Schorndorf

Kletterabenteuer für Kindergartenkinder

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Paula (l.) und Marley (r.) klettern mit großer Begeisterung übers Seilnetz. © Büttner / ZVW

Schorndorf. In die Höhe klettern, sich durch ein Spinnennetz aus Seilen kämpfen, über eine Kante wagen und dann über eine Rollenbank in den Abgrund rutschen. Besser geht das in einem echten Kletterpark auch nicht. 15 Kinder aus dem Kinderhaus Sonnenbogen entdecken jeden Freitag Abenteuer in der Sporthalle der SG Schorndorf.

Video: Kinderhaus Sonnebogen tobt sich aus

Heiko Paule kommt kaum dazu, den Parcours fertig zu erklären. „Das will ich machen“, ruft ein Vierjähriger dazwischen. „Ich auch“, meldet ein Nächster an. Und auch die anderen Kinder hält es kaum mehr auf ihrem Hosenboden. Zu spannend sehen all die Aufbauten aus. Trotzdem – die Regeln müssen erklärt werden. Schließlich soll sich keiner verletzen bei der Turnstunde. Seit März kommen 15 Schützlinge des Kinderhauses Sonnenbogen zwischen vier und sechs Jahren ins Ulrich-Schatz-Sportzentrum, um an einem Bewegungsprojekt teilzunehmen.

Das hatten die Verantwortlichen bei der SG eigentlich ersonnen, um eine Ausschreibung zu gewinnen und Fördergelder vom Schwäbischen Turnerbund zu bekommen. Die Ausschreibung gewannen andere, ihr Projekt ziehen sie jetzt trotzdem durch. Sieben Euro zahlen die Eltern der teilnehmenden Kinder pro Monat, um das freitägliche Training anstelle des Turnerbundes zu finanzieren. Unter der Leitung von Heiko Paule hüpfen, klettern, rutschen und hangeln die Nachwuchssportler durch den Vormittag. Drei Erzieherinnen sind mit dabei und geben acht. Mit dabei ist auch Kindergartenleiterin Laura Kauert. Sie freut sich Woche für Woche über die Kooperation mit der SG. Schließlich tue es den Kindern, die im Kinderhaus ganztags betreut werden, immer gut, wenn sie mal herauskommen, etwas anderes sehen. „Außerdem können sie sich hier ganz anders entfalten als in dem Bewegungsraum in unserem Kindergarten“, berichtet sie.

An Herausforderungen wachsen

Natürlich gebe es auch Kinder, die anfangs etwas ängstlicher sind. „Aber nach einmal Handhalten, sind die Anlaufschwierigkeiten meist vergessen“, weiß sie. Das zu beobachten, freut die Erzieherin ungemein. „Die Kinder wachsen auch an sich.“ Das macht die Kleinen stolz und schenkt Mut sowie Selbstbewusstsein. Noch dazu würden der Gemeinschaftsinn und das Einhalten von Regeln geübt.

Zunächst wird sich aufgewärmt, wie sich das vor einem anständigen Training gehört. Einer ist Fänger. Hat er einen anderen erwischt, ist der dran. Vier Reifen markieren vier Orte zum Ausruhen, hier kann keiner gefangen werden. Will jemand anders rein, muss der Reifen wieder freigemacht werden. Stundenleiter Heiko Paule gibt den Startschuss und los geht’s. Fröhliches Gequietsche und Getrappel füllt den Raum, die Erzieherinnen flitzen mit durch die Halle. Nach zehn Minuten sind alle Kinder warm. Die ersten lassen sich nach Ende des Spiels schlapp auf den Boden fallen. Aber keine Sorge, alles Schauspielerei. Die Kinder strotzen nur so vor Energie und erklimmen mit wachsender Begeisterung das in luftiger Höhe aufgespannte Seilnetz. Marley (4) zeigt, was er kann, und durchklettert die Aufgabe in rasender Geschwindigkeit. Paula (6) ist zunächst vorsichtiger, aber kaum hat sie Sicherheit gewonnen, gibt auch sie Gas. Dann Stationswechsel. Ab geht es aufs Trampolin. Hier dürfen die Kinder zuvor einen Würfel werfen, auf dem unterschiedliche Tiere abgebildet sind. Je nachdem was oben aufliegt, dürfen sie als Känguru, als Affe oder Giraffe hüpfen. An einer weiteren Station dürfen sie den inneren Tarzan rauslassen und an einem Seil schwingen, um sich anschließend auf einem Schaumstoffkeil niederzulassen.

„Demnächst werden wir auch einige Sportarten probieren“, berichtet Heiko Paule. Dann sollen das Werfen geübt und manche Turnübung getestet werden. Rolle vorwärts und Handstand mit Hilfestellung stehen zum Beispiel auf dem Programm. Zudem gibt’s häufig auch Spiele und Ideen, die die Erzieherinnen oder Kinder mitbringen. Sommers wird die Turnstunde auch mal draußen stattfinden, wo es etliche weitere Möglichkeiten gibt. Auch in den Räumen des Kinderhauses wollen die Projektkinder mal turnen.

SG Kindersport

Mehr Sport für Nachwuchssportler gibt es bei den Feriensportwochen der SG. In der ersten Pfingstferienwoche sind die Kleinen zwischen drei und sechs Jahren dran. In der zweiten Woche sporteln die Sechs- bis 14-Jährigen.

Auch für die Sommerferien gibt es Angebote in der Rainbrunnenhalle und der Philip-Palm-Halle. Einige davon entsprechen sogar einer Ganztagsbetreuung. Und in der neuen Herbstferien-Sportwoche üben Kinder zwischen drei und 14 Jahren in der Philipp-Palm-Halle

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.sg-schorndorf.de/feriensport.html