Schorndorf

Kita-Brand in Oberberken: Polizei hat Kind und Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf im Verdacht

Kiga Brandermittler
Der Kindergarten am Wasserturm im SOS-Kinderdorf ist komplett ausgebrannt. Am Tag danach ermittelt die Kriminalpolizei vor Ort. © Gabriel Habermann

Als die Feuerwehr am Sonntag kurz nach 17.30 Uhr mit zwölf Fahrzeugen und 67 Einsatzkräften im SOS-Kinderdorf in Oberberken ankam, brannte der Kindergarten schon lichterloh. Durch das schnelle Eingreifen konnte zwar verhindert werden, dass der Brand auf angrenzende Gebäude übergriff. Doch schnell war auch klar, dass das im Jahr 2004 eingeweihte Gebäude, in dem viel Holz verbaut ist, nicht mehr zu retten ist. Dafür konnte die Polizei am Montagvormittag mitteilen, dass es am Einsatzort Hinweise auf Brandstiftung gibt – und sie verfolgt auch schon eine heiße Spur: „Der Tatverdacht richtet sich derzeit gegen ein Kind und einen Jugendlichen.“ Offenbar kommen beide sogar aus dem Kinderdorf. Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei in Waiblingen übernommen.

Neubaupläne: Kindergarten ist nicht mehr zu retten

Die Stadt Schorndorf indes geht von einem Schaden in siebenstelliger Höhe aus. Bereits am Sonntag stellte Oberbürgermeister Matthias Klopfer mit Blick auf die qualmende Kindergarten-Ruine am Wasserturm in Oberberken fest, dass hier ein Wiederaufbau wohl nicht möglich ist. Noch am Abend stellte er in Aussicht, gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf schnell zu entscheiden, wie ein Neubau realisiert werden kann – und teilte auf Facebook mit, dass bis frühestens Sommer 2022 ein neues Kinderhaus eröffnet werden könne: „Ein Zwei-Millionen-Projekt, das wir jetzt gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf schnell aufs Gleis setzen müssen.“ Die Eltern bat er um Verständnis, „dass jetzt Kompromisse notwendig sind“.

Dennoch ist klar, für die 42 betroffenen Kindergartenkinder braucht es eine schnelle Lösung – wo doch gerade erst nach dem Lockdown der reguläre Betrieb wieder gestartet ist: Aktuell werden sieben Kinder in der Notbetreuung in einem freien Saal im SOS-Kinderdorf versorgt. Der größere Teil wird im Moment zu Hause betreut. In der Woche nach Pfingsten, teilt Stadtsprecherin Nicole Amolsch mit, waren im Kindergarten reguläre Schließtage geplant. Wie es danach weitergehen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. Das komme darauf an, sagt Markus Weiß als zuständiger Fachbereichsleiter Kindertagesstätten, was der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) genehmigt. Ideen gibt es, ein Gesprächstermin ist für Mittwoch bereits vereinbart. Weiß hat nach Rücksprache mit der Einrichtungsleitung aber auch erfahren: Im abgebrannten Kindergarten „steckt viel Herzblut drin“: Der Bau mit Spendengeldern finanziert, der Garten mit Hilfe der Eltern gestaltet – „da sind Tränen geflossen“. Doch es gibt auch große Solidarität: Andere Kindergärten haben bereits Spielzeug gespendet, damit es – wo auch immer – für den Kindergarten im SOS-Kinderdorf weitergehen kann.

Erzieherin hat das Feuer am Sonntag entdeckt

Entdeckt hat das Feuer eine Erzieherin des Kindergartens, die in Oberberken zu Hause ist. Auf einem Spaziergang war sie mit ihrem Mann direkt am Kindergarten auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfs vorbeigekommen, hat zunächst nur ein Schimmern wahrgenommen, dann aber, als ihr klar wurde, dass da ein Feuer war, sofort die Feuerwehr verständigt.

Im Einsatz waren am Sonntagabend dann nicht nur Einsatzkräfte der Feuerwehr-Abteilung Stadt, aus Oberberken und Weiler. Die Fellbacher Feuerwehr war mit Gerätewagen für den Nachschub an Atemschutzgeräten vor Ort. In der Zentrale in Schorndorf hat die Abteilung Haubersbronn die Stellung gehalten, falls es Folgeeinsätze gegeben hätte. Außerdem wurde das Technische Hilfswerk um Hilfe gerufen, das mit einem Bagger das Dach abhob, um die Glutnester darunter freizulegen. Die Mitarbeiter der Zentralen Dienste haben die Brandstelle mit Bauzäunen gesichert.  Im Einsatz war auch DRK-Bereitschaft aus Schorndorf – mit vier Fahrzeugen und 15 Personen.

Als die Feuerwehr am Sonntag kurz nach 17.30 Uhr mit zwölf Fahrzeugen und 67 Einsatzkräften im SOS-Kinderdorf in Oberberken ankam, brannte der Kindergarten schon lichterloh. Durch das schnelle Eingreifen konnte zwar verhindert werden, dass der Brand auf angrenzende Gebäude übergriff. Doch schnell war auch klar, dass das im Jahr 2004 eingeweihte Gebäude, in dem viel Holz verbaut ist, nicht mehr zu retten ist. Dafür konnte die Polizei am Montagvormittag mitteilen, dass es am Einsatzort

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