen, inklusive Schlafräumen und Gemeinschaftszimmer, die sich die Gruppen teilen werden – auf einer Nettogrundfläche von insgesamt 992 Quadratmetern.

Zum 1. September hat die Kirchengemeinde auch schon die für den neuen Kindergarten notwendigen Erzieherinnen angestellt – und ist auf dem eigentlich sehr angespannten Markt sogar fündig geworden: Im St.-Markus-Kindergarten gibt es dann drei neue Erzieherinnen, dazu eine 50-Prozent-Kraft fürs Familienzentrum. Die vier Kindergartengruppen sind bereits voll belegt. Nur der Ganztagsbetrieb bleibt – trotz anderer Pläne – weiterhin Zielvorstellung im St.-Markus-Kindergarten: Die Krippe ist von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet, der Kindergarten zumindest in zwei Gruppen eine Stunde länger.


Zwölf Wochen Verzögerung

Weil sich die maßgeblich mit den Arbeiten für den Innenausbau und die Außendämmung beauftragte Firma als unzuverlässig erwiesen hat und sich die daraus resultierenden Mängel und Verzögerungen auch auf den Baufortschritt bei anderen Gewerken ausgewirkt haben, hat die katholische Kirchengemeinde nach einigen Hin und Her im Mai 2018 die Reißleine gezogen und der Firma gekündigt. Damit ließ sich der einst für Sommer 2018 geplante Einzugstermin aber nicht realisieren.

Die neu gefundene Firma, sagt Bauleiter Frank Riedacher, war dafür ein Glücksfall: „Sie haben zügig weitergearbeitet.“ Eine zwölfwöchige Verzögerung ist mit diesem Rückschlag dennoch verbunden: Kindergarten und Familienzentrum sind erst im November bezugsfertig.