Schorndorf

Ladesäulen-Dschungel in Schorndorf: Welche Apps braucht man zum bezahlen?

Ladesäule
Wer sein Elektroauto aufladen möchte, kann nicht einfach mit Kreditkarte oder bar bezahlen. © Alexandra Palmizi

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ein Elektroauto zu kaufen. Laut ADAC fährt mehr als jeder vierte neu zugelassene Neuwagen bereits batteriebetrieben – und das trotz Chipkrise und Lieferschwierigkeiten. Gerade für den Stadtverkehr eignen sich E-Autos hervorragend. Was einige Leute allerdings noch abschreckt, ist die unübersichtliche Ladesäulen-Landschaft. Denn nicht an allen Stationen kann man einfach so aufladen und bezahlen. E-Auto-Fahrer benötigen meist mehrere Bezahlkarten oder Apps, um überall laden zu können. Wie ist die Lage in Schorndorf?

Die üblichen Apps von Shell und Co funktionieren fast überall

Laut dem Internetportal goingelectric.de, auf das die Website der Stadt Schorndorf verweist, gibt es im Stadtgebiet elf öffentliche Ladestandorte mit unterschiedlichen Anschlüssen und von verschiedenen Anbietern. Bezahlen können E-Auto-Fahrer dort auf verschiedene Art und Weise. Die meisten Anbieter haben dafür eine eigene Smartphone-App oder eine physische RFID-Ladekarte. An vielen “E-Tankstellen“ ist es aber ebenso möglich, mit der App oder Ladekarte anderer Anbieter zu bezahlen.

Die Stadtwerke Schorndorf betreiben drei dieser Stationen, die am Verbundnetz von EnBW hängen: die Schnellladesäule am Bahnhof, die Ladestationen am Oskar-Frech-Seebad sowie die direkt neben dem Gebäude der Stadtwerke. Laden und bezahlen können E-Auto-Fahrer hier mit Hilfe der Apps und Ladekarten von Maingau Autostrom, Shell Recharge, Plugsurfing, ADAC e-Charge, Chargepoint und EnBW mobility+.

Doch es gibt in Schorndorf längst nicht nur Stadtwerke-Ladestationen, sondern auch die anderer Ladeverbünde. In der Augustenstraße gibt es zum Beispiel zwei Säulen des Anbieters „deer“. Bezahlt werden kann hier per Smartphone mit der „deer-mobility-App“. Laut goingelectric.de können aber auch die Ladekarten und Apps folgender Verbünde benutzt werden: Shell Recharge, ADAC e-Charge sowie EnBW mobility+ sind mit beinahe jeder Ladesäule in Schorndorf kompatibel.

An der Ladestation bei Hahn Automobile in der Gerberstraße kann ebenfalls mit den Apps und Karten von Shell, EnBW sowie dem ADAC bezahlt werden. Ebenso wie mit der „Charge & Fuel“-App und Ladekarte und der „Chargepoint“-App. Die Säule beim Autohaus Mulfinger in der Siechenfeldstraße akzeptiert diese App nicht.

Stattdessen sollte man ein Kundenkonto bei den Apps von Maingau Autostrom oder Plugsurfing eingerichtet haben, wenn man nicht mit der Shell-, ADAC- oder EnBW-App unterwegs ist.

Außerdem können Elektroautos in Schorndorf auch auf den Parkplätzen der Discounter Aldi und Kaufland kostenfrei laden. Wie lange das großzügige Serviceangebot für Kunden noch so bleibt, ist unklar. Wie unter anderem die Auto-BILD berichtet, haben Aldi-Süd und der Schwarz-Konzern bereits Bezahlsysteme in Planung. Grund dafür könnten „Ladeschnorrer“ sein, die gar nicht in den Märkten einkaufen.

Immer noch deutlich komplizierter, als einfach zu tanken

Egal wie man es dreht und wendet, die Lade-Infrastruktur für E-Autos ist kompliziert. Fahrer müssen in den meisten Fällen mehrere Apps installiert haben. Das führt schnell zu Ärger, wie Uwe Ramler erklärt. Der Schorndorfer hat schon mehrere Hybrid-Modelle aus dem Hause Mercedes-Benz gefahren und war, weil er keine Wallbox für zu Hause besitzt, auf die öffentlichen Ladesäulen angewiesen.

Er berichtet, dass er sich anfangs die App von Chargepoint heruntergeladen habe, da diese auch bei den Ladestationen der Stadtwerke funktioniert. „Wenn man aber nicht gerade Stromkunde von EnBW ist, kostet die Kilowattstunde gutes Geld“, sagt er. Seit Juli 2021 bezahlt man im Standard-Tarif 55 Cent pro Kilowattstunde Gleichstromladung. Langsameres Laden bei Wechselstrom kostet immerhin 45 Cent.

Bei Ladesäulen von „deer“, wie der in der Augustenstraße, kostet die Kilowattstunde Gleichstromladung 54 Cent, die Wechselstromladung 44 Cent.

Hinzu komme, dass nicht jede Ladestation mit mehr als 11 kW lädt. „Ein Hybridauto lädt dann schon mal eine Weile und bei manchen Anbietern bezahlt man ab einer Stunde einen Aufpreis pro Minute.“ Im Ladeverbund der EnBW beläuft sich die sogenannte „Blockiergebühr“ auf 10 Cent pro Minute. „Der Aufwand und die ständige Planung sind mir zu viel. Deshalb hat sich das Thema Elektroauto für mich erst mal erledigt“, sagt Uwe Ramler.

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ein Elektroauto zu kaufen. Laut ADAC fährt mehr als jeder vierte neu zugelassene Neuwagen bereits batteriebetrieben – und das trotz Chipkrise und Lieferschwierigkeiten. Gerade für den Stadtverkehr eignen sich E-Autos hervorragend. Was einige Leute allerdings noch abschreckt, ist die unübersichtliche Ladesäulen-Landschaft. Denn nicht an allen Stationen kann man einfach so aufladen und bezahlen. E-Auto-Fahrer benötigen meist mehrere Bezahlkarten oder

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