Schorndorf

Knauss darf vorerst weiterfahren

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„Knauss ist Schorndorf“: Das Busunternehmen hat im August einen Insolvenzantrag gestellt. Die Schorndorfer Buslinien werden neu ausgeschrieben. © Ramona Adolf

Schorndorf.
Es geht weiter bei Knauss! Am Freitagnachmittag bestätigte Landrat Richard Sigel im Telefonat mit unserer Zeitung: Das insolvente Busunternehmen wird zumindest bis August weiterhin die Schorndorfer Linien bedienen dürfen. Dies sei, sagte der Landrat, im Interesse der Bürger, die den Wunsch haben, dass der Busverkehr „ohne Unterbrechung zuverlässig weiterläuft“.

Die Vorgeschichte dieses Falls ist verwickelt. Im August meldete Knauss Insolvenz an. Danach scheiterte die Suche nach einem Investor, obwohl dem Vernehmen nach mehr als ein Dutzend ihr Interesse bekundet hatten – für die Gewerkschaft Verdi ist dies ein klarer Hinweis, dass die Buslinien 242 bis 249 in und um Schorndorf nicht zu dem Preis zu fahren waren, zu dem vor rund zwei Jahren Knauss-Reisen den Zuschlag erhalten hatte. Knauss sei ein Fall von vielen im Land: Das EU-weite Ausschreibungsverfahren führe zu Preisen, die für die Busunternehmen nicht auskömmlich sind.

Nun versuchte die Knauss-Insolvenzverwalterin beim Landratsamt mehr für die Busverkehre herauszuschlagen. Vergeblich. Die Linien müssten neu ausgeschrieben werden, erklärte der Erste Landesbeamte Dr. Peter Zaar. Und zwar europaweit. Worauf sich die Ereignisse überschlugen ...

Die Insolvenzverwalterin kündigte den Vertrag zum 31. Januar 2020 – in dieser kurzen Zeit war jedoch eine europaweite Ausschreibung nicht zu schaffen. Das Landratsamt benötigte für den Zeitraum Februar bis August 2020 dringend einen Betreiber – und lobte deshalb im November einen beschränkten Wettbewerb aus, zu dem sechs Anbieter eingeladen wurden.

Doch nur ein einziges Angebot ging im Landratsamt ein – das von Knauss.

Arbeitsplätze zumindest bis August gesichert

Noch am Donnerstagvormittag bei den Knauss-Mitarbeiterversammlungen war die Stimmung gedämpft, zu den 50 Busfahrern aber war das Gerücht schon durchgesickert: Kein Konkurrent hatte sich beworben. Damit war klar: Sollte der Landkreis sein Ja geben, wären zumindest bis Ende August die Arbeitsplätze gesichert.

Dieses Okay ist jetzt da, zunächst mündlich – Landrat Sigel am Freitagnachmittag: Aktuell seien letzte Abstimmungen am Laufen, um den Zuschlag auf „rechtlich sicheren Boden“ zu stellen, denn mit dieser Notvergabe sei das Landratsamt „pioniermäßig unterwegs“. Aber es gebe keine unüberwindbaren Hürden mehr. „Wir haben mit Nachdruck daran gearbeitet.“

Diese Entscheidung dürfte ganz im Sinne der Fahrgäste sein. Knauss-Betriebsrat Mehmet Körgaz dankte bereits am Donnerstag den 850 Kunden, die ihn und seine Kollegen mit Unterschriften unterstützt haben. Am Freitag und Samstag vergangener Woche hatten die Fahrer auf die Schnelle Unterschriften gesammelt und für ihr Anliegen getrommelt. Und noch die ganze Woche über sprachen Leute Mehmet Körgaz am Steuer an, ob sie auch noch unterschreiben könnten. Für den Betriebsratsvorsitzenden eine tolle Bestätigung für die eigene Arbeit und die seiner Kollegen – die jetzt weitergeht.


Schorndorf.
Es geht weiter bei Knauss! Am Freitagnachmittag bestätigte Landrat Richard Sigel im Telefonat mit unserer Zeitung: Das insolvente Busunternehmen wird zumindest bis August weiterhin die Schorndorfer Linien bedienen dürfen. Dies sei, sagte der Landrat, im Interesse der Bürger, die den Wunsch haben, dass der Busverkehr „ohne Unterbrechung zuverlässig weiterläuft“.

Die Vorgeschichte dieses Falls ist verwickelt. Im August meldete

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